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Der AV-Hersteller
Der Antivirus-Hersteller, der sich dafür entscheidet, ein Gratis-Produkt anzubieten, kann gewinnen, aber auch verlieren. Abhängig ist dies u.a. von der Qualität des Gratis-Produktes. Im Idealfall funktioniert das Gratis-Produkt zuverlässig und schützt den Anwender, bietet aber in der Kauf-Version mehr Funktionalität, die den Anwender anspricht und zum Wechsel auf die Vollversion motiviert. Der AV-Hersteller bekommt so ggf. einen neuen Kunden oder zumindest einen Fürsprecher, der das Gratis-Produkt weiterempfiehlt.
Ist der Gratis-Virenscanner bzgl. der Detektionsqualität dagegen zu minimalistisch ausgestattet oder leidet die Erkennungsqualität unter seltenen Signatur-Updates, so steigt die Gefahr, einen Virus nicht zu erkennen. Eine nicht erkannte Malware ist aber oft das KO-Kriterium für einen Hersteller. Denn der User der Gratis-Version wird dann vermutlich lieber Kunde bei einem anderen Anbieter, der mehr Sicherheit verspricht.
Der AV-Hersteller, der ein Gratis-Produkt veröffentlicht, hat die Chance auf gute Werbung und einen gesteigerten Bekanntheitsgrad. Auch die Möglichkeit, neue Technologie zu testen oder Web-Adressen für den eigenen Web-Reputationsservice zu sammeln ist gegeben. Aber das Risiko, einen potentiellen Kunden zu verprellen und ihn den Mitbewerbern in die Arme zu treiben ist allgegenwärtig.
Zusammenfassung
Ein Gratis-Virenscanner bietet einen soliden Grundschutz gegen zahlreiche Malware-Bedrohungen. Man darf aber nicht die gleiche Funktionalität und das gleiche Schutzlevel erwarten, welches die Scanner-Kaufversion eines Herstellers bietet.
Risiken die sich durch den Einsatz eines Gratis-Virenscanners ergeben, werden oft durch die „Blauäugigkeit“ des Anwenders verursacht.
- Zu hohe Erwartung an den Leistungsumfang des Gratis-Virenscanners
- Risiko, (noch) nicht erkannter Infektionen beim Bearbeiten betrieblicher Dokumente
- Vertreten einer Security-Meinung, die betriebliche Security-Maßnahmen torpediert
- Fehlen von Backup-Maßnahmen, da man ja einen Virenscanner installiert hat
Ob ein AV-Hersteller ein Gratis-Produkt veröffentlicht oder nicht, ist ebenso wie die Entscheidung des Anwenders, ein solches zu verwenden, eine Fremdentscheidung. Es kann aber durchaus von Vorteil sein, wenn der betriebliche Security-Administrator bzw. die Security-Organisation in einer Firma die Mitarbeiter darüber informiert, welches Sicherheits-Level ein Gratis-Virenscanner offeriert. Dies ist vor allem heute, da sich betriebliche und private IT-Aktivitäten immer mehr vermischen durchaus sinnvoll, da es dem mittelfristig auch dem Schutz des Unternehmens dient.
TIPP: Gelegentlich werden auch Virenscanner-Vollversionen über Zeitschriften zu sehr günstigen Konditionen angeboten. Hier ergibt sich eine preiswerte Alternative zum Gratis-Virenscanner, die mehr Funktionalität bietet.
Inhalt
- Seite 1: Antivirus beim Endanwender
- Seite 2: Anspruch und Wirklichkeit
- Seite 3: Gefährliche Erfahrungswerte
- Seite 4: Der AV-Hersteller
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