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2. Die Gefahr durch Fehlinformationen
In der Folge Baelor, bei der „Schlacht im Wisperwald“ (Battle of the Whispering Wood) nimmt Jamie Lannister fälschlicherweise an, dass die Streitkräfte von Widersacher Robb Stark zerschlagen sind und der Sieg demnach nahe ist. Robb Stark sendet einen kleinen Trupp, um Jamie Lannister zu ihm zu führen, und dieser tappt auch schnurstracks in die Falle. Ähnlich wie Lannister fallen auch Unternehmen häufig auf Fehlinformationen rein. Schon allein Phishing-Attacken beruhen auf solchen Fehlinformationen, die den User dazu verleiten, scheinbar sichere „Umgebungen“ (Webseiten, Anhänge etc.) zu untersuchen – sei es durch E-Mails mit bösartigen Links oder Attachements, die „offiziell“ aussehen, aber aggressive Malware enthalten. Die Folgen können bis zum Daten- und Informationsverlust reichen, was je nach Art des Unternehmens fatale wirtschaftliche Auswirkungen haben kann (Stichwort: Industriespionage).
3. Vorsicht vor dem Unbekannten
In Staffel 2 befinden sich Renly und Stannis Baratheon im Kampf um die Krone. Ohne Kenntnis von Renly wird Stannis von der „roten Priesterin“ Melisandre unterstützt, einer Art Hexe mit magischen Kräften. Melisandre bringt einen Dämon in Form eines Schattens zur Welt, der Renly letztlich tötet.
Auch hier können Parallelen zur Online-Welt gezogen werden, in der Hacker & Co. stets neue Wege suchen, Unternehmen und Organisationen mit bislang unbekannten Varianten von Malware zu attackieren. Hier gilt es, die intern eingesetzten Technologien stets auf dem neuesten Stand zu halten, oder wie man neudeutsch sagt: Next Generation-Technologie einzusetzen, die auch bis dato unbekannte Gefahren auf Basis verschiedener auffälliger Parameter erkennt. Diese „Auffälligkeiten“ zu ignorieren ist meist der Anfang vom Ende.
4. Vorsicht vor dem „vertrauenswürdigen“ Insider
Gegen Ende der ersten Staffel geht Ned Stark zu seinem Vertrauten Lord Baelish, der ihm helfen soll, den Tod an der vermutlich ermordeten „Hand des Königs“ aufzuklären. Doch Lord Baelish hat eigene Machtpläne und missbraucht dieses Vertrauen, was letztlich mit der öffentlichen Hinrichtung Ned Starks auf Geheiß des neuen Königs Joffrey endet. So wie Ned Stark können auch Unternehmen von Insidern in Gefahr gebracht werden – sei es unwissentlich oder aus böser Absicht. Das bedeutet, Firmen sollten sich nicht nur vor äußeren Gefahren schützen, sondern auch vor internen. Sie sollten nicht nur ihr Netzwerk schützen, sondern auch ihre Mitarbeiter hinsichtlich Gefahren und Sicherheitslücken unterrichten. Denn Mitarbeiter sind ebenfalls gern genommene Angriffsziele von Cyberkriminellen – sei es durch Phishing oder „Bestechung“.
5. Ist keine Frage des „ob“, sondern des „wann“
„Der Winter kommt“ ist das warnende Motto des Hauses Stark. Für GoT-Laien mag diese Voraussage etwas seltsam, weil logisch klingen; sie müssen allerdings wissen, dass in Westeros die Jahreszeiten einen anderen, nicht vorhersehbaren Zyklus haben und Sommer wie Winter mehrere Jahrzehnte dauern können. Wie auch immer, die Starks sind die Herrscher im Norden und stets auf den kommenden, gefährlichen wie todbringenden Winter vorbereitet; eine Einstellung, an denen sich Unternehmen ein Beispiel nehmen können: Denn die Frage ist nicht, ob ein Cyberangriff auf ein Firmennetzwerk stattfindet, sondern wann. Und der kann so plötzlich kommen wie der Wintereinbruch in Westeros. Ist man dann nicht vorbereitet, haben die Angreifer leichtes Spiel.
„O.K.“, werden Sie jetzt denken, „wenigstens bezahlen Mitarbeiter in Unternehmen einen Angriff welcher Art auch immer nicht mit ihrem Leben“, so wie die Bewohner von Westeros. Das stimmt wohl, aber nichtsdestotrotz sind die Lehren, die beide Konterparts aus den Erfahrungen und Warnungen ziehen können, dieselben. Und je nach Angriffsart kann es auch für Organisationen um Leben und Tod gehen. Eine durchgehend sichere Stadtmauer ohne ein schwaches Tor ist diesbezüglich schon mal eine hervorragende Basis – nur dass wir heutzutage von Firewall sprechen.
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* Jim Carlsson ist CEO des Netzwerksicherheitsexperten Clavister.
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