Schutz vor Missbrauch digitaler oder gedruckter Dokumente

Bei Wirtschaftsspionage und Datendiebstahl spielt das Format keine Rolle

16.04.2008 | Autor / Redakteur: Claudia Garhammer / Stephan Augsten

Dem Datendieb ist es völlig gleich, in welcher Form die Information vorliegt.
Dem Datendieb ist es völlig gleich, in welcher Form die Information vorliegt.

Zahlreiche nationale sowie internationale Gesetze und Standards verpflichten Unternehmen dazu, gedruckte und digitale Dokumente über einen bestimmten Zeitraum vorzuhalten, zu sichern, zu archivieren und vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Dazu benötigen sie ein umfassendes Sicherheitskonzept, das alle Mitarbeiter einbindet. Auf diese Weise können Unternehmen erhöhte Aufmerksamkeit und ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein im Umgang mit internen Informationen wie Kundendaten vermitteln.

Viele Unternehmen unterschätzen die teils schwerwiegenden Folgen von mangelndem Datenschutz. Laut einer 2007 durchgeführten Umfrage der IT Policy Compliance Group unter mehr als 470 Firmen haben knapp 90 Prozent von ihnen keine ausreichenden Regelungen zum Schutz der Informationen im Unternehmen.

Oft entstehen bei Informationsverlusten im Unternehmen hohe Kosten. Eine Studie des US-amerikanische Ponemon Institute bezifferte 2006 den durchschnittlichen Schaden pro verlorenem Datensatz auf 182 US-Dollar. Darüber hinaus kämpfen betroffene Unternehmen mit Vertrauensverlusten seitens ihrer Kunden. Deshalb müssen sie unter Umständen enorme Umsatzeinbußen in Kauf nehmen.

Gesetzliche Datenschutz-Vorgaben und mögliche Strafen

Gelangen vertrauliche Kundendaten in die Hände Dritter, drohen gemäß dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) neben Entschädigungszahlungen zusätzliche Strafen von bis zu 250.000 Euro. Zudem muss ein Unternehmen, in dem mehr als neun Personen mit der Verarbeitung von personenbezogenen Daten betraut sind, laut BDSG einen Beauftragten für den Datenschutz bestimmen. Andernfalls sind Bußgelder von bis zu 25.000 Euro fällig.

Rechtsanwältin Kerstin Mutz erläutert die Rechtslage genauer: „Gemäß den §§ 43, 44 BDSG können Bußgelder verhängt sowie eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe ausgesprochen werden.“ Da Unternehmen nur durch Einzelpersonen vertreten werden können, sind davon die jeweils betreffenden Mitarbeiter oder Führungskräfte in persona betroffen.

„Meine Erfahrungen besagen, dass Datenschutz in den meisten Unternehmen als lästiger Mehraufwand empfunden wird“, glaubt Mutz. Dazu zählten einerseits die Kosten, andererseits die zusätzliche Arbeitszeit oder gar Mitarbeiter-Ressourcen. „Datenschutz gehört eben leider nicht zu den Kernaufgaben des täglichen Geschäftes“, bilanziert Mutz.

Seite 2: Das Internet – die neue Spielwiese der Betrüger

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