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G Data analysiert Schattenwirtschaft Handel mit Skimming-Hardware für Kreditkarten-Betrug floriert

| Redakteur: Stephan Augsten

Ob Kreditkarten-Rohlinge, Kartendrucker oder Skimming-Hardware: Kriminelle wissen, wo sie die für einen Kreditkartenbetrug benötigten Gegenstände preisgünstig erhalten. Im jüngsten Bericht zur „Underground Economy“ beleuchtet G Data die aktuelle Entwicklung der Schattenwirtschaft.

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Sonnige Zeiten für die Schattenwirtschaft: Insbesondere Kreditkarten-Betrug zahlt sich laut G Data aus. Bild: G Data
Sonnige Zeiten für die Schattenwirtschaft: Insbesondere Kreditkarten-Betrug zahlt sich laut G Data aus. Bild: G Data
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Bericht „Underground Economy – Update 04/2010“ beleuchten Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs, und sein Team die aktuellen Entwicklungen im Bereich des Kreditkartenbetrugs. Demanch ist der Handel mit Kreditkarten, gefälschten Ausweisdokumenten oder kriminellen Dienstleistungen schon längst ein milliardenschweres Geschäft – und leider nicht totzukriegen.

Selbst wenn besonders großen und aktiven Cyberbanden der Garaus gemacht wird, hat das laut Benzmüller nur geringe Auswirkungen auf die Schattenwirtschaft. Dies zeigt sich beispielsweise an der Zerschlagung der 1337 Crew im November 2009: „Andere kriminelle Organisationen haben die Lücke innerhalb kurzer Zeit geschlossen“, so Benzmüller.

Das größte Problem ist, dass die Schattenwirtschaft dezentral und länderübergreifend strukturiert ist. „Dies macht es für die Ermittlungsbehörden immens schwer, gegen die Täter vorzugehen“, erläutert Benzmüller. Insbesondere beim Kreditkartenbetrug beobachtet G Data eine Ausweitung der Geschäftsfelder und kann sogar detaillierte Angaben zu den Preisen machen:

  • Kreditkartenrohlinge: Die Abnahme erfolgt in der Regel zu mindestens zehn Stück, je nach Qualität (bspw. mit oder ohne Hologramm) beträgt der Preis 45 bis 150 US-Dollar (rund 34 bis 115 Euro).
  • Kartendrucker: Geräte zum Bedrucken der Rohlinge schlagen mit 450 bis 3.500 Euro zu Buche.
  • Mobile Kartenleser: Die Hardware zum Auslesen gestohlener/gefundener Kredit- oder auch Bankkarten kostet zwischen 250 und 900 Euro.
  • Skimming-Set: Hardware-Sets zur Geldautomaten-Manipulation kosten je nach Ausführung (z.B. GSM-Übertragung der Daten oder Video-Funktion) 1.500 bis 10.000 US-Dollar (1115 bis etwa 7650 Euro).

Für ihre Transaktionen nutzen Cyber-Kriminelle verschiedene Bezahldienste wie Western Union, E-Gold oder Webmoney. Insbesondere wird laut G Data allerdings der Prepaid-Service Paysafecard zur Bezahlung krimineller Waren und Dienstleistungen missbraucht.

Sobald ihnen die Bezahlung erschwert wird, scheuen die Kriminellen auch nicht vor Attacken auf den jeweiligen Dienstleister zurück. So wurde im Februar 2010 zu einem DDoS-Angriff gegen Paysafecard aufgerufen, nachdem der Service-Anbieter Änderungen am Benutzersystem angekündigt hatte.

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