Cyberangriffe, Datenlecks und neue Pflichten durch NIS-2: Die IT-Sicherheitslage bleibt angespannt. Beim sicheren Datenaustausch zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen Anspruch und gelebter Praxis. Der Secure Data Report 2025 von Ftapi zeigt, wie kritisch diese Lücke geworden ist.
Der Secure Data Report 2025 zeigt, dass unsichere und kaum automatisierte Datenwege trotz vorhandener Technik zur größten Schwachstelle in Unternehmen werden und mit NIS-2 zwingend klare, durchgängige und automatisierte Sicherheitsprozesse erforderlich sind.
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Mit zunehmender Digitalisierung verschiebt sich die Angriffsfläche dorthin, wo Daten tatsächlich fließen: über E-Mail-Gateways, Transferlösungen, Kollaborationstools oder automatisierte Schnittstellen. Diese Datenwege sind häufig schlechter abgesichert als zentrale IT-Systeme. Parallel professionalisieren sich Angreifer und nutzen gezielt jene Übergabepunkte, an denen Daten aggregiert oder weitergereicht werden. Der BSI-Lagebericht „Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025“ bestätigt: Die Bedrohungslage bleibt hoch, während Angriffsflächen schneller wachsen, als viele Organisationen sie kontrollieren können. Damit ist klar: Die Frage lautet nicht mehr, ob Unternehmen Daten sicher übertragen können, sondern wie konsequent und automatisiert dies geschieht. Hier setzt der „Secure Data Report 2025“ von Ftapi an.
Ein Großteil der Unternehmen setzen schon auf Lösungen für den sicheren Datenaustausch, doch viele setzen dabei auf klassische Basislösungen.
(Bild: FTAPI)
Der Report zeigt, wie Organisationen Datenaustausch heute tatsächlich gestalten. 200 IT- und Sicherheitsverantwortliche geben ein differenziertes Bild ab: Technische Lösungen wie Verschlüsselung, Transferportale oder Malware-Schutz sind zwar weit verbreitet, wirken aber oft isoliert. Ebenfalls bleibt die digitale Souveränität häufig Nebensache. Nur von 56 Prozent sehen die Anbieterherkunft als wichtigen Faktor bei der Auswahl von Lösungen.
Kernprozesse wie Klassifizierung, Kanalwahl oder Freigaben erfolgen häufig manuell. Dadurch hängt der Schutz sensibler Informationen stärker von individuellen Entscheidungen ab als von klar definierten, durchgängigen Abläufen. Nur ein Drittel der befragten Unternehmen (33 Prozent) verfügen über gelebte ISMS-Prozesse. Hinzu kommt eine gefährliche Fehleinschätzung: Über 40 Prozent der befragten IT- und Sicherheitsverantwortlichen bewerten den Reifegrad ihres Unternehmens als „hoch“, obwohl kein dokumentiertes ISMS existiert. Diese Diskrepanz erzeugt eine Sicherheitsillusion, die vor allem beim Datenaustausch problematisch ist.
Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Relevanz dieses Themas und Unternehmen investieren zunehmend in Verschlüsselung und Zugriffsmanagement. Entscheidend wird jedoch sein, ob diese Bereitschaft in prozessuale Klarheit und technische Durchsetzung überführt wird. Der zentrale Befund bleibt: Die Schwachstelle liegt weniger in fehlender Technik als im fehlenden System.
Neben Datenschutz und einer Steigerung der IT-Sicherheit spielen für die Hälfte der Unternehmen die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben eine wichtige Rolle.
(Bild: FTAPI)
Mit dem NIS-2-Umsetzungsgesetz steigen die Anforderungen an Cybersicherheitsprozesse in Unternehmen deutlich. Rund 30.000 Organisationen in Deutschland werden künftig verpflichtet sein, nachvollziehbar zu dokumentieren, wie sie Daten verarbeiten, übertragen, klassifizieren und schützen.
NIS-2 macht damit erstmals klar, dass Datensicherheit mehr ist als der Einsatz technischer Werkzeuge. Gefordert werden ein funktionierendes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS), klare Verantwortlichkeiten, konsistente technische und organisatorische Maßnahmen sowie eine lückenlose Protokollierung aller sicherheitsrelevanten Vorgänge. Auch transparente Meldewege und eine belastbare Incident-Response-Struktur werden verbindlich. Hier verwundert es kaum, dass NIS-2 neben der Umsetzung anderer Regularien und Gesetze zu einem der Haupttreiber für den Einsatz von Lösungen zum sicheren Datenaustausch gehören.
Damit rückt der sichere Datenaustausch unweigerlich in den Mittelpunkt der regulatorischen Betrachtung. Unternehmen müssen künftig belegen können, welche Daten über welche Kanäle fließen, mit welchen Risiken dies verbunden ist und wie diese Risiken kontrolliert werden. Ohne definierte Prozesse und technische Durchsetzung ist diese Nachvollziehbarkeit kaum herzustellen.
Viele Sicherheitsregeln sind vorhanden, werden aber nicht automatisiert umgesetzt. Ob Daten klassifiziert, verschlüsselt oder gelöscht werden, hängt häufig vom Verhalten einzelner Mitarbeitender ab. Und genau hier entsteht die größte Angriffsfläche. Automatisierung schließt diese Lücke: Maschinell durchgesetzte Richtlinien machen Vorgaben verbindlich, reproduzierbar und auditierbar. Sie erhöhen das Sicherheitsniveau und entlasten Teams. Mit Blick auf NIS-2 wird klar: Nur automatisierte Klassifizierung, Verschlüsselung, Protokollierung und Löschfristen schaffen die Nachvollziehbarkeit, die künftig verpflichtend wird.
Stand: 08.12.2025
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Aus den Ergebnissen des Secure Data Reports und den Anforderungen von NIS-2 ergibt sich ein klarer Auftrag: Datenflüsse müssen nicht nur technisch geschützt, sondern prozessual abgesichert werden. Dafür braucht es zunächst ein geschärftes Lagebild: Unternehmen müssen wissen, wo sensible Daten entstehen, über welche Kanäle sie übertragen werden und wo konkrete Risiken liegen.
Der BSI-Lagebericht 2025 zeigt, dass Angriffe besonders dort ansetzen, wo Prozesse unklar oder nicht dokumentiert sind. Auf dieser Basis gilt es, die organisatorischen Grundlagen zu stärken, durch ein funktionierendes ISMS, klare Verantwortlichkeiten, regelmäßige Risikoanalysen und verbindliche Richtlinien. Der Ftapi-Report macht deutlich, dass vielen Organisationen genau diese Strukturen fehlen, selbst wenn technische Maßnahmen vorhanden sind.
Der entscheidende Hebel ist anschließend die Automatisierung sicherheitsrelevanter Entscheidungen. Nur durch technisch erzwungene Prozesse lassen sich die Konsistenz und Nachvollziehbarkeit erreichen, die NIS-2 einfordert und die angesichts komplexer Bedrohungslagen unverzichtbar werden.
Am Ende zeigt sich: Sicherer Datenaustausch ist kein Nebenprozess, sondern ein Prüfstein moderner Cybersicherheit. Organisationen, die ihre Datenwege konsequent professionalisieren und automatisieren, stärken damit nicht nur ihre Resilienz und Compliance, sondern reduzieren auch operative Risiken – und schaffen die Grundlage für nachhaltige Sicherheit.
Über den Autor: Ari Albertini ist CEO bei FTAPI Software.