Ganzheitliche Cybersicherheit Wie Managed XDR Unternehmen gegen KI-Angriffe stärkt

Ein Gastbeitrag von Rony Mikhael 5 min Lesedauer

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Cyberkriminelle setzen zunehmend auf KI, um ihre Angriffe zu verschleiern. Klassische Abwehrmechanismen stoßen dabei an Grenzen. Managed XDR verbindet moderne Technologien mit menschlicher Expertise und erlaubt es Unternehmen, Bedrohungen schneller zu erkennen, zu stoppen und ihre Resilienz nachhaltig zu stärken.

Managed XDR kombiniert KI-gestützte Analyse mit SOC-Expertise und sorgt so für schnellere Erkennung und Reaktion auf Cyberangriffe.(Bild: ©  Tobias - stock.adobe.com)
Managed XDR kombiniert KI-gestützte Analyse mit SOC-Expertise und sorgt so für schnellere Erkennung und Reaktion auf Cyberangriffe.
(Bild: © Tobias - stock.adobe.com)

Sicherheitsangriffe entwickeln sich in rasantem Tempo weiter – nicht zuletzt, da auch Cyberkriminelle zunehmend auf Künstliche Intelligenz setzen. Mit generativer KI lassen sich täuschend echte Phishing-Mails automatisiert erzeugen, Schwachstellen systematisch ausnutzen und Angriffe dynamisch an IT-Umgebungen anpassen. Besonders perfide: Viele dieser Attacken umgehen klassische Sicherheitsmechanismen, da sie kaum auffällige Spuren hinterlassen. Gleichzeitig verändert KI aber nicht nur die Methoden der Angreifer und das Gefahrenpotenzial der Attacken, sondern bietet auch den Verteidigern enorme Potenziale. Intelligente Systeme helfen dabei, große Datenmengen effizient zu analysieren, Muster schneller zu erkennen und Bedrohungen automatisiert zu klassifizieren. Unternehmen gewinnen dadurch wertvolle Zeit – und erhöhen die Chance, Angriffe frühzeitig einzudämmen.

Sicherheitsarchitekturen unter Druck

Laut einer Umfrage von Logicalis unter IT-Entscheidern waren 83 Prozent der befragten CIOs im vergangenen Jahr von Sicherheitsvorfällen betroffen. Gleichzeitig glaubt weniger als die Hälfte (43 Prozent), ausreichend auf derlei Angriffe vorbereitet zu sein. Ein Zeichen dafür, dass viele Unternehmen ihre Sicherheitsstrategie überdenken müssen. Denn viele IT-Sicherheitssysteme bestehen noch immer aus isolierten Einzellösungen: Endpoint Detection, Netzwerkschutz und E-Mail-Sicherheit arbeiten oft nebeneinander statt miteinander. Doch „moderne“ Angriffe verlaufen nicht linear – sie durchqueren Systeme, nutzen legitimierte Benutzerkonten oder kompromittierte Endgeräte. Der anhaltende Fachkräftemangel erschwert es zusätzlich, adäquat auf die dynamische Bedrohungslage zu reagieren. Sicherheitsteams sind überlastet. Reaktionszeiten auf Vorfälle verlängern sich, potenzielle Angriffsmuster bleiben unerkannt. Hinzu kommt der wachsende regulatorische Druck, etwa durch die NIS2-Richtlinie.

Managed XDR: Zusammenspiel von Technologie und Expertise

Extended Detection and Response (XDR) reagiert auf derlei Herausforderungen und bietet Unternehmen eine proaktive und skalierbare Sicherheitslösung. In einer einzigen, cloudbasierten Plattform kombiniert XDR zentrale Sicherheitsfunktionen wie Endpoint Detection and Response Tools, KI und maschinelles Lernen, Security Analytics Engine sowie Automated Response Playbooks. Damit verfolgt XDR einen integrierten Ansatz, um komplexe laufende Angriffe frühzeitig zu erkennen und wirksam zu unterbrechen. Es erweitert dabei die klassische Perspektive der Bedrohungserkennung, indem es Telemetriedaten aus unterschiedlichen Datenquellen – von E-Mail über Endgeräte und Datenspeicher bis hin zu hybriden Identitäten – intelligent in einem konsolidierten Lagebild zusammenführt. So lassen sich auch domänenübergreifende Bedrohungen sichtbar machen, die in Einzellösungen unentdeckt blieben. Diese erhöhte Transparenz verkürzt die Untersuchungszeit und steigert die Wahrscheinlichkeit, Angriffe in ihrer Gesamtheit erfolgreich abzuwehren. Mithilfe von KI analysiert die Technologie in Echtzeit Verhaltensmuster, unterscheidet potenzielle Angriffe von Fehlalarmen, priorisiert Risiken, versendet Warnmeldungen und stößt automatisiert erste Gegenmaßnahmen an, wie das Isolieren kompromittierter Assets und Nutzer. Durch integrierte Automatisierungsfunktionen bringt XDR die kompromittierten Assets anschließend wieder in einen sicheren Zustand.

Noch wirkungsvoller wird dieser Ansatz als Managed Service (MXDR). Dabei übernehmen spezialisierte Teams rund um die Uhr Betrieb, Überwachung und Reaktion – etwa über ein Security Operations Center (SOC). Ergänzt wird die Lösung durch den Zugriff auf globale Threat Intelligence und den damit einhergehenden Zugang zu weltweiten Bedrohungsdaten sowie automatisierte Reaktions-Playbooks. Diese stellen definierte Handlungsstrategien bereit und erhöhen die Reaktionsgeschwindigkeit dadurch deutlich. MXDR-Plattformen entwickeln sich außerdem kontinuierlich weiter: Erkenntnisse aus realen Vorfällen fließen direkt in Erkennungsregeln und Reaktionsmechanismen ein. Aufgrund der cloudbasierten Architektur lässt sich die Technologie zudem nahtlos in hybride Arbeitsmodelle integrieren. Wie MXDR die Sicherheit in Unternehmen konkret erhöhen kann, zeigen folgende Beispiele:

Blick in die Praxis 1: Gaming-Anbieter verbessert Sicherheitslage

Ein international tätiger Gaming-Anbieter mit über 1.700 Endpunkten und einer hybriden Cloud-Umgebung suchte nach einer 360-Grad-Sicherheitslösung, um seine globalen Aktivitäten zu schützen und Cyberbedrohungen zu begegnen. Gemeinsam mit Logicalis entwickelte das Unternehmen eine Roadmap für die ganzheitliche Sicherheitsmodernisierung und -einführung. Die auf generativer KI basierende und als MXDR- und intelligente SOC-Lösung konzipierte Sicherheitsarchitektur bietet mehrschichtige Schutz-, Erkennungs- und Reaktionsfunktionen für die Hybrid-Cloud-Umgebung des Kunden und zeigte schnell Wirkung: Die mittlere Erkennungs- und Reaktionszeit (MTTD/MTTR) sank um 65 Prozent, während sich die Sicherheitseffizienz um 80 Prozent verbesserte. Gleichzeitig reduzierten sich die jährlichen Betriebskosten für den Sicherheitsbereich um mehr als eine Million US-Dollar. Durch weniger Vorfälle, Ausfälle und Compliance-Probleme erhöhte sich auch die betriebliche Produktivität.

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Blick in die Praxis 2: Kommunalbehörde stärkt Resilienz

Auch Einrichtungen der öffentlichen Hand stehen zunehmend im Visier von Cyberkriminellen. Eine kommunale Behörde in Großbritannien wollte Cybersicherheit daher tiefer in ihre Betriebsstruktur integrieren. Zu diesem Zweck erweiterte sie gemeinsam mit Logicalis ihre SIEM- and Endpoint Detection and Response-Infrastruktur um die Lösung Defender for Endpoint – zudem erstellte Logicalis in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden und dem Security Operation Center eine Infrastrukturübersicht, um die verschiedenen Datenpunkte von XDR zu verbinden. Das Ergebnis: Der kollaborative Ansatz ermöglichte aktive Reaktionen auf Live-Ereignisse und Angriffe mit vollständiger 360-Grad-Sichtbarkeit der Vorfälle. Angriffe entlang der Cyber Kill Chain ließen sich zudem frühzeitig erkennen. Die Folgen waren eine Entschärfung der größten Risiken und eine nachhaltige Stärkung der Behördensicherheit.

Cybersicherheit neu denken – heute für morgen

Ob Phishing-Attacken, verdeckte Insider-Bedrohungen oder gezielte Angriffe auf kritische Systeme – die Bedrohungslage verändert sich ständig und erfordert ein neues Sicherheitsverständnis. Gefragt sind daher Strategien, die Transparenz schaffen, Reaktionen beschleunigen und kontinuierlich dazulernen. Intelligente Sicherheitsarchitekturen verbinden dazu Technologien wie KI mit menschlicher Expertise und ermöglichen eine frühzeitige, automatisierte Abwehr über alle Ebenen hinweg. Dabei geht es nicht nur um technische Abwehr, sondern um die Integration von Sicherheit in Prozesse, Strukturen und Denkweisen – eng verknüpft mit Compliance, Risiko-Management und Automatisierung. Nur so lassen sich die wachsenden Anforderungen von Kunden, Partnern und Regulierungsbehörden erfüllen und gleichzeitig widerstandsfähige Strukturen aufbauen. Unternehmen, die heute auf ganzheitliche, lernfähige Sicherheitskonzepte setzen, sind morgen besser gewappnet. Denn moderne Cybersicherheit heißt: erkennen und eingreifen, bevor Schäden entstehen.

Über den Autor: Rony Mikhael ist seit 2019 Teil des Logicalis-Teams. Zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Director Networking, Collaboration & Security, die er seit 2021 ausführt, leitet er seit diesem Jahr die Business Unit Connectivity. Mit seiner Erfahrung aus zahlreichen Projekten treibt er nun den Ausbau des Cisco-Geschäfts gezielt voran und entwickelt innovative, kundenorientierte Lösungen.

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