World Backup Day am 31. März 2021 Worauf Unternehmen bei der Datensicherung achten müssen

Redakteur: Dr. Jürgen Ehneß

„Ich schwöre feierlich, am 31. März ein Backup meiner wichtigen Dokumente und wertvollen Erinnerungen zu machen“ – so lautet der „World Backup Day“-Eid. Doch mit einem Versprechen allein ist es nicht getan. Im Interview verrät Christian Kubik von Commvault, worauf es bei der Datensicherung ankommt.

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Angesichts der Gefahren, denen Daten ständig ausgesetzt sind, muss das Backup zu 100 Prozent funktionieren.
Angesichts der Gefahren, denen Daten ständig ausgesetzt sind, muss das Backup zu 100 Prozent funktionieren.
(Bild: ©Siarhei - stock.adobe.com)

Wie bereits in den Jahren zuvor ist am 31. März der „World Backup Day“, der uns an die dringende Notwendigkeit der Datensicherung erinnern soll. Noch immer gehen zahlreiche Unternehmen fahrlässig mit dem Thema Backup um, und das, obwohl die Gefahren für Daten gerade in den vergangenen Monaten und Jahren enorm gestiegen sind. Christian Kubik, Product Specialist EMEA bei Commvault, erläutert im Interview, wie ein zeitgemäßes Backup beschaffen sein muss.

Herr Kubik, hat COVID-19 die Art und Weise verändert, wie Unternehmen Backups angehen sollten? Und wenn ja, warum?

Christian Kubik, Commvault: Die Corona-Krise hat Unternehmen gezeigt, wie wichtig es ist, dass ihre Mitarbeiter flexibel, sicher und zuverlässig auf Daten zugreifen können. Als Folge davon haben sich sehr viele Organisationen im Zuge der Pandemie den Cloud-Diensten zugewandt. Doch auch die Cloud muss gesichert werden, wie jüngste Beispiele zeigen – denn auch dort kann es zu erheblichen Ausfällen kommen. Hinzu kommen immer häufigere und intelligente Cyberangriffe auf Unternehmen, die ohne die passende Lösung zu großen Datenverlusten führen können. All dies macht eine moderne, intelligente und umfassende Datenstrategie noch wichtiger, als sie dies schon vor der Pandemie war.

Dieses Jahr findet der World Data Backup Day schon zum 20. Mal statt. Was sind die größten Veränderungen der vergangenen 20 Jahre im Bereich Datensicherung? Was hat sich bei Unternehmen und auch im Consumer-Bereich verändert?

Kubik: In den letzten 20 Jahren sind die Datenmengen, mit denen Unternehmen umgehen müssen, immens gestiegen. Man muss Daten sammeln, analysieren und nach bestimmten Kriterien entscheiden, wie man mit ihnen verfahren will. Beim modernen Data Management ist entscheidend, nicht mit zu vielen unterschiedlichen Tools zu arbeiten. Sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen profitieren von einer genauen Analyse der Ist-Situation, um zu sehen, wo ihre Datensicherung noch Verbesserungsbedarf hat.

Backup-as-a- Service-Lösungen (BaaS) sind auf dem Vormarsch. Warum verstärken Unternehmen und Privatpersonen nun den Einsatz von BaaS-Lösungen?

Kubik: Backup ist trotz seiner enormen Wichtigkeit ein Prozess, der nicht zur Wertschöpfung des Unternehmens beiträgt. Daher wird es von Unternehmen oft als notwendiges Übel betrachtet, und man möchte interne Ressourcen nur so viel wie nötig mit dieser Aufgabe binden. Backup-as-a-Service-Lösungen verlagern diesen Aufwand in externe Hände – einfach zu konsumieren und als einfache OPEX-Kosten ohne eigene Infrastrukturanforderungen, können sie leicht und schnell implementiert werden.

Christian Kubik, Product Specialist EMEA, Commvault.
Christian Kubik, Product Specialist EMEA, Commvault.
(Bild: Commvault)

Was ist der häufigste Fehler von Unternehmen beim Backup von Daten?

Kubik: Sich nur auf das Backup der Daten zu fokussieren, lässt einen extrem wichtigen Aspekt außer Acht – nämlich das Recovery! Auch wenn einige Unternehmen immer noch glauben, dass ein echtes „Disaster“ sowieso nie eintreten wird, so zeigt die Historie, dass dies halt eben nicht wahr ist. Ohne eine gut ausgearbeitete und auch getestete Disaster-Recovery-Strategie kann es passieren, dass man falsch oder zu langsam reagiert oder Fehler im Backup-Design erkennt, für die es zu spät ist, sie noch zu beheben.

Was sind die drei wichtigsten Dinge, auf die Unternehmen bei einer Backup-Lösung achten sollten?

Kubik: Erstens: die passenden SLAs für die passenden Daten – nicht alles im Unternehmen hat dieselbe Wichtigkeit und dieselben Wiederherstellungsanforderungen. Die Backup-Lösung sollte für alle diese Anforderungen – vom klassischen Backup über Snapshots bis hin zur Replikation – geeignet sein, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten

Zweitens: Testen Sie die Wiederherstellung! Wie oft ist es schon passiert, dass ein Server ausfällt, und erst in diesem Moment wird festgestellt, dass das Backup für diesen Server schon seit Tagen nicht mehr richtig funktioniert? Moderne Backup-Lösungen bieten hier oft schon automatische Möglichkeiten zur Überprüfung der Sicherungen an.

Drittens: Hacker greifen auch das Backup an! Sind Ihre Daten sicher abgelegt? Intelligente Angriffe finden heutzutage oft über Monate hinweg statt; das Unternehmen wird genau analysiert, um empfindlichen Schaden zufügen und Lösegeld erpressen zu können. Sind Backup-Daten schlecht geschützt, können diese von Angreifern zerstört werden, um die Wiederherstellung für das Unternehmen zu erschweren oder zu verhindern. Stellen Sie sicher, dass dies nicht geschieht, durch Lösungen wie WORM oder Air-Gaps.

Welche Backup-Möglichkeiten sind besser als andere und wieso? Wie würden Sie Unternehmen empfehlen, ihre Daten abzusichern?

Kubik: Auch wenn die Pandemie abklingt, werden viele Arbeitnehmer weiterhin aus dem Home-Office arbeiten müssen oder wollen. Daten sind hierdurch oft viel stärker verteilt – in der Cloud und auf den PCs zu Hause. BaaS kann hier ein einfacher Weg sein, dieser Daten Herr zu werden und sie einfach und schnell unter Kontrolle zu bringen. Wir empfehlen unbedingt eine langfristig gedachte Cloud-Strategie, damit Flexibilität, Skalierbarkeit und Transparenz der Cloud auch wirklich voll ausgeschöpft werden können.

Was ist heutzutage die größte Bedrohung für die Daten eines Unternehmens, die durch Backup behoben werden kann?

Kubik: Ein großes Thema in Sachen Cybersecurity sind aktuell Ransomware-Attacken: Analysen von Cybersecurity-Ventures sagen voraus, dass die durch Ransomware geforderten Lösegeldzahlungen jährlich sechs Milliarden Dollar kosten werden. Besonders in den vergangenen Monaten kam es wieder vermehrt zu dieser Art von Angriffen, und es ist wohl auch eine Entwicklung, die noch weiter anhalten wird. Nur mit einer durchdachten und sicheren Backup-Lösung kann man sich den Forderungen entziehen und die Daten zuverlässig wiederherstellen.

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