EUVD-2026-47700 / CVE-2026-16232 Hacker verschaffen sich Adminrechte in Check Points SmartConsole

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

Eine kritische Schwachstelle in Check Points SmartConsole ermöglicht Zugriff mit Administratorrechten. Einige Kunden sind bereits von er­folg­rei­chen Angriffen betroffen. Nutzer sollten umgehend patchen und Logs auf bekannte Angreifer-IPs prüfen.

Angreifer umgehen die Authentifizierung im Anmeldeprozess der Check Point SmartConsole, um Anmelde-Token zu erlangen und sich damit Administratorzugriff auf den Management-Server zu verschaffen.(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Angreifer umgehen die Authentifizierung im Anmeldeprozess der Check Point SmartConsole, um Anmelde-Token zu erlangen und sich damit Administratorzugriff auf den Management-Server zu verschaffen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Am 22. Juli fügte die CISA eine neue Check-Point-Schwachstelle ihrem Known and Exploited Vulnerabilities Catalog hinzu. Bei der Anfälligkeit handelt es sich um EUVD-2026-47700 / CVE-2026-16232 (CVSS-Score 9.1, EPSS-Score* 12.69), die Komponenten betrifft, auf die die SmartConsole des Herstellers zugreift. Konkret sind das folgende Produkte:

Multi-Domain Security Management

  • R81.20 mit Jumbo Hotfix Take 158 oder niedriger
  • R82.10 mit Jumbo Hotfix Take 36 oder niedriger
  • R82 mit Jumbo Hotfix Take 118 oder niedriger
  • R81.10, R81, R80.30, R80.20, R80.10, R80 und R77.30

Quantum Security Management

  • R81.20 mit Jumbo Hotfix Take 158 oder niedriger
  • R82 mit Jumbo Hotfix Take 118 oder niedriger
  • R82.10 mit Jumbo Hotfix Take 36 oder niedriger
  • R81.10, R81, R80.30, R80.20, R80.10, R80 und R77.30

Patches und Abhilfemaßnahmen

Cyberangreifer können die Authentifizierung im Anmeldeprozess der SmartConsole umgehen. Wie genau die Angreifer dabei vorgehen, beschreibt Check Point in seinem Security Advisory nicht. Klar ist jedoch, dass „eine sehr geringe Anzahl an Kunden“ die Sicherheitslücke bereits ausgenutzt haben, Anmelde-Token erlangen und sich damit mit vollen Administratorenrechten authentifizieren konnten. So sind Akteure in der Lage, Sicherheits­richt­linien und Sicherheits­konfigurationen ändern.

Allerdings sind für einen Remote-Angriff Internetzugriff auf die IP-Adresse des Management-Servers sowie eine Konfiguration erforderlich, die den Zugriff durch „Trusted Clients“ nicht einschränkt.

Behoben wurde EUVD-2026-47700 / CVE-2026-16232 mit den Versionen:

  • Jumbo Hotfix Accumulator für R82.10 ab Take 36
  • Jumbo Hotfix Accumulator für R82 ab Take 118
  • Jumbo Hotfix Accumulator für R81.20 ab Take 158

Für alle, die nicht sofort updaten können, hat Check Point Abhilfemaßnahmen bereit gestellt.

  • 1. Beschränken Sie vertrauenswürdige Clients auf vertrauenswürdige IP-Adressen/Subnetze. Navigieren Sie dazu in der SmartConsole zu „Manage & Settings“ > „Permissions & Administrators“ > „Trusted Clients“
  • 2. Klicken Sie doppelt auf den Client, den Sie bearbeiten möchten und andern Sie im sich öffnenden Konfigurationsfenster für vertrauenswürdige Clients die Einstellungen nach Bedarf. Achten Sie darauf, nicht „Any“ als Typ zu verwenden. Klicken Sie auf „OK“.
  • 3. Schützen Sie den Management-Zugriff durch eine Firewall, beschränken Sie den Zugriff auf vertrauenswürdige IP-Adressen und stellen Sie sicher, dass die impliziten Regeln für Steuerungsverbindungen (Control Connections) aktiviert sind. Dadurch wird eine implizite Regel erstellt, die den Management-Zugriff für nicht autorisierte IP-Adressen verhindert.

Um einen Angriff zu erkennen, sollen Nutzer in der SmartConsole unter „Logs & Monitor / Logs & Events“ und nach Ereignissen suchen, bei denen entweder die Quell-IP-Adresse oder die Ziel-IP-Adresse mit einer der bekannten Angreifer-IP-Adressen übereinstimmt. Diese sind:

  • 151.241.99.207
  • 151.241.99.233
  • 158.62.198.182
  • 192.142.10.99
  • 139.28.37.250

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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