Am 14. Oktober endet der Support für Windows 10. Millionen von Geräten weltweit werden dann keine Sicherheitsupdates mehr erhalten und damit zum leichten Ziel für Cyberkriminelle. Unternehmen müssen jetzt handeln, um massive Sicherheitsrisiken zu vermeiden.
Unternehmen sollten sich schnellstmöglich nach Alternativen zu Windows 10 umsehen, bevor Datendiebe über ungepatchte Schwachstellen über sie herfallen.
(Bild: Sergey Nivens - stock.adobe.com)
Auf den ersten Blick mag der 14. Oktober 2025 noch wie ein entferntes Datum erscheinen. Doch in der Welt der Cybersicherheit ist das eine Deadline mit weitreichenden Folgen. Ab diesem Zeitpunkt wird Microsoft Windows 10 ausmustern und somit keine Sicherheitsupdates, Bugfixes oder technischen Support mehr für das Betriebssystem bereitstellen. Was bleibt, ist ein Betriebssystem, das zwar weiterhin funktioniert, aber keine Schutzmechanismen mehr gegen neu entdeckte Bedrohungen bietet.
Das bedeutet: Jede Sicherheitslücke, die nach dem Stichtag gefunden wird, bleibt offen und wird nicht wie sonst am Microsoft Patchday geschlossen. Hacker könnten diese Schwachstellen gezielt ausnutzen, um Systeme zu kompromittieren, Daten zu stehlen oder komplette Netzwerke lahmzulegen. Das Risiko wird mit der Zeit exponentiell steigen, da bekannte Sicherheitslücken in alten Betriebssystemen besonders lukrativ für Cyberkriminelle sind. Windows 10 wird zum digitalen Einfallstor – und das in einer Zeit, in der Angriffe auf IT-Systeme immer raffinierter werden.
Die größte Schwachstelle nach dem Support-Ende von Windows 10 ist das Fehlen von Sicherheitsupdates. Diese Updates sind das Rückgrat eines modernen Betriebssystems. Sie schließen Sicherheitslücken, die durch neue Bedrohungen entstehen, und sorgen dafür, dass Geräte gegen die neuesten Angriffsmethoden geschützt bleiben. Ohne Updates wird ein System zu einer Zeitkapsel – es bleibt auf dem technischen Stand des letzten Updates stehen, während Angreifer immer einen Schritt voraus sind. Geräte mit Windows10, die mit dem Internet verbunden sind, könnten anfällig für Angriffe wie Remote Code Execution oder Man-in-the-Middle-Angriffe werden. Cyberkriminelle könnten beispielsweise Schadcode aus der Ferne ausführen, der es ihnen ermöglicht, die Kontrolle über ein System zu übernehmen.
Veraltete Protokolle stellen ein weiteres Risiko dar. Viele ältere Betriebssysteme nutzen Standards, die heute als unsicher gelten und Unternehmen daran hindern, diese Protokolle und Mechanismen abzuschalten. Damit werden Geräte mit einem alten Betriebssystem zum Risiko für alle Geräte und Applikationen.
Ein weiteres Problem ist die Inkompatibilität mit moderner Sicherheitssoftware. Nach dem Support-Ende werden viele Antiviren- und Sicherheitsprogramme, aber auch Anwenderprogramme ihre Unterstützung für Windows 10 einstellen. Das macht die Systeme noch anfälliger, da sie weder durch das Betriebssystem noch durch externe Software geschützt sind. Sicherheitslücken in Anwender-Software sind schon so ein Problem, da diese oftmals nicht in ein Patch-Management eingebunden sind. Wenn diese Software gar nicht mehr aktualisiert wird, steigt das Risiko noch weiter.
Besonders Unternehmen, die unter DORA, KRITIS oder NIS2 fallen können es sich nicht erlauben, Betriebssysteme einzusetzen, für die es keine Security-Updates mehr gibt. Veraltete Betriebssysteme entsprechen weder dem geforderten Stand der Technik noch den geforderten Vorgaben an das Risikomanagement.
Doch das Ende von Windows 10 ist nicht das Ende der Welt – aber nur, wenn Sie jetzt die richtigen Schritte einleiten. Hier sind die wichtigsten Maßnahmen, um Ihre Systeme vor den drohenden Risiken zu schützen.
Übergang zu Windows 11 planen
Der beste Schutz gegen die Risiken eines veralteten Betriebssystems ist der Umstieg auf ein modernes. Windows 11 ist die natürliche Nachfolgeversion und bietet nicht nur regelmäßige Sicherheitsupdates, sondern auch modernste Sicherheitsfunktionen wie hardware-basierte Schutzmaßnahmen. Planen Sie den Übergang frühzeitig, um Engpässe bei der Umsetzung zu vermeiden. Wichtig ist, dass Sie prüfen, ob Ihre Geräte die Systemanforderungen von Windows 11 erfüllen. Falls nicht, könnte ein Hardware-Upgrade notwendig sein. Microsoft hat mit Windows 11 die Anforderungen an die Hardware erheblich erhöht und selbst Systeme, die heute gut unter Windows 10 arbeiten, sind gegebenenfalls nicht mehr mit Windows 11 nutzbar. Microsoft selbst geht davon aus, dass die Hersteller von Notebooks den kommenden Bedarf nicht decken können. Dies wird zu steigenden Preisen führen.
Bevor Sie eine Migration starten, sollten Sie genau wissen, welche Geräte in Ihrem Unternehmen noch auf Windows 10 laufen. Eine Bestandsaufnahme hilft, die Prioritäten zu setzen und die Umstellung effizient zu gestalten. Identifizieren Sie dabei auch ältere Anwendungen, die möglicherweise nicht mit Windows 11 kompatibel sind, und suchen Sie nach Alternativen. IT-Asset Management Tools oder Services helfen dabei.
Stand: 08.12.2025
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Übergangslösungen für alte Systeme
Nicht alle Geräte können sofort auf Windows 11 migriert werden. Für diese Übergangszeit sollten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Dazu gehören:
Die Einschränkung des Internetzugangs auf das Nötigste.
Die Nutzung moderner Firewalls, um den Zugriff auf kritische Systeme zu begrenzen.
Regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen, um ungewöhnliche Aktivitäten zu erkennen.
Netzwerk und Applikations-Segmentierung, um die Risikoexposition zu senken.
Daneben empfiehlt sich der Einsatz von spezialisierten Sicherheitslösungen. Viele Anbieter von Antivirus-Lösungen bieten langfristigen Schutz für ältere Betriebssysteme an. Solche Programme können weiterhin Schwachstellen absichern, erfordern jedoch regelmäßige Überprüfungen auf Kompatibilität und können neue Schwachstellen in Windows 10 nur bedingt sicher machen.
Diese Alternativen erfordern sorgfältige Planung, bieten jedoch eine wirksame Übergangslösung, bis eine vollständige Umstellung auf moderne Betriebssysteme wie Windows 11 möglich ist.
Sicherheitsupdates automatisieren
Während der Übergangszeit ist es wichtig, dass alle anderen Systeme in Ihrem Netzwerk auf dem neuesten Stand gehalten werden. Automatische Updates für Software, Firmware und Sicherheitsprogramme sollten aktiviert sein, um potenzielle Angriffsflächen zu minimieren.
Schulung der Mitarbeitenden
Viele Cyberangriffe beginnen mit menschlichen Fehlern, sei es das Öffnen von Phishing-Mails oder die Nutzung unsicherer Passwörter. Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeitenden für die Risiken eines veralteten Betriebssystems und schulen Sie sie im Umgang mit IT-Sicherheit. Ein informierter Mitarbeiter ist eine der besten Verteidigungslinien gegen Cyberangriffe.
Wenn Ihr Unternehmen über begrenzte IT-Ressourcen verfügt, kann es sinnvoll sein, externe Spezialisten einzubinden. IT-Dienstleister können nicht nur bei der Migration auf Windows 11 unterstützen, sondern auch individuelle Sicherheitslösungen entwickeln, die auf die Bedürfnisse Ihres Unternehmens zugeschnitten sind.
Die Rolle von Microsoft: Unterstützung und Verantwortung
Microsoft selbst empfiehlt den Umstieg auf Windows 11 als die beste Lösung. Doch die Verantwortung liegt letztlich bei den Nutzern. Unternehmen sollten sich nicht darauf verlassen, dass sich die Situation bis 2025 von allein löst. Stattdessen ist jetzt die Zeit, eine klare Strategie zu entwickeln und umzusetzen. Microsoft bietet Tools und Ressourcen, die den Umstieg erleichtern – von Kompatibilitätsprüfungen bis hin zu Migrationsanleitungen.
Fazit: Der richtige Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt
Das Support-Ende von Windows 10 ist ein Wendepunkt, der Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen betrifft. Die Risiken eines veralteten Betriebssystems sind real – von gezielten Cyberangriffen bis hin zu Compliance-Verstößen. Doch diese Herausforderungen können gemeistert werden, wenn Sie frühzeitig die richtigen Maßnahmen ergreifen. Der Umstieg auf ein modernes Betriebssystem wie Windows 11, kombiniert mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen und der Sensibilisierung der Mitarbeitenden, ist der Schlüssel zu einer zukunftssicheren IT-Landschaft. Die Zeit zu handeln ist jetzt – denn wer wartet, riskiert, zu spät zu kommen.
Über den Autor: Thomas Kress ist IT-Sicherheitsexperte und Inhaber der TKUC Group mit den Marken TKUC und TheUnified.