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eleven E-Mail Security Report: 97,5 Prozent aller E-Mails sind Spam Spam-Welle erreicht neue Rekord-Zahl, Trojaner dominieren Malware-Bereich

| Redakteur: Peter Schmitz

Mit einem Anteil von 97,5 Prozent am gesamten E-Mail-Aufkommen hat das weltweite Spam-Volumen im Dezember 2009 und Januar 2010 einen neuen Rekordwert erreicht. Das geht aus dem eleven E-Mail Security Report Februar 2010 hervor, den der deutsche E-Mail-Sicherheitsspezialist heute vorstellte. Als größter Spam-Versender löst die USA den bisherigen Spitzenreiter Brasilien ab.

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USA sind wieder der weltgrößte Spammer, meldet der eleven E-Mail Security Report. Inzwischen sind 97,5 Prozent aller E-Mails Spam.
USA sind wieder der weltgrößte Spammer, meldet der eleven E-Mail Security Report. Inzwischen sind 97,5 Prozent aller E-Mails Spam.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Spam-Anteil am gesamten E-Mail-Aufkommen lag im Dezember 2009 und Januar 2010 bei durchschnittlich 97,5 Prozent. Damit wurde ein neuer Rekordstand erreicht. „Saubere“ E-Mails machten lediglich 1,9 Prozent, erwünschte Massenmailings (Newsletter) 0,6 Prozent aus. E-Mails, die Malware transportieren, lagen bei etwa 0,1 Prozent.

Zum Jahresbeginn 2010 verschob sich der Schwerpunkt bei den Spam-Themen deutlich von Casino- zu Pharma-Kampagnen. Lag die Kampagne „Royal Euro Club Casino“ im Dezember 2009 noch mit einem Anteil von 6,6 Prozent aller Spam-E-Mails auf Platz 1, dominierten im Januar 2010 verschiedene Mailings zu „Pfizer“ und „Viagra“, die meist Rabatte von 80 Prozent in Aussicht stellten, mit einem Anteil von 17,4 Prozent. Im Vergleich zum Dezember hat sich der Anteil von Spam mit Pharma-Bezug verdoppelt.

Generell ist eine Abnahme der Lebensdauer der Spam-Kampagnen zu verzeichnen. So ist eine Welle oft nur kurze Zeit aktiv und wird dann durch eine neue Kampagne mit ähnlichem Thema ersetzt. Diese Entwicklung ist vor allem beim Pharma-Spam zu beobachten. Dabei reagieren die Spammer auf Anpassungen vieler Spam-Filter, die zu einer Verbesserung der Spam-Erkennung der jeweiligen Vorgänger-Kampagne führen. Darüber hinaus sind auch die verlinkten URLs nur noch sehr kurze Zeit aktiv, zum Teil weniger als eine Stunde.

Event-Spam ist voll im Trend

Der Trend, Spam und Malware mit Bezug zu aktuellen Ereignissen zu verbreiten, hält weiter an, obwohl der Anteil am gesamten Spam-Volumen nach wie vor gering ist (unter 10 Prozent), da Event-Spam meist nur in sehr kurzen Wellen auftritt. Im Dezember dominierten weihnachtsbezogene Kampagnen, wobei vor allem der Malware-Bereich betroffen war. Dabei waren vermeintliche E-Cards angehängt, hinter denen sich Trojaner verbargen. Im Januar 2010 gab es einige Kampagnen im Zusammenhang mit der Vorstellung des Apple iPad. Ende Januar traten die ersten Valentinstag-Wellen auf.

USA wieder Spitzenreiter beim Spam-Versand

Als größte Spam-Quelle löste im Januar die USA den bisherigen Spitzenreiter Brasilien ab. 9,4 Prozent aller Spam-E-Mails kamen von IP-Adressen in den USA, 9,0 Prozent aus Brasilien und 6,6 Prozent aus Deutschland, gefolgt von Indien, Vietnam und Rumänien. Im Dezember führte noch Brasilien mit 10,2 Prozent vor den USA (7,0 Prozent) und Indien (5,8 Prozent). Im November 2009 lag Brasilien mit über 16 Prozent noch deutlich an der Spitze.

Phishing und Malware werden immer professioneller

Phisher hatten es im Dezember und Januar vor allem auf Kreditkartendaten und Kosten für online-Bezahlsysteme abgesehen. Die größten Kampagnen betrafen dabei PayPal-Accounts und Kreditkartenkonten von VISA. Der Trend zur Professionalisierung setzte sich dabei fort: So waren die Phishing-E-Mails in Layout und Inhalt kaum von echten Nachrichten zu unterscheiden. Weiterhin verzeichneten die eleven Experten erneut mehrere Mailings mit dem Ziel, an Zugangsdaten für soziale Netzwerke, vor allem Facebook, zu kommen.

Im Bereich der Malware-E-Mails hielt der Trend zu sehr kurzen, aber äußerst heftigen Wellen an. Dominierend waren erneut Trojanische Pferde mit einem Anteil von über 75 Prozent. Trojaner richten selbst keinen Schaden auf dem infizierten Rechner an, sondern dienen als Einfallstor für Viren und Würmer sowie für Bots, die gekaperte Rechner einem meist zum Spam-Versand genutzten Botnet hinzufügen. Den Spitzenplatz belegte dabei der Dropper DR/Delphi.Gen mit 41,9 Prozent vor TR/Dropper.Gen (23,5 Prozent), ebenfalls ein Dropper, und dem Backdoor-Trojaner TR/Crypt.XPACK.Gen (9,6 Prozent) aus der Bredolab-Familie. Getarnt wurden die Malware-Mailings meist als wichtige Nachrichten, wobei vor allem Paketdienste (UPS, DHL) und Geldtransfer-Services (Western Union) betroffen waren.

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