Künstliche Intelligenz als Waffe Rekordanstieg bei automatisierten Cyberangriffen

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Cybercrime-as-a-Service boomt im Darknet. Der Schwarzmarkt für Zugangsdaten, Exploits und unbefugten Zugang bleibt lukrativ und wird weiter angeheizt.

Die Bedrohung durch Cyberkriminelle steigt durch automatisierte Angriffe. Cybercrime-as-a-Service macht den Angreifern die Arbeit leichter als je zuvor.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Die Bedrohung durch Cyberkriminelle steigt durch automatisierte Angriffe. Cybercrime-as-a-Service macht den Angreifern die Arbeit leichter als je zuvor.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Fortinet hat den aktuellen Jahresbericht 2025 Global Threat Landscape Report veröffentlicht, dessen Daten Fortiguard Labs, das globale Bedrohungsforschungs- und Sicherheitszentrum von Fortinet, aufbereitet hat. Der Report zeigt, dass Bedrohungsakteure zunehmend Automatisierung, kommerzielle Tools und Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen.

Automatisierte Scans und weltweite Exploits

Cyberkriminelle setzen weltweit automatisierte Scans ein, um von neu entdeckten Schwachstellen zu profitieren. Dabei suchen die Angreifer gezielt und systematisch das Internet nach verwundbaren Systemen ab. Diese Methode trat im Jahr 2024 so häufig auf wie nie zuvor. Im Jahresvergleich stieg die Zahl weltweit um 16,7 Prozent. Laut den Experten von Fortiguard Labs, deutet dies deutet auf eine breit angelegte Sammlung von Informationen über exponierte digitale Infrastrukturen hin.

Außerdem operieren die Angreifer ohne Grenzen. Weltweit sind alle Regionen von Cyberangriffen betroffen. Die meisten Exploit-Versuche wurden in Asien-Pazifik (APAC) mit 42 Prozent gemessen. Danach folgen Europa, der Nahen Osten und Afrika (EMEA) mit 26 Prozent, Nordamerika mit 20 Prozent und Lateinamerika mit elf Prozent.

40.000 neue Schwachstellen

Im Jahr 2024 haben Cyberkriminelle in Foren zunehmend mit Exploit-Kits gehandelt. Mehr als 40.000 neue Schwachstellen wurden in die US-amerikanische Schwachstellendatenbank „National Vulnerability Database“ aufgenommen. Das entspricht einem Anstieg um 39 Prozent gegenüber 2023. Zudem bieten Initial Access Broker im Darknet neben Zero-Day-Schwachstellen vermehrt Firmenzugangsdaten (20 Prozent), RDP-Zugänge (19 Prozent), Admin-Panels (13 Prozent) und Web-Shells (12 Prozent) an.

Darüber hinaus verzeichnete Fortiguard Labs im vergangenen Jahr einen 500-prozentigen Anstieg der Logs von Systemen, die durch Infostealer-Malware kompromittiert wurden. In den illegalen Foren wurden 1,7 Milliarden gestohlene Zugangsdaten ausgetauscht.

Präzise Phishing-Kampagnen durch KI

Bedrohungsakteure setzen KI ein, um Phishing-Angriffe glaubwürdiger zu gestalten und herkömmliche Sicherheitskontrollen zu umgehen. Dadurch werden Cyberangriffe effektiver und schwerer erkennbar. Sie nutzen Tools wie FraudGPT, BlackmailerV3 und Elevenlabs, um skalierbarere, glaubwürdigere und effektivere Kampagnen zu führen, ohne die ethischen Einschränkungen öffentlich verfügbarer KI-Tools zu beachten.

Angreifer haben gezielte Cyberangriffe auf Branchen wie Fertigung/Produktion, Gesundheitswesen und Finanz­dienstleistungen intensiviert. Sie setzen branchenspezifische Exploits ein, um ihre Angriffe effektiver zu gestalten. Im Jahr 2024 trafen diese Angriffe besonders die Fertigungs- und Produktionsbranche (17 Prozent), Business Services (11 Prozent), das Bauwesen (neun Prozent) und den Einzelhandel (neun Prozent).

Sowohl nationale Akteure als auch Betreiber von Ransomware-as-a-Service (RaaS) konzentrierten ihre Anstrengungen auf diese Branchen, wobei die USA mit 61 Prozent die meisten Angriffe verzeichneten, gefolgt von Großbritannien (sechs Prozent) und Kanada (fünf Prozent).

Darknet bleibt Schwarzmarktplatz für Cyberkriminelle

Cloud-Umgebungen bleiben ein Hauptangriffsziel und die Angreifer nutzen weiterhin Schwachstellen darin aus. Dazu gehören offene Storage-Buckets, überautorisierte Identitäten und falsch konfigurierte Dienste. Bei 70 Prozent der beobachteten Vorfälle erlangten Angreifer Zugriff durch Anmeldungen aus unbekannten Regionen. Das unterstreicht die Rolle der Identitätsüberwachung bei der Cloud-Verteidigung.

Im Jahr 2024 teilten Cyberkriminelle mehr als 100 Milliarden kompromittierte Datensätze in Untergrundforen. Das entspricht einem Anstieg von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem sogenannte Combo-Listen trugen zu diesem Anstieg bei. Combo-Listen sind Sammlungen von Zugangsdaten, die in der Regel Benutzernamen, Passwörter und oft auch E-Mail-Adressen kombinieren.

Über die Hälfte der Darknet-Beiträge behandelte geleakte Datenbanken, die Angreifern die Automatisierung von Credential Stuffing-Angriffen in großem Maßstab ermöglichen. Bekannte Gruppen wie „Bestcombo“, „Bloddymery“ und „Validmail“ sammelten und validierten diese Anmeldedaten, wodurch die Eintrittsbarrieren weiterhin sinken. Das führt zu mehr Kontoübernahmen, Finanzbetrug und Industriespionage.

Playbook für CISOs

Der diesjährige Bericht enthält ein „CISO Playbook for Adversary Defense“, das einige strategische Bereiche hervorhebt, auf die sich Sicherheitsverantwortliche konzentrieren sollten:

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  • Kontinuierliches Management der Bedrohungslage: Angriffe aus der Praxis simulieren, Übungen zur Simulation gegnerischer Taktiken durchführen und Abwehrmaßnahmen testen.
  • Angriffsflächen reduzieren: Tools einsetzen, um Angriffsoberfläche zu verwalten und ungeschützte Ressourcen, durchgesickerte Anmeldeinformationen und ausnutzbare Schwachstellen zu erkennen.
  • Priorisierung von Schwachstellen mit hohem Risiko: Sicherheitslücken beheben, die in Cybercrime-Gruppen aktiv diskutiert werden.
  • Nutzung von Dark Web Intelligence: Darknet-Marktplätze überwachen, um Bedrohungen wie DDoS- und Web-Defacement-Angriffe frühzeitig zu erkennen und proaktiv einzudämmen.

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