Analyse von Kaspersky Hunderte Angriffe mit Millionen kompromittierter Accounts

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Die Cyberbedrohung durch Ransomware wächst weiter exponenziell, so eine Kaspersky-Analyse. 2025 wurden in Deutschland 384 Angriffe gezählt, in Ös­ter­reich und der Schweiz ebenfalls steigende Zahlen. Millionen kom­pro­mit­tier­te Accounts im Darknet treiben die Bedrohungslage weiter an.

Das aktuelle Ransomware-Ökosystem zeichnet sich durch einen kontinuierlichen Anstieg an Angriffen in der DACH-Region aus, der durch eine arbeitsteilige Struktur unter Cyberkriminellen und Millionen kompromittierter Accounts im Darknet gefördert wird.(Bild:  zephyr_p - stock.adobe.com)
Das aktuelle Ransomware-Ökosystem zeichnet sich durch einen kontinuierlichen Anstieg an Angriffen in der DACH-Region aus, der durch eine arbeitsteilige Struktur unter Cyberkriminellen und Millionen kompromittierter Accounts im Darknet gefördert wird.
(Bild: zephyr_p - stock.adobe.com)

Die Cyberbedrohung durch Ransomware nimmt weiter zu. Einer aktuellen Analyse von Kas­per­sky zufolge gab es 2025 allein in Deutschland 384 Ransomware-Angriffe. Dies sei dem Sicher­heitsanbieter nach ein enormer Anstieg gegenüber 2024. Auch Österreich und die Schweiz seien im Fokus von Angreifern. In Österreich habe es im vergangenen Jahr 49 Ransomware-Angriffe gegeben und in der Schweiz 80. Hinter den Attacken stünden Tätergruppen, die sich die Arbeitsschritte untereinander aufteilen würden: von der Beschaffung kompromittierter Zu­gangs­daten bis zur Durchführung der Verschlüsselung.

Ransomware nimmt in der DACH-Region zu

Viele Cyberkriminelle hacken sich nicht mehr mit Schadsoftware in Unternehmen. Stattdessen beginnen sie ihre Cyberangriffe mit der systematischen Beschaffung von Informationen im Darknet. Kasperksy zufolge funktioniere Cyberkriminalität dort zunehmend wie ein ar­beits­tei­liger Markt. Zugangsdaten, Malware-Services und fertige Angriffsketten werden gehandelt und kombiniert. Dieses Modell sei inzwischen sehr effektiv. Ein Paradebeispiel für die Pro­fes­sio­nali­sier­ung cyberkrimineller Strukturen sei Ransomware. Während sogenannte Initial Access Bro­ker kompromittierte Zugänge bereitstellen, würden andere Gruppen die eigentlichen Ver­schlüs­sel­ungsangriffe übernehmen oder Ransomware-as-a-Service anbieten. Diese Ar­beits­teil­ung senke die Einstiegshürden und erkläre die weiter steigenden Zahlen von Ransomware-Angriffen. Kaspersky berichtet, dass in Deutschland im Jahr 2025 insgesamt 384 Ransomware-Angriffe durch 61 aktive Gruppen registriert wurden. 2024 seien es insgesamt 233 Angriffe durch 53 Gruppen gewesen. Österreich sei im Vorjahr 49 Angriffe durch 26 Gruppen getroffen worden und liege damit ebenfalls über dem Vorjahresniveau (32 durch 29). Die Schweiz hin­ge­gen habe mit 80 Angriffen und 32 aktiven Gruppen einen moderaten Zuwachs verzeichnet (70 durch 32).

Die Zahl der kompromittierten Accounts die Kaspersky im Darknet habe aufspüren können, sei zwar insgesamt zurückgegangen. Doch der Handel mit den entsprechenden Zugangsdaten sei nach wie vor ein zentraler Treiber der sich zuspitzenden Bedrohungslage. In Deutschland seien im vergangenen Jahr 3.543.897 (in 2024: 6.191.245) kompromittierte Accounts im Darknet iden­ti­fi­ziert worden, in der Schweiz seien es 531.724 (in 2024: 852.820) und in Österreich 590.462 (in 2024: 958.234) Konten gewesen. Solche Zugangsdaten bilden laut Kaspersky die Grundlage für systematisches Cyber-Profiling. Angreifer würden sie für Phishing-Kampagnen oder Cre­den­tial-Stuffing nutzen oder sie direkt weiter verkaufen. Bereits wenige Informationen würden ausreichen, um detaillierte digitale Profile von Unternehmen und Mitarbeitern zu erstellen. Dies geschehe oft lange bevor ein eigentlicher Angriff sichtbar beziehungsweise durchgeführt werde.

Land Ransomware-Angriffe 2023 Ransomware-Angriffe 2024 Kompromittierte Accounts im Darknet 2023 Kompromittierte Accounts im Darknet 2024
Deutschland 384 223 3.543.897 6.191.245
Österreich 49 32 590.462 958.234
Schweiz 80 70 531.724 852.820

Digitale Angriffsfläche sichtbar machen

Datenleaks, Angriffe oder Cyber-Profiling lassen sich in einer vernetzten Welt kaum vollständig vermeiden. Entscheidend ist Kasperksy zufolge daher, die eigene digitale Angriffsfläche aus Sicht potenzieller Angreifer zu kennen. So lassen sich kompromittierte Zugangsdaten, ex­po­nier­te Datenbanken, Phishing-Domains oder technische Schwachstellen frühzeitig erkennen und priorisieren, bevor sie für einen Angriff genutzt werden können. „Cyberkriminalität ist heute hochgradig organisiert. Zugänge, Daten und Angriffswerkzeuge werden arbeitsteilig gehandelt und kombiniert“, erklärt Waldemar Bergstreiser, General Manager DACH bei Kaspersky. „Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, wie erfolgreich dieses Modell ist: Ran­som­ware-Angriffe erreichen neue Höchststände, während Millionen kompromittierter Accounts den Rohstoff für weitere Attacken liefern. Schon ein einzelner ungesicherter Zugang kann ausreichen, um ein Unternehmen für Angreifer interessant zu machen. Deshalb ist es ent­scheidend, digitale Angriffsflächen kontinuierlich zu überwachen und Risiken frühzeitig zu schließen.“

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