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Geolocation – ein Blick in Pandoras Büchse Wie das Handy durch Geodaten den persönlichen Datenschutz gefährdet

| Autor / Redakteur: Dr. Sebastian Broecker, (ISC)² zertifizierter CISSP / Stephan Augsten

Daten sind weder gut noch böse. Was man aus ihnen liest, hängt vom Kontext ab. So kann ein Paketdienst die Position des Paketwagens per GPS bestimmen, um den Weg zu optimieren oder um zu sehen, wie lange der Zusteller Pause macht. Was findet man nun wirklich in Pandoras Büchse der Geodaten? Lassen Sie uns nachsehen!

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Per Smartphone übertragene Geodaten sagen durch ihren Kontext viel über den Handy-Nutzer aus.
Per Smartphone übertragene Geodaten sagen durch ihren Kontext viel über den Handy-Nutzer aus.
( Archiv: Vogel Business Media )

Zahlreiche Social Networks, Apps und auch technische Geräte ermöglichen neuerdings die Bestimmung des Aufenthaltsortes des Nutzers. Dies kann zum Beispiel in Kameras mit GPS Modul gezielt genutzt werden, um später den Aufnahmeort der Fotos zu kennen.

In vielen Fällen wissen die Besitzer eines Geodatensenders – beispielsweise eines modernen Handys – jedoch nichts von dieser Funktion. In diesem Zusammenhang änderte kürzlich ein Hersteller beliebter Touchscreen-Smartphones seine AGBs in Deutschland so ab, dass er nun jederzeit die Position des Gerätes bestimmen und diese Daten dann an Dritte weitergeben kann.

Ein anderes Beispiel ist ein populäres Social Media Network, das es derzeit in den USA ermöglicht, auf „Knopfdruck“ bei Nutzung eines Smartphones mit GPS-Bestimmung die eigene Position anzugeben. Aber leider nicht nur die eigene, sondern auch die von Begleitern. Diese haben anscheinend erst mal keine Möglichkeit, etwas gegen die Datenerfassung zu tun. So weiß man wo Sie sind. Jederzeit!

Datenerfassung und -interpretation

Die Datenerfassung an sich ist nicht schlimm, denn Daten werden erst durch den Kontext nützlich oder gefährlich:

  • Wertet ein Paketdienst lediglich automatisiert die Position der Fahrzeuge aus, um hier optimale Routen für die Paketzustellung zu finden, mag dies erstmal sinnvoll und nützlich erscheinen.
  • Verfolgt der Arbeitgeber jedoch die Fahrzeugbewegungen und Stillstehzeiten, dann kann er – gewollt oder unbeabsichtigt – darauf schließen, wie lange und wie oft der Fahrer Pausen macht. Und werden diese Daten gespeichert und systematisch ausgewertet, so wird daraus schnell ein Nachteil – zumindest für den Fahrer.

Problematisch wird es also, wenn sich Kontext und Interpretation der Daten dem Wissen des Überwachten entziehen. Während man, zumindest grob, verstehen kann, was mit den Facebook-Daten, die man selber eingestellt hat, geschieht, reicht das Verständnis für die Auswertung von Bewegungs- bzw. Standortdaten nicht so weit.

Inhalt

  • Seite 1: Datenerfassung und -interpretation
  • Seite 2: Digitale Gaunerzinken
  • Seite 3: Geodaten sind sehr persönliche Daten

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