Unternehmen übergeben IT-Sicherheit gerne an den Fachmann – mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Hier gilt es für den Managed Service Provider, einen individuellen Plan für die jeweilige Infrastruktur zu erstellen. Welche Angebote finden den größten Zuspruch?
Herausforderungen wie Cyberbedrohungen, neue Regularien und fehlende Ressourcen in der IT-Sicherheit betreffen alle gleichermaßen. Wichtig ist, für jeden Kunden das individuell passende Dienstleistungspaket zurecht zu schneiden.
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Das Managed-Service-Provider-Geschäft (MSP) wächst kontinuierlich und überdurchschnittlich schnell. Dies bestätigt Sven Janssen, VP Sales für Sophos EMEA Central: „Wir verzeichnen eine stetig steigende Zahl von Partnern, die an unserem MSP-Flex-Programm teilnehmen, um ihr Geschäftsmodell auf MSP umzustellen beziehungsweise um Managed Services zu erweitern.“
Auch Arrow bestätigt eine sehr große Nachfrage und hat seit einigen Jahren Managed-Services-Angebote im Portfolio, das stetig weiterentwickelt wurde. Gerade die zunehmende Komplexität der IT-Sicherheit sowie der anhaltende Mangel an Fachkräften führen zu einem kontinuierlichen Ausbau. „Reseller, MSPs und Systemintegratoren schätzen diese Möglichkeit zur Erweiterung ihrer eigenen Servicekapazitäten“, sagt Mathias von Bescherer, Geschäftsführer Arrow Enterprise Computing Solutions Deutschland. Genauso will Sophos ein umfassendes Portfolio für Reseller und MSPs anbieten, denn „da liegt das größte Wachstumspotenzial für den Channel“, so die Einschätzung von Janssen. Damit können sie ihren Kunden helfen, mehrere Probleme zu lösen. Nicholas Pook, Head of Partner Management & Cloud Alliances DACH bei Trend Micro, nennt Beispiele: „wachsende Cyberbedrohungen, Mangel an IT-Security-Fachkräften, Management einer immer komplexeren Sicherheitslandschaft, Notwendigkeit einer 24/7-Überwachung, Erfüllung von regulatorischen Vorgaben wie NIS2 und nicht zuletzt zunehmender Kostendruck.“ Allerdings muss hervorgehoben werden, dass „der Channel in diesem Bereich sehr unterschiedlich aufgestellt ist“, hebt Daniel von Verschuer, Team Lead Service Automation bei Ebertlang, hervor. „Das grundsätzliche Interesse ist nämlich bei spezialisierten MSPs und Systemhäusern, die bereits mittelständische Kunden betreuen, deutlich ausgeprägter als bei reinen Wiederverkäufern.“
Unternehmen suchen aktiv nach umfassenden Sicherheitslösungen. Systemhäuser erweitern daher ihr Angebot um Services.
Nicholas Pook, Head of Partner Management & Cloud Alliances DACH, Trend Micro
Nicholas Pook, Head of Partner Management & Cloud Alliances DACH bei Trend Micro
(Bild: Trend Micro)
Warum MSSPs so gefragt sind
Nichtsdestotrotz wird eine verwaltete IT-Sicherheit im Allgemeinen immer wichtiger, da „die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren mindestens einen Cybersicherheitsvorfall erlebt hat. Dies liegt mitunter an einem Mangel an internem IT-Sicherheitspersonal sowie notwendigen Tools zur Bedrohungserkennung“, erläutert Sören Kohls, Head of Channel Germany bei Kaspersky. Das Outsourcing an MSPs und MSSPs soll dazu beitragen, das Risiko von Angriffen zu verringern und die allgemeine Cybersicherheit zu verbessern.
„Denn durch die Zusammenarbeit mit MSPs und MSSPs erhalten Unternehmen Unterstützung und Zugang zu spezialisiertem Fachwissen. Die Dienstleister ermöglichen mit Services wie Managed Detection and Response (MDR) eine kontinuierliche Überwachung durch Security-Operations-Center-Experten (SOC) und bieten effektive Reaktionsmöglichkeiten bei Bedrohungen“, ergänzt Kohls.
Wo ist die Nachfrage am stärksten?
Welche Features zur Bedrohungsbekämpfung sind denn vorrangig gefragt? Sophos setzt vor allem auf Cybersecurity as a Service (CSaaS). Und mit Angeboten wie MDR verzeichne man hohe Zuwächse. „Dabei ist es essenziell, immer den Kunden und dessen individuelle Ansprüche im Auge zu behalten“, erläutert Janssen. Entsprechend wichtig sei ein umfassendes Security-Ökosystem, das alle Bausteine vom Endpoint-Schutz über Server bis zur Firewall integriert und zudem modular anpassbar ist. „Diese Basis wird dann mit CSaaS-Angeboten ausgebaut, bei denen sich externe Experten wie unser Sophos-MDR-Team um die Analyse von Bedrohungsdaten und die entsprechende Reaktion kümmern“, erklärt Janssen.
Ausschlaggebend ist der angebotene Service rund um die Uhr. Janssen ergänzt: „Dieses Gesamtpaket bietet ein enorm hohes Geschäftspotenzial und hilft den Partnern, ihre MSP-Angebote maßgeschneidert konzipieren zu können.“ Durch (erweiterte) Managed Security Services generieren Dienstleister Mehrwerte für Kunden und können sich in einem stark umkämpften Markt von Mitbewerbern abheben. „Managed Security Services umfassen zudem eine meist laufende Überwachung und Unterstützung, was mit einer verbesserten Kundenbindung und langfristig wiederkehrenden Einnahmen einhergeht“, fügt Pook als entscheidenden Aspekt hinzu.
NIS2 spielt definitiv eine Rolle als Katalysator für Managed Security.
Adrian Brandtner, Team Lead Security bei Ebertlang
Adrian Brandtner, Team Lead Security bei Ebertlang
(Bild: Ebertlang)
Diesen Mehrwert schätzen Partner
Ein SOC zu betreiben, das ein Netzwerk rund um die Uhr überwachen soll, kann für manche Unternehmen sehr zeit- und ressourcenintensiv werden. Oft übersteigt der Aufwand dafür die Mittel und das Fachwissen. Die Lösung: das Outsourcen an einen MSSP. Das starke Wachstum im Managed-Security-Segment geht dabei zwar „über unser gesamtes Portfolio an Managed Services hinweg“, bestätigt von Bescherer. Dennoch kommt es auf maßgeschneiderte Lösungen an. Je nach Bedarf sollte das Angebot entsprechend angepasst werden: „vom relativ einfachen Microsoft-365-Backup-Service bis zu komplexen Projekten wie einer Cloud-Orchestrierung“, ergänzt der Arrow-Chef. Die Vertriebspartner würden vor allem den messbaren Mehrwert schätzen, den sie hier ihren Kunden bieten können, sowohl im laufenden Betrieb als auch im Projektgeschäft. „Systemkritische Themen wie Datenintegrität beschäftigen Channel-Partner und Endkunden gleichermaßen.“ Daher will Arrow beispielsweise das MSSP-Portfolio weiterhin maßgeschneidert ausbauen und dessen Bausteine weiter skalieren. So führte Arrow neulich den Micro-SOC Security Managed Service für Microsoft-Umgebungen sowie Arrow Cloud Object Storage for Backup ein.
Stand: 08.12.2025
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Auch Kaspersky überarbeitete sein Managed-Services-Angebot und aktualisierte hierfür das Partnerprogramm United. „Mit diesem wollen wir den individuellen Geschäftsmodellen der Kaspersky-Partner entgegenkommen“, sagt Kohls. Um die Partner konkret bei der Implementierung und beim Betrieb zu unterstützen, werden ihnen neben Sicherheitslösungen von Kaspersky auch Schulungen und Trainingsmaterialien geboten. Das Portfolio will On-Premises und Cloud-basierte Lösungen, Endpoint-Schutz und MDR sowie Lösungen für virtuelle Systeme und Public Clouds, Spam- und Malware-Schutz für Mailserver und Microsoft 365 abdecken.
Seine Daten zuverlässig und langfristig sichern zu können und für den Fall der Fälle gewappnet zu sein, stellt vor allem für den Mittelstand einen Kraftakt dar. Die schnell voranschreitende Digitalisierung und der Weg in die Cloud eröffnen neue Angriffsflächen und beschleunigen das Risiko, von einer Cybergefahr betroffen zu sein. Da Hacker häufig außerhalb der üblichen Geschäftszeiten aktiv werden, ist eine 365-Abdeckung beziehungsweise eine System-Überwachung rund um die Uhr ein notwendiges und beliebtes Dienstleistungsangebot.