Update: Von Ethical Hacker erpresst? Ungeschützte Datenbank legt eine Milliarde Kundendaten offen

Aktualisiert am 05.03.2026 Von Melanie Staudacher 3 min Lesedauer

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Ein massives Datenleck hat rund eine Milliarde sensible Daten offengelegt, darunter persönliche Informationen aus Deutschland. Das verantwortliche Unternehmen bestreitet Schwachstellen und behauptet, ein White-Hat-Hacker hätte Nachweise für das Datenleck gegen Geld angeboten.

Bei einem amerikanischen Unternehmen, das sich auf KI-basierte Identitätsverifikation spezialisiert hat, kam es zu einem massiven Datenleck. Dabei wurden drei Milliarden Datensätze, darunter rund eine Milliarde sensible Daten, aus 26 Ländern offengelegt.(Bild:  Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Bei einem amerikanischen Unternehmen, das sich auf KI-basierte Identitätsverifikation spezialisiert hat, kam es zu einem massiven Datenleck. Dabei wurden drei Milliarden Datensätze, darunter rund eine Milliarde sensible Daten, aus 26 Ländern offengelegt.
(Bild: Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Ein globales Datenleck betrifft Menschen aus 26 Ländern, auch aus Deutschland. Cybernews berichtet von einer ungesicherten MongoDB-Datenbank, die umfassende Informationen wie Namen, Adressen, Geburtsdaten und nationale IDs enthalten habe. Ins­ge­samt seien rund eine Milliarde Kundendaten offengelegt worden.

Hacker will Sicherheitsbericht verkaufen

Die Datenbank gehöre einem amerikanischen Unternehmen, das sich auf KI-basierte Iden­ti­täts­verifikation spezialisiert hat, insbesondere auf Know Your Customer. KYC-Verfahren sind entscheidend und weit verbreitet, um die Identität von Kunden zu prüfen, um Betrug zu ver­hin­dern und gesetzliche Compliance sicherzustellen. Diese Verfahren helfen Unternehmen, sich vor finanziellen und rechtlichen Risiken zu schützen, indem sie sicherstellen, dass keine ille­galen Aktivitäten wie Geldwäsche oder Betrug gefördert werden, wobei fortschrittliche Tech­nologien wie maschinelles Lernen und Datenanalytik zum Einsatz kommen.

Cybernews habe die ungesicherte Datenbank bereits am 11. November 2025 entdeckt. Nachdem zuerst berichtet wurde, dass der Eigentümer der Datenbank den Vorfall bestätigt und diese offline genommen habe, gibt es mittlerweile ein Update in dem Bericht von Cybernews. Das betroffene Unternehmen sei von einem White-Hat-Hacker kontaktiert worden, der frei­be­ruf­lich für Cybernews arbeite. Dieser habe das Unternehmen darüber informiert, dass „bestimmte Datenports im Zusammenhang mit unabhängigen Datenquellen offen gewesen sein könnten, was potenziell bestimmte Datenbanken hätte offenlegen können“. Nach einer Prüfung durch das Unternehmen, seien keinerlei Offenlegung, Schwachstelle oder unbefugte Zugriffe entdeckt worden. Als es den White-Hat-Hacker um einen Nachweis für den Sicherheitsvorfall gebeten habe, habe dieser Geld dafür verlagt. Dies ist kein übliches Vorgehen von White-Hat-Hackern oder Ethical Hackern, die ihre Entdeckungen den betroffenen Unternehmen in der Regel un­ent­geltlich zur Verfügung stellen.

Cybernews selbst habe bis zum 26. Februar 2026 keinerlei Kenntnis über die Kommunikation zwischen dem Hacker und dem betroffenen Unternehmen gehabt. Dennoch hätten die Forscher von Cybernews bestätigen können, dass die Erkenntnisse des Hackers legitim waren und das Datenleck somit real ist.

60 Millionen Datensätze aus Deutschland

Hinweise darauf, dass Cyberkriminelle den Datensatz bereits entdeckt und missbraucht hätten, gebe es nicht. Die USA seien mit über 203 Millionen offengelegten Datensätzen am stärksten betroffen. Deutschland folge mit 60 Millionen ge­leak­ten Datensätzen hinter Mexiko mit 124 Millionen und den Philippinen mit 72 Millionen Daten­sät­zen. Frankreich und Italien seien mit je 53 Millionen Datensätzen ebenfalls betroffen. Zu den geleakten Daten gehören laut Cybernews:

  • Vollständige Namen
  • Adressen
  • Postleitzahlen
  • Geburtsdaten
  • Personalausweisnummern
  • Telefonnummern
  • Geschlecht
  • E-Mail-Adressen
  • Telekommunikations-Metadaten

Mit dieser Art von Daten, die abgeflossen sind, besteht die Gefahr von Phishing- oder Social-Engineering-Angriffen, Kontoübernahmen, Kreditbetrug sowie SIM-Swaping. Neben diesem Datensatz mit sensiblen Daten hätten die Forscher noch zwei Milliarden weitere Datensätze in der Datenbank gefunden, die vermutlich verschiedene Datenbank-Logs umfassten und daher wahrscheinlich weniger sensibel seien.

Ungesicherte Datenbanken nehmen überhand

Berichte über ungesicherte Datenbanken häufen sich zusehends. Während die Risiken, die da­durch entstehen, vielfältig und nicht von der Hand zuweisen sind, sind die möglichen Gründe für die öffentliche Erreichbarkeit ungeschützter Datensätze weniger deutlich, könnten aber wie folgt lauten. Zum einen führt die zunehmende Digitalisierung und Datensammlung in Un­ter­neh­men dazu, dass große Mengen sensibler Informationen gespeichert werden, allerdings oft ohne ausreichende Sicherheitsmaßnahmen. Zum anderen sind viele Unternehmen durch feh­len­de Res­sour­cen oder unzureichendes Bewusstsein für Cyberrisiken unzureichend auf die Sicherung ihrer Datenbanken vorbereitet. Auf der anderen Seite erleichtert die Verfügbarkeit leistungsstarker Tools und Technologien den Zugriff auf ungesicherte Datenbanken für Cyber­kriminelle, was zu einem Anstieg von Datenlecks und Sicherheitsvorfällen führt.

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