Kritische Sicherheitslücke bei Nextcloud Systembefehle in Collabora ohne Anmeldung möglich

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Eine kritische Schwachstelle in einer Nextcloud-Erweiterung wird seit September aktiv ausgenutzt. Ein Update auf Version 26.4.303 schließt sie, bereits platzierte Webshells entfernt es aber nicht. Betroffen ist nur die optionale App.

Cyberangreifer benötigen für einen Angriff auf die Nextcloud-App „Collabora Online – Built-in CODE Server“ weder ein Benutzerkonto noch Zugangsdaten, sondern können Schwachstelle EUVD-2026-100780 / CVE-2026-110447 direkt über das Netz ausnutzen.(Bild: ©  Oleksii - stock.adobe.com)
Cyberangreifer benötigen für einen Angriff auf die Nextcloud-App „Collabora Online – Built-in CODE Server“ weder ein Benutzerkonto noch Zugangsdaten, sondern können Schwachstelle EUVD-2026-100780 / CVE-2026-110447 direkt über das Netz ausnutzen.
(Bild: © Oleksii - stock.adobe.com)

Angreifer können auf Nextcloud-Servern ohne Anmeldung Befehle mit den Rechten des Web­servers ausführen. Damit lassen sich Dateien auf dem Server ablegen und auf Konfigurations­dateien mit Zugangsdaten zugreifen. Betroffen ist die Nextcloud-App „Collabora Online – Built-in CODE Server“, die Kunden optional nutzen können, um den Collabora-Editor direkt auf dem Nextcloud-Server zu starten, damit Dokumente im Browser bearbeitet werden können. Es handelt sich dabei um die Sicherheitslücke EUVD-2026-100780 / CVE-2026-110447 (CVSS-Score 9.2, EPSS-Score* 12.33). Betroffen davon sind Versionen vor 26.4.303 der App mit dem Paketnamen richdocumentscode.

Angriffe möglicherweise seit September

Laut EUVD lässt sich die Sicherheitslücke nur ausnutzen, wenn der integrierte CODE-Server nicht läuft, etwa nach einem Neustart, einem Update oder einem Absturz. Weder die Enisa, noch das Security Advisory von Nextcloud erläutern, ob Angreifer diesen Zustand selbst herbeiführen können. Betreiber sollten das nicht ausschließen.

Die Beschreibung eines konkreten Angriffs findet sich weder im EUVD-Eintrag noch im Nextcloud-Forum. Der Hersteller meldete die Schwachstelle am 3. Oktober 2026 als ausgenutzt, die Enisa am 23. Oktober und die CISA hat sie ebenfalls am 23. Oktober in ihren KEV-Katalog aufgenommen. Laut einem Ticket auf GitHub meldete ein Betreiber bereits am 11. Sep­tem­ber 2026 erfolgreiche Angriffe seit dem Vortag. Die Angreifer hätten die Datei „proxy.php“ mit manipulierten URL-Pfaden aufgerufen, Befehle eingeschleust und PHP-Dateien angelegt, über die sie weitere Befehle ausgeführt hätten. Auf einem System hätten sie laut Ticket nach Passwort-Datenbanken und Krypto-Wallets gesucht.

Ein Entwickler schrieb im GitHub-Ticket, die Sicherheitslücke betreffe nur die Development Edition in der Betriebsart, bei der ein lokales AppImage geladen wird. Dies wurde jedoch nicht offizielle von Nextcloud bestätigt.

Betreiber sollten die App „Collabora Online – Built-in CODE Server“ entweder auf Version 26.4.303 oder neuer aktualisieren oder entfernen. Ein Entwickler empfiehlt im GitHub-Ticket zusätzlich, verbliebene „shx*.php“-Dateien zu löschen. Da Angreifer über Webshells Befehle mit den Rechten des Webservers ausführen konnten, sollten Betreiber außerdem Zugangsdaten erneuern, auf die der Webserver zugreifen konnte.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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