Kostenlose Virenscanner – Nutzen und Gefahren

Wie schlechte Antivirus-Freeware zum Business-kritischen Faktor wird

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Gefährliche Erfahrungswerte

Erfahrung, ob positiver Natur (Schadsoftware blockiert) oder negativer (PC musste neu aufgesetzt werden) werden immer auch gerne auf die betriebliche Umgebung übertragen – vor allem dann, wenn der genutzte Hersteller identisch ist. Vor allem Gratis-Virenscanner, die eine andere Zielgruppe bedienen und auch auf einem andern Level angesiedelt sind, können hier für „Unruhe“ sorgen. Wobei die Komplexität der Diskussion dabei beliebig zunehmen kann und von vielen Faktoren beeinflusst wird.

Hinterfragt man die Diskussion, entdeckt man meistens eine wohlwollende Absicht. Anwender, die von einem Produkt überzeugt sind, möchten die Nutzung auch Ihrem Arbeitgeber empfehlen respektive, den Arbeitgeber vor den gleichen „unerfreulichen“ Erfahrungen bewahren.

In der oft emotional geführten Diskussion findet aber auch keine Berücksichtigung Dass hier mitunter Äpfel und Birnen verglichen werden. Denn Security-Produkte, wie Antiviren-Tools lassen sich funktionell nur eingeschränkt vergleichen.

Wer hier eine fundierte Aussage treffen will, muss neben dem individuellen Einschätzungen (Bedienung der GUI, optische Darstellung wie Farbe, Sprache und Kommunikationsverhalten des Tools) vor allem die technischen Aspekte berücksichtigen.

Dazu zählen z.B.:

  • Erkennungsqualität
  • Update-Zyklus
  • Globales Management
  • Qualität und Vielfalt von Reports
  • Anzahl und Qualität der eingesetzten Detektionsverfahren
  • Mögliche Servicelevel des Herstellers
  • Zugriff auf zusätzliche Komponenten oder Tools

Das hier ein entsprechendes Fachwissen erforderlich ist, welches i.d.R. beim Heim-Anwender nicht vorhanden ist, erschwert oft die Diskussion bzw. das Verständnis durchaus. Eines der gravierendsten Risiken entsteht aber, wenn Mitarbeiter betriebliche Daten auf dem heimischen PC bearbeiten. Meistens ist dies zwar durch das Security-Regelwerk untersagt, aber Not kennt bekanntlich kein Gebot.

Ein Termin, der einzuhalten ist, oder eine aktuelle Information, die noch berücksichtigt werden soll, dient als „Legitimation“ des Vorhabens und führt dazu, dass man die Tabelle oder das Dokument eben noch am Feierabend oder am Wochenende bearbeitet. Es kann ja auch nichts passieren, denn man hat ja auch am heimischen PC entsprechende (Gratis-) Sicherheitstools installiert. Dass aber auf dem heimischen PC bereits eine Schadsoftware aktiv ist, die der Virenscanner (noch) nicht identifizieren konnte ahnt man nicht.

Das beim Rücktransport des Dokumentes ggf. die Datei selbst oder der USB-Stick der für den Transport genutzt wird von der unentdeckten Malware infiziert wurde, bleibt unerkannt. Wird der USB-Stick dann auch noch an den zentralen Security-Gateways im Unternehmen vorbeigeschleust kann dies ggf. dazu führen, das sich die Schadsoftware im Unternehmen ausbreitete, wenn nicht die letzte Instanz, der lokale Virenscanner dies verhindert.

Inhalt

  • Seite 1: Antivirus beim Endanwender
  • Seite 2: Anspruch und Wirklichkeit
  • Seite 3: Gefährliche Erfahrungswerte
  • Seite 4: Der AV-Hersteller

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