SEP sesam Jaglion SEP stellt Version 5 seiner Hybrid-Backup-Lösung vor

Von Michael Matzer

SEP hat mit „Jaglion“ die fünfte Version seiner Hybrid-Backup-Lösung SEP sesam veröffentlicht. Neben einer erweiterten Support-Matrix liegt der Schwerpunkt dieses Mal auf höherer Performance sowie größerer Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit. Zugleich wurde der Support älterer Software-Plattformen eingestellt.

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In Multi-Cloud-Architekturen ist ein lückenloses Backup eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.
In Multi-Cloud-Architekturen ist ein lückenloses Backup eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.
(Bild: © vectorfusionart - stock.adobe.com)

SEP sesam Jaglion ist auf heterogene IT-Umgebungen spezialisiert, also On-Premises, Cloud und virtuelle Umgebungen. Deshalb ist seine Palette von unterstützten Hypervisoren und Plattformen für seine Kunden in über 50 Ländern von großer Bedeutung. Nutanix AHV ist der zehnte Hypervisor, den es unterstützt. Der Support ist nun auf HCL Domino12, Red Hat Virtualization 4.4, Debian 11 sowie Linux auf ARM-Prozessoren ausgeweitet worden. Weiterhin ist das SLES 15 Service Pack 3 (SP3) ist jetzt auch für den SEP Sesam Server zertifiziert. SP3 wurde von der Vorgängerversion nur für RDS (relationale Datenbank), die Benutzeroberfläche und den Client unterstützt.

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Usability

Die neue Version von SEP, die für Windows und Linux erhältlich ist, bringt einen verbesserten Web-Restore-Assistent, über den sich in der Browser-Oberfläche fast alle Aufgabentypen wieder herstellen lassen. Zu den Aufgaben zählt besonders die Browser-basierte Wiederherstellung vieler Datenbanken und Applikationen.

Der neue Assistent soll auch sicherstellen, dass die Backups vollständig sind. „Das ist in heutigen heterogenen, verteilten Architekturen wie etwa Multi-Cloud nicht einfach“, betont Klaus Riehm, Senior Presales Engineer bei SEP. Der Assistent enthalte daher eine umfangreiche Engine zur regelbasierten Automatisierung der Auftragserstellung von neuen VMs oder Datenbanken. „Diese Regeln lassen sich flexibel anpassen“, so Riehm weiter. Der Admin habe zudem alle zehn Hypervisoren im Blick, um so die Sicherung einer Vielzahl von VMs zu vereinfachen und den Prozess mithilfe der Regeln zu automatisieren. Automation sei nötig, weil in der IT verbreitet Fachkräftemangel herrsche.

VMs werden nun in ihrer vCenter-Struktur angezeigt. Das komme den zahlreichen VMware-Kunden entgegen. „VMware dürfte hierzulande einen Marktanteil von rund 70 Prozent haben“, schätzt Riehm. Mit OLVM werde zudem ein neuer Auftragstyp für agentenlose Snapshot-basierte Backups aller Oracle-VMs unterstützt. Vereinfachtes Medien-Management soll nun die DSGVO-konforme Umsetzung des Rechts auf Vergessen zulassen.

Backup und Performance

Die Backup-Möglichkeiten sind einer hybriden IT-Landschaft angemessen: lokal-lokal, lokal-Cloud, Cloud-Cloud. Denn SEP bietet auch Backup-as-a-Service in drei Konfigurationen an. Der Windows Backup Server kann nun optional basierend auf der quelloffenen Datenbank PostgreSQL genutzt werden.

Vollständige Backups sind in heutigen heterogenen, verteilten Architekturen wie etwa Multi-Cloud nicht einfach.

Klaus Riehm, Senior Presales Engineer bei SEP

Zusätzlich zu HPE-StoreOnce-Catalyst-Datenspeichern und HPE StoreOnce Cloud Bank Storage können Anwender nun auch HPE Cloud Volumes nutzen. Diese erlauben direktes Backup, Replikation und Wiederherstellung. Die Empfehlung lautet, diese Cloud-Laufwerke lediglich als sekundäres Repository-Ziel bei der Replikation zu nutzen.

Im Bereich der Deduplizierung hat SEP nun Si3 NG eingeführt, die einen Geschwindigkeitsschub mit sich bringt und auch Datenspeicherung in der Cloud Direct-to-S3 (bei AWS) erlaubt. Dadurch ist eine lokale Zwischenspeicherung nicht mehr notwendig. Zusätzlich erhöht sich die Geschwindigkeit bei der Sicherung auf Tape um bis zu 40 Prozent.

Leistungsverbesserungen im Sesam Virtual File System (VFS) sollen einen teils bis zu hundertmal schnelleren Zugriff auf vSphere VMs erlauben, welche direkt vom SEP-sesam-Datenspeicher gebootet werden. Die ausfallsichere Änderungsverfolgung, basierend auf Resilient Change Tracking (RCT), sichere virtuelle Hyper-V-Maschinen zuverlässig.

Die Möglichkeit, einen Disk Purge auszuführen, soll die Arbeitslast, die auf einem Laufwerk lastet, erheblich verringern. Dies soll sich mit DataStore, Si3 oder HPE StoreOnce Catalyst ausführen lassen. Bei Datenmigrationen ist der Verwaltungsaufwand (Admin Overhead) zwischen zehn und 30 Prozent verringert worden, so dass die Migration entsprechend schneller vonstattengeht.

Recovery

Der Einsatz neuster Hardware- und Software-Technologien und die dafür entwickelten APIs sollen die Datenwiederherstellung aus verschiedenen Systemen erlauben und die Performance, Skalierbarkeit und Backup-Geschwindigkeit erhöhen. Wiederherstellung und Migration sollen durch optimierte Tape-Verarbeitung 20 bis 40 Prozent schneller erfolgen.

SEP hebt besonders den Single-File-Restore hervor, also die individuell wiederherstellbaren Dateien aus einem gemounteten Backup-Set. "Dieser steht nun auch für virtuelle Maschinen praktisch aller unterstützten Hypervisor zur Verfügung", sagt Klaus Riehm. "Bisherige Recovery-Systeme stellen nämlich meist nur komplette VMs wieder her, was einen deutlichen Mehraufwand bereitet." Die SEP-Datenwiederherstellung sei zuverlässiger und durch eine "ausgeklügelte Datenoptimierung" schneller als herkömmliche Systeme. Dabei dürfte die Deduplizierung eine Rolle spielen.

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Security

Im Bereich der Sicherheit hat SEP sesam Jaglion ein neues Authentifizierungskonzept erhalten. „Jetzt kann nur noch ein Benutzer mit Superuser-Rechten die Authentifizierung konfigurieren und Berechtigungen (ACLs) an angelegte Benutzer vergeben“, erläutert Riehm. „Die internen Benutzer lassen sich über ein signiertes Zertifikat anstelle eines Benutzerpassworts authentifizieren.“

Durch die separaten Rollen würden getrenntes Management und eine separierte Backup-Datenhaltung realisierbar. Für Managed Service Provider (MSP) stehen laut Riehm Account-basierte Berechtigungen für VMs und ein neuer MSP-Report zur Verfügung. Außerdem werde die Verschlüsselung OpenSSL 1.1.1 / TLS2 unterstützt. Das soll die Daten, die in Bewegung sind, schützen. Um die Unveränderbarkeit von Backups zu gewährleisten, ist es nun möglich, in HPE StoreOnce ein „Immutable Flag“ (ein Attribut) zu setzen: Ein File mit diesem Flag gilt als unveränderbar, lässt sich also weder löschen noch bearbeiten – und auch nicht von Ransomware verschlüsseln. Funktional ist dies mit einem S3 Object Lock vergleichbar.

Als weiteres Highlight seien nun die Metadaten von Tapes löschbar. So ließen sich Daten DSGVO-konform in Backup-Sets löschen und das Recht auf Vergessenwerden (RTBF, right to be forgotten) individuell umsetzen.

Mit dem separat erwerbbaren SEP Cloud Application Protection Service (CAPS) ermöglicht SEP zudem eine DSGVO-konforme Cloud-to-Cloud-Backup- und Data-Loss-Prevention-Lösung für Microsoft 365, Salesforce, G Suite/Workspace und Dynamics 365.

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Den Release Notes ist zu entnehmen, dass SEP in Jaglion den Support für folgende Versionen beendet hat: Ubuntu 16.04, SLES 11, Windows Server 2008 R2 und Java 17. Das Support-Ende erwischt auch folgende Versionen des Sesam-Servers: SEP sesam 4.4.3 Grolar (Oktober 2021), SEP sesam 4.4.3 Tigon V2 (Dezember 2020) und SEP sesam 4.4.3 Tigon (September 2020).

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