Kostenlose Virenscanner – Nutzen und Gefahren

Wie schlechte Antivirus-Freeware zum Business-kritischen Faktor wird

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Anspruch und Wirklichkeit

Unangenehme Erfahrungen führen unter Umständen dazu, dass sich die Meinung über Security-Produkte ins Negative wechselt. Denn man schert einfach alle Produkte über einen Kamm und sieht nicht die individuellen Unterschiede und Schutz-Ausrichtungen. Diese Meinung wird dann auch im Freundeskreis oder im Arbeitsumfeld vertreten.

Gerade letztes ist unerfreulich, da eine solche Einstellung die Akzeptanz für betriebliche Security-Maßnahmen mitunter negativ beeinflussen kann. Dass sich Gratis-, Privat- und Enterprise-Versionen voneinander unterscheiden, findet aber keine Beachtung. Privatanwender, die ggf. nun auf eine Kauf-Version wechseln werden aber unter Umständen auch von dem neuen „Anti-Viren-Kram“ enttäuscht sein.

Eine professionelle Version hat in der Regel einen größeren Schutzumfang, der aber auch andere Anforderungen an die System- Performance stellt. War bisher der eigene PC schnell genug, ist er nun, nach Installation der professionellen Software, auf einmal langsam und „nicht mehr zu gebrauchen“.

Meistens liegt der Performance-Mehrbedarf durchaus im akzeptablen Rahmen – aber wenn es um Geschwindigkeit geht, werden Abstriche selten akzeptiert. In diesem Moment zählt nicht, dass die Performance nicht verschwendet wird, sondern einen erweiterten Schutz bietet. Der PC ist einfach nur noch langsam. Eventuell kommt auch noch dazu, das nun andere Programme nicht mehr funktionieren, weil sich das Schutzsystem erst in einer Lernphase befindet oder die Konfiguration der Internet-Aktivitäten noch nicht komplett abgeschlossen ist.

Wer sucht wird Punkte finden, die man dem Schutzsystem ankreiden kann. Angefangen bei einer Vielzahl von zusätzlichen Prozessen über Performance-Einbuße und unverständliche Meldungen bis hin zu Wartezeiten aufgrund von Signatur-Updates.

Der betriebliche Security-Admin

Erfahrungen, die der PC-Anwender im heimischen Umfeld macht, wird er auch im Beruf einsetzen bzw. kommentieren. Dies betritt die Empfehlung an den Kollegen, der einen leistungsstarken und preiswerten Virenscanner sucht, aber auch die betriebliche Security-Konfiguration. Die Empfehlung, doch auch das Gratis-Produkt XYZ einzusetzen kann man als Security-Admin dabei noch leicht mit dem Hinweis auf die AGBs entkräften, die oft den Einsatz des Gratis-Scanners auf den nicht-kommerziellen Bereich einschränken.

Weshalb nun aber der Arbeitgeber Produkt A einsetzt, während Produkt B doch wesentlich besser ist, wie auch der Anwender aus eigener Erfahrung bestätigen kann, erfordert schon mehr Kommunikation. Denn eine Diskussion beschränkt sich dabei meistens auf offensichtliche Merkmale wie Performance, Preis oder einen aktuellen Scanner-Produkttest. Die ebenso entscheidenden Faktoren, wie Integration im Security-Gesamtkonzept, Servicequalität des Herstellers oder einfach die unternehmensweite Managementfähigkeit werden nicht berücksichtigt. Vor allem die klassischen Killer-Argumente sorgen oft für Unstimmigkeiten:

  • Produkt A ist billiger als Produkt B
  • Produkt A arbeitet viel schneller
  • Produkt A macht daheim keine Probleme und hier im Betrieb macht B nur Ärger
  • Produkt A ist sicherlich für alle auftretenden Software-Probleme/Fehler verantwortlich
  • Produkt A hat eine bessere GUI und ist leichter zu bedienen

Inhalt

  • Seite 1: Antivirus beim Endanwender
  • Seite 2: Anspruch und Wirklichkeit
  • Seite 3: Gefährliche Erfahrungswerte
  • Seite 4: Der AV-Hersteller

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