Teil 3 der Operation Endgame Europol schaltet 1.025 Server ab

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Europol schaltet in Teil 3 der Operation Endgame erneut ein globales Cyber­crime-Netzwerk ab. Ziel waren 1.025 Server der Rhadamanthys-, VenomRAT- und Elysium-Infrastruktur, die für Millionen ge­stohlener Daten und hun­dert­tau­sen­de infizierte Systeme verantwortlich war.

Hunderttausende Systeme weltweit waren über eine Infrastruktur aus rund 1.025 Servern und Hunderttausenden infizierten Computern kompromittiert, aus denen die Täter mehrere Millionen Zugangsdaten und über 100.000 Krypto-Wallets abgegriffen hatten.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Hunderttausende Systeme weltweit waren über eine Infrastruktur aus rund 1.025 Servern und Hunderttausenden infizierten Computern kompromittiert, aus denen die Täter mehrere Millionen Zugangsdaten und über 100.000 Krypto-Wallets abgegriffen hatten.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Zwischen dem 10. und 13. November 2025 haben internationale Ermittlungsbehörden unter Koordination von Europol in Den Haag einen weiteren bedeutenden Schlag gegen die globale Cyberkriminalität geführt. In der jüngsten Phase der Operation Endgame nahmen sie die In­frastruktur dreier maßgeblicher Bedrohungsakteure vom Netz:

  • den Infostealer Rhadamanthys,
  • den Remote-Access-Trojaner VenomRAT sowie
  • das Botnetz Elysium.

Der mutmaßliche Hauptbetreiber von VenomRAT wurde bereits am 3. November 2025 in Griechenland festgenommen. Die zerschlagene Infrastruktur war zuvor an der Infektion Hunderttausender Systeme weltweit beteiligt gewesen und bestand aus Hunderttausenden infizierten Computern mit mehreren Millionen gestohlenen Zugangsdaten. Die Behörden konnten Server ausschalten, die für die Verteilung von Schadsoftware, den Diebstahl ver­trau­licher Daten und die Steuerung großer Botnetze verantwortlich waren. Insgesamt wurden 1.025 Server deaktiviert. Allein bei dem Infostealer wurde ein Zugriff auf mehr als 100.000 kom­promittierte Krypto-Wallets festgestellt mit einem potenziellen Schaden in Millionenhöhe.

Viele Betroffene hatten keinerlei Kenntnis davon, dass ihre Systeme kompromittiert waren. Auf politie.nl oder haveibeenpwnd.com können Nutzer prüfen, ob sie betroffen sind.

Was ist Operation Endgame?

Operation Endgame ist nach Angaben von Europol und des Bundeskriminalamts (BKA) die größte internationale Cybercrime-Bekämpfungsaktion, die jemals durchgeführt wurde. Seit 2023 arbeiten europäische und internationale Behörden zusammen, um zentrale Infra­strukturen zu identifizieren und auszuschalten, die Cyberkriminelle weltweit für Malware-Kampagnen, Botnetze und Datenhehlerei nutzen. Zu den beteiligten Behörden gehören insbesondere Europol, Eurojust und Polizeidienststellen aus über einem Dutzend Ländern, ergänzt durch Unterstützung von Security-Unternehmen und der Sicherheitsforschung.

2024 gelang es den Behörden bereits, die Infrastruktur der Malware-Familien IcedID, Smoke­loader, Bumblebee und Pikabot zu zerschlagen. Zudem wurden in früheren Phasen über 2.000 Domains beschlagnahmt, Darknet-Foren gestört und Bitcoin-Bestände im Millionenwert sichergestellt.

Die nun erfolgte Aktion 2025 stellt eine Fortsetzung dieser systematischen Zerschlagung von Cybercrime-Ökosystemen dar. Indem Infrastruktur und Finanzquellen gleichzeitig angegriffen werden, sollen internationale Cybercrime-Netzwerke nachhaltig geschwächt werden. Leiter der Abteilung Cybercrime des BKAs, Carsten Meywirth, kommentiert: „Wir haben die Reaktionen auf unsere erfolgreichen Maßnahmen der vergangenen beiden Jahre genau beobachtet. Das Risiko ist für Cyberkriminelle durch Strafverfolgungsbehörden identifiziert zu werden ist er­heblich gestiegen. Wir gehen gegen die Kriminellen selbst und ihre Infrastruktur vor. Wir entziehen ihnen ihre finanziellen Mittel und machen deutlich, dass wir Ransomware auch in Zukunft mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verfolgen werden. Wir tragen so einen wichtigen Teil zur aktiven Cyberabwehr bei und setzen dem arbeitsteiligen Handeln im Cyber­crime-as-a-service-Ökosystem ein starkes Netzwerk von Strafverfolgungsbehörden entgegen. Die Operation Endgame wird weitergehen.“

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