CISOs stehen vor beispiellosen Herausforderungen und die Branche droht, sie zu verlieren. Entdecken Sie, wie Unternehmen der „großen Resignation“ entgegenwirken und die IT-Sicherheit stärken können. Erfahren Sie mehr über Strategien zur Arbeitsentlastung und die Bedeutung eines starken Teams für die Zukunft der Cybersicherheit.
Den CISOs geht die Puste aus – was Unternehmen erfolgreich gegen die „große Resignation“ ihrer Sicherheitsverantwortlichen tun können.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Die dunkle Seite der Cyberlandschaft lebt vom Einfallsreichtum der Hacker und dem Einsatz immer neuer Technologien. Die Anforderungen an CISOs wachsen damit ständig. Und führen zu Frustrationen: Eine kürzlich durchgeführte Gartner-Studie hat aufgedeckt, dass nahezu jeder zweite CISO plant, bis 2025 seinen Job zu wechseln. Ein Viertel zieht sogar in Betracht, in einen völlig anderen Bereich zu gehen. Dies sollte ein Weckruf für die Branche sein, besonders da schon heute ein großer Mangel an Cybersecurity-Experten besteht.
Die Gründe für die sogenannte „große Resignation" der CISOs sind vielfältig. Globale Konflikte, Rezessionsängste und die Professionalisierung der Cyberangriffe tragen dazu bei. Hinzu kommt das rasante Voranschreiten der Digitalisierung. Diese wurde durch die COVID-Pandemie noch beschleunigt. Viele Teams arbeiten seither überwiegend im Homeoffice. Das erhöht die Sicherheitsanforderungen erheblich.
Diese Herausforderungen begannen schleichend und wuchsen dann dramatisch an. Sie waren bereits während der Pandemie 2021 sichtbar, seitdem hat sich die Lage noch verschärft: Eine Umfrage, durchgeführt vom Expertenclub CESIN im Pandemiejahr 2021, zeigt alarmierende Ergebnisse. Über die Hälfte der befragten CISOs gab an, ständig neuen IT-Bedrohungen ausgesetzt zu sein. Weitere 28 Prozent fühlten sich von der Intensität der Cyberangriffe überfordert.
Die Belastungen für Sicherheitsverantwortliche haben sich seitdem nicht verringert. Im Gegenteil. Denn die Verantwortung der CISOs erstreckt sich durch die wachsende Regulierung nicht nur auf fachliche, sondern immer mehr auch auf regulatorische Themen. Das Fehlen einer gemeinsamen D&O-Versicherung bei vielen CISOs steht beispielhaft für den Widerspruch zwischen wachsender Verantwortung und mangelnder eigener Risikoabsicherung.
Die durchschnittliche Amtszeit eines CISOs ist kurz. Sie liegt zwischen 18 Monaten und 4,5 Jahren. Hauptgrund für diesen schnellen Wechsel ist oft der Burnout. Und ein Weggang des CISOs wirkt sich stark auf das gesamte Unternehmen aus. Insbesondere die Teams leiden. Die Arbeitslast verteilt sich dann oft auf weniger Schultern. Längere Arbeitszeiten und hohe psychische Belastung sind die Folge. Ein Teufelskreis.
Angesichts dieser Realität müssen Unternehmen ihre Vorstellung von der Rolle des CISOs überdenken. Es geht nicht nur um eine Neuausrichtung der Aufgaben. Auch eine Reduktion der Arbeitsbelastung ist dringend notwendig. Zudem muss das Management verstehen, dass Cyberangriffe jederzeit passieren können. Der CISO kann nicht für jeden Angriff verantwortlich gemacht werden.
Es ist entscheidend, die Handlungsfähigkeit eines CISOs auf Grundlage seiner Expertise zu beurteilen. Die Verantwortung für die Sicherheit sollte nicht allein bei einer Person liegen. Ein starkes, kompetentes Team ist unerlässlich. Um die tägliche Arbeit zu erleichtern, sind KI-gestützte Tools notwendig. Sie können Routineaufgaben automatisieren und helfen, effizienter zu arbeiten.
Um den Druck auf die CISOs zu verringern, müssen Unternehmen ihren Ansatz überdenken. Eine Aufstockung des Personals, Auslagerung von Aufgaben und Neuorganisation der Arbeitszeiten sind mögliche Maßnahmen. Finanzielle Anreize und psychologische Unterstützung in Stresssituationen sind ebenfalls wichtig.
Angesichts des Fachkräftemangels und der hohen Belastung müssen Unternehmen jetzt aktiv werden. Es ist an der Zeit, dass die kritische Rolle des CISOs für den langfristigen Erfolg unternehmerischer Resilienz anerkannt wird. Unsere Zukunft in der Cybersicherheit hängt davon ab. Wir müssen aus der Überforderungsfalle ausbrechen und neue Wege gehen. Die geplante Aufstockung des Budgets für Cybersicherheit vieler Unternehmen im Jahr 2024 ist ein positiver Schritt in diese Richtung. Es ist eine Chance, die genutzt werden sollte.
Stand: 08.12.2025
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Über den Autor: Mick Baccio ist Global Security Advisor bei Splunk.