Virtueller Raum – realer Schaden

Absicherung gegen Cyberkriminelle

| Autor / Redakteur: Michael Schillinger / Peter Schmitz

Wir versichern uns gegen nahezu alles, vom Sturm- bis zum Blechschaden, aber nicht gegen den Angriff eines Hackers.
Wir versichern uns gegen nahezu alles, vom Sturm- bis zum Blechschaden, aber nicht gegen den Angriff eines Hackers. (Bild: Pixabay / CC0)

Cyberkriminalität nimmt weiter zu, die Methoden werden raffinierter und die technische Entwick­lung bietet Ansatzpunkte für immer neue, kreativ-kriminelle Initiativen. Unternehmen und Privatpersonen sehen sich zunehmend größeren finanziellen Risiken gegenüber. Es steht durchaus zu erwarten, dass eine Cyber-Versicherung schon bald so normal ist wie heute eine Privathaftpflicht.

Laut einer Studie des BITKOM ist 2017 jeder zweite Deutsche ein Opfer von Cybercrime geworden – und in jedem zweiten Fall sind finanzielle Schäden entstanden. Eine andere Studie eines Spezialisten für Sicherheitssoftware schlägt ähnliche Töne an: Demnach waren 2017 rund 23 Millionen Deutsche Opfer von Cybercrime – alles in allem soll ein Schaden von 2,2 Milliarden Euro entstanden sein.

Auch biometrische Daten nicht mehr sicher

Die Schwerpunkte lagen – und liegen – einmal mehr beim Identitätsklau, dem Einsatz von Schadsoftware, dem Datendiebstahl durch Social Engineering, ferner bei Ransomware, die jüngst einen regelrechten Boom erlebte, sowie dem „Kidnapping“ von Rechnern für Botnetze. Zudem entwickelt sich gerade ein lukrativer Markt für gestohlene biometrische Daten. Fingerabdruck und Iris sind damit künftig keine sicheren Identifikationsmerkmale mehr.

Ebenfalls wenig geeignet, das Verbrauchervertrauen zu stärken, sind Sicherheitslücken bei WLAN-Verbindungen wie etwa „KRACK“, das im vergangenen Jahr Millionen Geräte betraf. Ein weiteres Lowlight: Clevere Phisher gaben sich 2017 erfolgreich als BSI aus, um an Nutzerdaten zu gelangen.

Cyber Versicherungen als Ergänzung der IT-Sicherheit

Versicherungen gegen IT-Risiken

Cyber Versicherungen als Ergänzung der IT-Sicherheit

04.08.17 - Der Markt für Cyber Insurances, also Versicherungen gegen Cyber-Risiken, blüht. Kein Wunder, denn das Risiko Opfer eines Hackerangriffs, einer Ransomware-Attacke oder einer DDoS-Erpressung zu werden, steigt kontinuierlich und IT-Sicherheitsvorfälle sind kostspielig. Wir zeigen, warum Cyber-Versicherungen oder IT-Versicherungen ein möglicher Baustein eines Cyber-Security-Konzeptes sein sollten. lesen

Versicherung für viele noch Neuland

Soweit die Katastrophenmeldungen. Nun zu den Aussichten. Und die sind durchwachsen – mit einem Silberstreif am Horizont. Wer die Gefahr kennt, versucht in der Regel, sich zu schützen. Die Universalwaffe gegen die Risiken des 20. und 21. Jahrhunderts in bürgerlichen Gesellschaften heißt „Versicherung“; etwas, mit dem wir Deutschen uns bestens auskennen. Wir versichern uns gegen nahezu alles, vom Sturm- bis zum Blechschaden, von der Berufsunfähigkeit bis zur entgangenen Urlaubsfreude. Gerade im Bereich der Kriminalität sind Versicherungen besonders geschätzt, etwa bei Einbruch oder Diebstahl. Merkwürdig nur: In punkto virtueller Raum scheinen die meisten der Entwicklung hinterherzulaufen. Gegen die Attacke eines Hundes sind wir versichert, gegen den Angriff eines Hackers aber nicht. Klaut uns einer das Auto, ziehen wir souverän die entsprechende Police aus dem Ärmel. Entwendet aber ein Cybergangster unsere komplette Identität, haben wir in der Regel nur den Schwarzen Peter gezogen.

Jeder kann sich schützen

Dabei gibt es auch hier Optionen, die uns deutlich beruhigter schlafen lassen würden – denn die Versicherungswirtschaft hat durchaus reagiert. Nachdem zunächst Policen für Unternehmen und andere gewerbliche bzw. professionelle Nutzer auf den Markt kamen, folgten schnell auch Angebote für Verbraucher. Sie umfassen in der Regel ein breites Spektrum an Leistungen, das sich von Rechtsschutz über die Deckung von Vermögensschäden und die Datenrettung bis hin zur psychologischen Betreuung von Cybermobbing-Opfern sowie einer Kostenübernahme bei Wiederherstellung der Reputation erstreckt.

Branchenkenner prognostizieren, dass der entsprechende Markt schnell wachsen wird. Es steht durchaus zu erwarten, dass eine Cyberversicherung schon bald so normal ist wie eine Privathaftpflicht – immerhin hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft bereits Muster-Vertragsbedingungen formuliert.

Schützen sollte sich prinzipiell jeder, der im Internet aktiv ist. Besonders empfehlenswert sind solche Versicherungen für Eltern mit umtriebigem jugendlichem Nachwuchs. Aber auch zurückhaltend agierende Netznutzer jeder Altersgruppe könnten eines Tages sehr froh über eine Absicherung sein – spätestens, wenn ihr falsches „Alter Ego“ im Netz unverdrossen das Konto plündert.

Über den Autor: Michael Schillinger ins Vertriebsvorstand der INTER Versicherungsgruppe.

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