SASE hat VPNs als bevorzugte Konnektivität abgelöst Studie: Viele Unternehmen setzen künftig auf SASE

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Versa Networks hat den Einsatz von Secure Access Service Edge (SASE) in Unternehmen während des Lockdowns untersuchen lassen. Das Ergebnis: SASE habe VPNs als bevorzugte Konnektivität überholt, werde aber von vielen IT- und Sicherheitsexperten nach wie vor nicht richtig verstanden.

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SASE habe den Unternehmen im Lockdown gute Dienste geleistet und werde sich auch nach der Pandemie als großer Vorteil erweisen.
SASE habe den Unternehmen im Lockdown gute Dienste geleistet und werde sich auch nach der Pandemie als großer Vorteil erweisen.
(Bild: © – SkyLine – stock.adobe.com)

Die von Versa Networks in Auftrag gegebene weltweite Studie „Experiences and Attitudes Towards a Post-COVID Workforce“ habe ergeben, dass der Einsatz von SASE während der Pandemie sprunghaft angestiegen sei. 34 Prozent der Unternehmen hätten angegeben, SASE bereits im vergangenen Jahr eingeführt zu haben, weitere 30 Prozent planten, dies in den nächsten sechs bis zwölf Monaten zu tun. Trotz dieser schnellen Verbreitung von SASE sei die Mehrheit (69 %) der befragten IT- und Sicherheitsexperten über die wahre Bedeutung von SASE im Unklaren.

Laut der von Sapio Research durchgeführten Umfrage unter 500 Sicherheits- und IT-Entscheidern in mittleren und großen Unternehmen in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben 84 Prozent der Unternehmen ihre digitale Transformation beschleunigt und während der Pandemie in die Cloud gewechselt. Fast die Hälfte (44 %) der Unternehmen gehe davon aus, dass ihre Mitarbeiter auch nach Aufhebung der Pandemiebeschränkungen ganz oder teilweise remote arbeiten werden.

Die Ergebnisse der Umfrage würden zeigen, dass IT- und Sicherheitsteams mit zahlreichen Beschwerden von Mitarbeitern zu kämpfen hatten. Mehr als ein Drittel (36 %) der befragten Endanwender habe sich sich über Verbindungsabbrüche bei der Nutzung von bandbreitenintensiven Anwendungen wie Videokonferenzen beklagt. Andere hätten unter dem Mangel an technischem Support in Echtzeit (31 %) gelitten. Auch zahlreiche Sicherheitsprobleme seien aufgetreten, darunter die Unfähigkeit, Sicherheitsrichtlinien in der gesamten Remote-Belegschaft durchzusetzen (37 %) oder neue Bedrohungen für die Benutzer zu erkennen (34 %), so die Befragten.

Angesichts dieses Bildes von lückenhaften Sicherheitsrichtlinien und unzureichender Konnektivität würden sich die Unternehmen in Richtung SASE bewegen, um die Probleme zu beheben. Fast neun von zehn Unternehmen (87 %) hätten im vergangenen Jahr ihre Richtlinien für Remote-Konnektivität neu bewertet. SASE habe mit einem Anteil von 34 Prozent VPNs (23 %) als bevorzugte Konnektivität überholt.

Doch trotz seiner Beliebtheit werde SASE von der Mehrheit der IT- und Sicherheitsexperten nach wie vor nicht richtig verstanden. Nur 31 Prozent der Befragten hätten die Definition von SASE als „die Konvergenz von Netzwerk- und Sicherheitsdiensten wie CASB, FWaaS und Zero Trust in einem einzigen cloudnativen Servicemodell“ korrekt identifizieren können. Trotz dieser Verwirrung sei der Hauptgrund für die Einführung von SASE eindeutig: die Verbesserung der Sicherheit von Geräten und Anwendungen, die von Remote-Benutzern verwendet werden, so 43 Prozent der Umfrageteilnehmer. Für jeweils 31 Prozent der Befragten seien Hauptgründe für die Einführung von SASE, die Leistung und Bereitstellung geschäftskritischer Anwendungen in der Cloud zu priorisieren sowie die Notwendigkeit, mehr Remote-Mitarbeiter zu unterstützen.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Neun von zehn Unternehmen geben bei der Einführung von SASE der Sicherheit den Vorrang vor Transparenz und Kontrolle, Bandbreite und Konnektivität oder Benutzerfreundlichkeit.
  • Obwohl Sicherheit der wichtigste Grund für die Einführung von SASE ist, liegt bei drei von fünf Unternehmen die Verantwortung für die Entscheidung zur Implementierung von SASE beim IT-Team und nicht bei der Geschäftsleitung.
  • Das IT-Team liegt mit 49 Prozent weit vor allen anderen Abteilungen, die sich am häufigsten über unzuverlässige Konnektivität beschweren.
  • Videokonferenz- und Collaboration-Apps stellen laut 36 Prozent der Befragten die größten Herausforderungen in Bezug auf konsistente Leistung und Zuverlässigkeit dar.

Michael Wood, CMO von Versa Networks, kommentiert: „Die Umfrage zeichnet ein klares Bild von den Belastungen und Herausforderungen, mit denen IT- und Sicherheitsteams während der Pandemie zu kämpfen haben. Sie zeigt aber auch, dass noch einiges an Aufklärungsarbeit bei IT- und Sicherheitsexperten über die wahre Bedeutung von SASE zu leisten ist. Allerdings hat die Notwendigkeit, sowohl Remote-Sicherheits- als auch Konnektivitätsprobleme anzugehen, die Unternehmen weg von den alten, potenziell unsicheren VPN-Technologien, die mit Sicherheitslücken gespickt waren, hin zu SASE geführt. Das Model hat ihnen während des Lockdowns gute Dienste geleistet und wird sich auch als großer Vorteil erweisen, wenn die Mitarbeiter ins Büro zurückkehren oder hybrides Arbeiten bevorzugen.“

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