Neue Phishing-Tricks Cyberkriminelle nutzen Kaseya-Vorfall für Phishing

Von Jelle Wieringa

Anbieter zum Thema

Nachdem die Aufräumarbeiten im Fall Kaseya andauern, nutzen Cyberkriminelle die Unsicherheit aus, um ihre Phishing-Aktivitäten darauf auszurichten das Probleme mit angeblichen Updates zu lösen.

Cyberkriminelle nutzen die Verunsicherung in vielen Unternehmen über den Kaseya-Hack aus und starten Phishing-Kampagnen mit vermeintlichen Updates, die nur neue Ransomware bringen.
Cyberkriminelle nutzen die Verunsicherung in vielen Unternehmen über den Kaseya-Hack aus und starten Phishing-Kampagnen mit vermeintlichen Updates, die nur neue Ransomware bringen.
(© sasun Bughdaryan - stock.adobe.com)

Betreffzeilen, die zum Update von Kaseya VSA auffordern und Links zu infizierten Webseiten mit bösartiger Malware enthalten wurden bereits von einigen Security-Anbietern aufgefunden. Die Phisher nutzen aus, dass das US-amerikanische IT-Unternehmen angekündigt hatte, über Updates per E-Mail zu benachrichtigen. Die Verunsicherung führt zu manchem verirrtem Klick, so dass weitere Ransomware-Infektionen folgen dürften. Die Phishing-Kampagne dürfte weitergehen bis der Kaseya-Patch fertig und vollständig ausgerollt wurde.

Bis dahin sollten Unternehmen besondere Vorsicht walten lassen und alle E-Mails im Zusammenhang mit der Thematik genau unter die Lupe zu nehmen. Hier hilft Security Awareness-Training, die wichtigsten Hinweise auf Phishing, beispielsweise beim Absender oder aber bei der Betreffzeile zu erkennen. Schulungen im Bereich Security Awareness helfen Mitarbeitern Phishing zu erkennen, bevor sie darauf klicken. Ständig wird neuer Phishing-Betrug entwickelt. Je weniger Mitarbeiter darüber informiert sind, desto leichter fallen sie auf die Betreffzeilen herein.

Deshalb sollten Trainings immer aktuelle Beispiele enthalten und anhand der „roten Flaggen“ aufzeigen, wie Phishing E-Mails von regulären E-Mails unterschieden werden können. Das Risiko auf eine solche E-Mail hereinzufallen, wird dadurch pro Mitarbeiter deutlich minimiert, wie nicht zuletzt der PPP, der „Phish Prone Percentage“ anzeigt. Der PPP einer Phishing-Kampagne wird anhand der Anzahl der gesamten Fehlversuche (Klicks, Öffnen von Anhängen, Dateneingabe, Aktivieren von Makros für Anhänge, Antworten) geteilt durch die Gesamtzahl der in dieser Kampagne zugestellten E-Mails berechnet. Wenn beispielsweise 100 Personen E-Mails erhalten haben und 52 von ihnen auf einen Link in der E-Mail geklickt haben und acht dieser Benutzer auch Daten in die gefälschte Landing Page eingegeben haben, würde der PPP für diese Kampagne 60 Prozent betragen.

Sie sollten außerdem echte Phishing-Vorlagen über eine Technologie wie PhishRIP verwenden. Diese Plattform ermöglicht es echte Phishing-E-Mails zu nehmen und sie in eine Vorlage zu verwandeln. Dabei wird der gesamte gefährliche Inhalt entfernt und kann ohne negative Nebeneffekte verwendet werden. Letztlich hat sich gezeigt, dass das Security Awareness-Training auf Basis von realen Beispielen effektiver ist, als wenn mit nachgebauten Vorlagen geschult wird.

Über den Autor: Jelle Wieringa ist Security Awareness Advocate bei KnowBe4.

(ID:47500307)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung