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VMware Threat Report KMU sind Hauptangriffsziel von Cyberattacken

| Autor: Ira Zahorsky

Gerade erst hatte Garmin mit einem Cyberangriff zu kämpfen. Mehrere Tage war das ganze Unternehmen offline. Der Vorfall macht deutlich, dass es eine gute Idee ist, mehr in Cybersicherheit zu investieren. Ein Vorhaben, das viele der von VMware Carbon Black Befragten, auf ihrer Agenda haben.

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KMU sind ein attraktives Ziel für Cyberangriffe, ergab der aktuelle Threat Report von VMware Carbon Black.
KMU sind ein attraktives Ziel für Cyberangriffe, ergab der aktuelle Threat Report von VMware Carbon Black.
(Bild: © tippapatt - stock.adobe.com)

VMware hat seinen dritten Threat Report zu Cybersicherheit in Deutschland veröffentlicht. Als größtes Sicherheitsrisiko stellt sich in der Befragung das Netzwerk heraus, das von gut einem Drittel (37,5 %) genannt wurde. Workloads und Anwendungen sehen knapp ein Fünftel (18 %) als Bedrohung. Die Steigerung um 11 Prozent gegenüber dem Threat Report vom Oktober 2019 erklärt sich daraus, dass Unternehmen immer mehr Apps verwenden, um flexibler und produktiver zu werden.

Ein weiteres Ergebnis der Befragung von 251 deutschen CIOs, CTOs und CISOs war, dass kleine und mittelständische Unternehmen am häufigsten angegriffen werden. Oft sind hier das Budget für die Sicherheit sowie die Security-Maßnahmen gering, die Daten dennoch ein lohnendes Ziel. 43 Prozent der befragten KMU sahen sich dateilosen Angriffen, wie Living-off-the-Land, PowerShell und WMi, ausgesetzt, im Gesamtdurchschnitt waren es nur 20 Prozent. Da sich KMU häufig in den Lieferketten großer Unternehmen befinden, könnten deren Sicherheitslücken als Einfallstor für so genannte Island-Hopping-Angriffe genutzt werden. „Island-Hopping wird mehr und mehr zum Sicherheitsrisiko“, erklärt Rick McElroy, Cyber Strategist bei VMware Carbon Black. „Das ist auch ein Problem für viele andere Unternehmen. Die Kombination mit anderen Risiken, die von Dritten ausgehen, wie Anwendungen von Drittanbietern und Risiken der Lieferkette, setzt jedes Extended Enterprise unter Druck.“

86 Prozent der Befragten wollen mehr Geld für die IT-Sicherheit ausgeben. Das ist ein Rückgang um 12 Prozent gegenüber dem letzten Threat Report. In erster Linie soll das Budget in Threat Hunting, also die proaktive Identifizierung von Angreifern, investiert werden. Gut die Hälfte (51 %) wollen die Ausgaben für Sicherheit und Kontrollen im Rahmen von 5G erhöhen.

43 Prozent der Unternehmen haben durchschnittlich elf verschiedene Konsolen oder Agents des IT-Sicherheitsprogramms im Einsatz. Diese Insellösungen ergeben sich, wenn ein Unternehmen immer nur reagiert, statt von Anfang an eine klare Sicherheitsstrategie zu planen und umzusetzen. „Kompliziert zu verwaltende Umgebungen mit Silos verschaffen Angreifern direkt einen Vorteil“, sagt McElroy. „Untersuchungen legen nahe, dass Cyberattacken erfolgreicher sind, wenn IT-Sicherheit kein integraler Bestandteil der Umgebung ist. Da Cyberbedrohungen immer umfassender werden, verlangt exzellente Cybersicherheit heute Rationalisierung, strategisches Denken und eine klare Stoßrichtung bei Sicherheitsmaßnahmen.“

Der aktuelle VMware Carbon Black Threat Report „Cybersicherheit in Deutschland“ kann nach Angabe von Name und E-Mail-Adresse heruntergeladen werden.

Auswirkungen der Coronakrise

Um die Auswirkungen von Covid-19 auf die Cybersicherheit mit in den Report aufzunehmen, ergänzte VMware den Fragenkatalog und den Kreis der Befragten. Im März und April 2020 wurden 1.002 Manager aus Großbritannien, USA, Singapur und Italien um ihre Meinung gebeten.

Durch die Corona-Pandemie mussten plötzlich zahlreiche Menschen im Homeoffice arbeiten. Hieraus ergaben sich Sicherheitsprobleme die interne und externe Kommunikation, IT-Abläufe sowie den Remote-Arbeitsplatz betreffend. Fehlende Multi-Faktor-Authentifizierung, die sich auch nicht auf die Schnelle umsetzen lässt, wurde dabei von den Befragten als größtes Sicherheitsproblem wahrgenommen. 91 Prozent gaben eine Zunahme der Cyberangriffe zu Protokoll.

Die Coronakrise deckte zahlreiche Lücken in der Disaster-Recovery-Planung der Unternehmen auf. An erster Stelle stehen die IT-Abläufe (87 %), gefolgt von der Einbindung remote arbeitender Angestellter (85%) sowie der externen Kommunikation (84 %). 70 Prozent stellten Lücken in Bezug auf Sichtbarkeit und Transparenz von Bedrohungen fest. Gut ein Viertel (27,5 %) hatte Probleme bei der internen Kommunikation.

Über die Umfrage

Im März 2020 beauftragte VMware Carbon Black das unabhängige Marktforschungsunternehmen Opinion Matters mit der Durchführung einer Umfrage. Befragt wurden CIOs, CTOs und CISOs von Organisationen aus verschiedenen Sektoren, u.a. Finanzdienstleister, Gesundheitswesen, Behörden, Einzelhandel, Industrie, Lebensmittel und Getränke, Erdöl- und Erdgasindustrie, Zuliefererbetriebe, Professional Services sowie aus der Medien- und Entertainmentbranche. 251 der Befragten waren aus Deutschland. Die weiteren Befragten waren aus Australien, Kanada, Frankreich, Italien, Japan, den Niederlanden, den Nordischen Ländern, Singapur, Spanien, den USA und dem Vereinigten Königreich.

Die Umfrage zu Covid-19 wurde von Opinion Matters im März und April 2020 durchgeführt. 1.002 CIOs, CTOs oder CISOs aus Italien, Singapur, dem Vereinigten Königreich und den USA wurden nach ihrer Meinung zu den Herausforderungen befragt, die Covid-19 für die Cybersicherheit und das operative Geschäft darstellt.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS