Trotz steigender Investitionen Unternehmen sind mit der SOC-Leistung unzufrieden

Autor: Melanie Staudacher

Obwohl ein SOC das Sicherheitslevel erhöht, lässt die Zufriedenheit der Unternehmen mit der Effizienz zu wünschen übrig. Das liegt zum einen an fehlenden Fachkräften, aber auch an hohen Kosten. Dennoch werden die Investitionen weiter steigen.

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Viele Unternehmen sind mit dem Return on Investment ihres SOC unzufrieden.
Viele Unternehmen sind mit dem Return on Investment ihres SOC unzufrieden.
(Bild: © deagreez - stock.adobe.com)

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und um die Kontrolle über die Daten zu haben, benötigen Unternehmen FireEye zufolge eine Kombination aus den richtigen Tools und kompetentem Personal. Beides setzen Unternehmen in Security Operations Centern (SOC) ein. Und diese sind für die Sicherheitslage mittlerweile von entscheidender Bedeutung. Der Security-Hersteller FireEye hat 2020 gemeinsam mit dem Ponemon Institut 682 SOC-Manager, Sicherheitsanalysten, allgemeine Sicherheitsexperten, IT-Manager und -Direktoren zu ihren SOC-Erfahrungen und -Investitionen befragt. Die vollständige „Zweite jährliche Studie zur Wirtschaftlichkeit von Security Operations Centern: Was sind die wahren Kosten für Effektivität?“ finden Sie hier.

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Hohe Nachfrage, hohe Gehälter

Laut der Studie sind die wichtigsten Aktivitäten im SOC die Minimierung von Fehlalarmen, ein agileres DevOps-Programm und die Meldung von Bedrohungsinformationen. Doch viele SOC-Mitarbeiter fühlen sich diesen Aufgaben nicht mehr gewachsen. 85 Prozent der Befragten gaben an, dass die Arbeit im SOC anstrengend oder sehr anstrengend ist, im Jahr 2019 waren es 72 Prozent. Die zunehmende Arbeitsbelastung und Rufbereitschaft belasten die Sicherheitsanalysten, wie 75 Prozent angeben. 2019 empfanden nur 70 Prozent so. Diese Faktoren können auch zu Burnout führen.

Zwar rechnen die befragten Unternehmen damit, im Jahr 2021 durchschnittlich fünf Analysten einzustellen. Im Jahr 2019 wurden jedoch durchschnittlich 3 Analysten entlassen oder haben ihren Job von selbst aufgegeben. 2020 waren es schon 3,2. Im Jahr 2019 hatten SOC-Analysten ihre Position im Schnitt 27,2 Monate inne. 2020 waren es nur noch 26,1 Monate. Dementsprechend werden Fachkräfte händeringend gesucht. Während das durchschnittliche Gehalt 2019 bei 102.000 Dollar pro Jahr lag, lag es 2020 bei 111.000 Dollar pro Jahr. Künftig werden die Gehälter noch weiter steigen, wie fast die Hälfte der Befragten (46 %) angab.

Allerdings glauben nur 38 Prozent, dass sie die richtigen Talente einstellen können. Denn wie sich aus den Ergebnissen schließen lässt, gehört mehr als nur technische Expertise dazu, um ein SOC mit maximaler Effizienz am Laufen zu halten. Häufig genanntes Problem ist es, dass die Chief Information Security Officer (CISO) und IT-Leiter nicht in der Lage sind, Ideen, Erkenntnisse und Probleme so mitzuteilen, dass auch das Nicht-IT-Management sie verstehen können. Dadurch können die SOC-Mitarbeiter die Unterstützung von Verwaltungsräten und Führungskräften verlieren.

Investitionen steigen

Das mag einer der Gründe sein, warum der wahrgenommene Return on Investment (ROI) des SOC sinkt. Die Hälfte der Befragten (51 %) gaben an, dass der ROI ihres SOC nicht besser, sondern schlechter wird. Eine gute Führung, die nicht nur über Soft Skills verfügt, um die Kommunikation zu verbessern und Probleme wie Burnout und eine hohe Fluktuation zu vermeiden, kommt dem ROI des SOC zugute. Doch auch die technischen Mittel müssen verbessert werden. Mehr als 80 Prozent bewerten die Komplexität ihre SOC als sehr hoch.

„Extended Detection and Response (XDR) ist eine aufstrebende Technologie, in die Unternehmen investieren, um die Leistung ihres SOC zu verbessern“, heißt es in der Studie. Im Jahr 2020 beabsichtigten die befragten Unternehmen im Schnitt 183.150 Dollar für SIEM-Systeme (Security Information and Event Management) auszugeben. Für SOAR (Security Orchestration, Automation and Response) wurden durchschnittlich 285.150 Dollar, für MDR (Managed Detection and Response) 333.150 Dollar und für XDR 333.150 Dollar ausgegeben. Pro Jahr belaufen sich die Budgets für Sicherheitstechnologien auf durchschnittlich 2.716.514 Dollar pro Jahr. Die Unternehmen setzen die Lösungen ein, um Sicherheitsdaten zu integrieren, Richtlinien zu erstellen und Prozesse zu automatisieren. Dennoch bewerten nur 23 Prozent der Befragten die Sicherheitsmaßnahmen als sehr effektiv.

Positive Aussichten

Auch die jährlichen Kosten für die Auslagerung der Überwachung von Sicherheitsvorgängen an Managed Security Service Provider (MSSP) steigen. Die in der Studie vertretenen Unternehmen lagern durchschnittlich 34 Prozent ihrer Aufgaben an MSSP aus. Dabei betrugen im Jahr 2019 die jährlichen Kosten für das Outsourcing im Schnitt 4,4 Millionen Dollar, im Jahr 2020 im Schnitt 5,3 Millionen Dollar pro Jahr. 52 Prozent der Befragten bewerteten die Effektivität der MSSP als hoch oder sehr hoch. Im Jahr 2019 waren es mit 42 Prozent 10 Prozent weniger.

„Die Ergebnisse der Ponemon Economics des SOC-Berichts zeigen, dass Unternehmen einem Ansturm steigender Kosten für Sicherheitsoperationen ausgesetzt sind, aber trotz dieser gestiegenen Investitionen immer noch unzufrieden mit ihrer Fähigkeit sind, wachsende Cyberthreats zu bekämpfen“, sagt Chris Triolo, Vice President of Customer Success bei FireEye. Dennoch stellten die Befragten fest, dass ein SOC für ein hohes Sicherheitslevel wichtiger ist denn je. 80 Prozent sagten bei der Befragung im Jahr 2020, dass ihr SOC wichtig (34 %) oder sehr wichtig (46 %) im Unternehmen ist. Im Jahr 2019 waren es insgesamt sieben Prozent weniger (31 % wichtig, 42 % sehr wichtig).

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH