IT-Security wird zum Schlüssel für den Unternehmenserfolg. Resilienz ist nicht mehr nur ein Nice-to-have, sondern ein strategischer Wettbewerbsvorteil. Der BCI Vision Report 2030 zeigt, wie Unternehmen anhand von fünf Empfehlungen Kosten senken und Innovationen fördern können.
Unternehmen sollten Resilienz auf Vorstandsebene verankern und interdisziplinäre Teams bilden, um einen ganzheitlichen Ansatz zu fördern. Zudem ist der gezielte Einsatz von Technologie, die Messbarkeit von Resilienz durch KPIs und die Förderung eines Kulturwandels entscheidend für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.
Noch vor wenigen Jahren war IT-Security oft auf technische Schutzmaßnahmen wie Firewalls und Antivirus-Lösungen fokussiert. Doch die Anforderungen an Unternehmen haben sich dramatisch verändert. Die digitale Transformation, neue regulatorische Vorgaben und eine immer komplexere Bedrohungslage erfordern einen grundlegenden Paradigmenwechsel, klassisches Krisenmanagement allein greift zu kurz. Gefragt ist ein ganzheitlicher Resilienz-Ansatz, der Prävention, schnelle Reaktion und nachhaltige Anpassungsfähigkeit miteinander verbindet. Das bestätigt der „BCI Resilience: Vision Report 2030“, den das Business Continuity Institute (BCI) dieses Jahr erstmals mit F24 entwickelt hat. Er benennt außerdem klare Handlungsfelder für IT-Verantwortliche und Entscheider auf dem Weg zu krisenfester Resilienz.
Resilienz: Vom „Nice-to-have“ zum Wettbewerbsfaktor
Resilienz ist im Unternehmenskontext längst nicht mehr nur ein „Nice-to-have“. Während sie früher häufig als reine Kostenstelle und reaktives Krisenmanagement angesehen wurde, zeigt der aktuelle BCI Vision Report 2030, dass sich die Wahrnehmung grundlegend wandelt: Resilienz wird heute als strategischer Werttreiber und zentraler Wettbewerbsfaktor betrachtet. Für viele Unternehmen steht nicht mehr der reine Schutz vor Verlusten im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, durch resiliente Strukturen messbare Geschäftsvorteile zu erzielen. Dazu zählen neben der Vermeidung von Schäden auch die Optimierung von Prozessen, die Steigerung der Effizienz und der Schutz der Reputation. Laut Report erwarten 87 Prozent der Befragten spürbare Kostensenkungen durch gezielte Resilienzmaßnahmen und 74 Prozent sprechen sich für die Einführung eines Chief Resilience Officer auf Executive-Ebene aus – ein klares Signal, dass Resilienz zur Chefsache wird.
Auch KI-gesteuerte Tools für prädiktives Risikomanagement gewinnen massiv an Bedeutung und gelten für 73 Prozent der Teilnehmenden als essenziell für die zukünftige Resilienzplanung. Aber: Trotz dieser klar benannten Vorteile zeigt der BCI Vision Report 2030 auch, dass in vielen Organisationen noch erheblicher Nachholbedarf besteht. So sehen 63 Prozent der Befragten mangelnde Kollaboration und Silo-Denken als größte Barriere auf dem Weg zu mehr Resilienz. 46 Prozent beklagen fehlende Budgets, und ein Drittel misst Resilienz bislang gar nicht oder nur unzureichend. Die Folge: In der Praxis wird Resilienz häufig noch als Kostenfaktor oder als reines Compliance-Thema behandelt und damit unter Wert verkauft. Was es jetzt braucht, ist ein klarer Kurswechsel in Führung und Unternehmenskultur. Nur so gelingt es, die Vorteile voll auszuschöpfen und Unternehmen wirklich zukunftsfähig aufzustellen.
Messbare Vorteile: Von Kostenreduktion bis Reputationsschutz
Unternehmen, die Resilienz strategisch angehen, profitieren in vielerlei Hinsicht. Sie senken nicht nur die Kosten, indem sie Schäden vermeiden, Recovery-Prozesse beschleunigen und Haftungsrisiken minimieren, sondern schützen auch gezielt ihre Reputation mit positiven Effekten auf Kundenvertrauen, Ratings und die Wahrnehmung am Markt. Ein weiterer Vorteil ist die Erfüllung regulatorischer Anforderungen, wie sie etwa durch DORA oder NIS 2 vorgegeben werden, wird zunehmend als echter Wettbewerbsvorteil verstanden und nicht mehr nur als lästige Pflicht. Hinzu kommt, dass durch die systematische Analyse von Schwachstellen, Abhängigkeiten und Prozessen neue Potenziale für Innovation und Effizienz sichtbar werden, die den Unternehmen nachhaltiges Wachstum ermöglichen, Stichworte: Real-Time Analytics, digitale Zwillinge, prädiktive Modelle. Wo aber anfangen, um diese Transformation einzuleiten?
1. Resilienz auf Executive-Level verankern: CRO-Struktur schaffen Um Verantwortlichkeiten zu bündeln und die strategische Steuerung zu sichern, sollte auf Vorstandsebene eine klare Verantwortlichkeit geschaffen werden, sei es durch die Einführung eines Chief Resilience Officers oder durch die eindeutige Zuordnung dieser Aufgabe zu einer bestehenden Führungsrolle. Entscheidend ist nicht zwingend die neue Titulierung, sondern dass eine Führungspersönlichkeit auf Executive-Level das Thema Resilienz ganzheitlich verantwortet und strategisch steuert.
Während der Chief Security Officer (CSO) primär für den Schutz vor konkreten Bedrohungen und sicherheitsrelevanten Risiken zuständig ist, umfasst die Rolle des Chief Resilience Officer eine breitere Perspektive: Sie verbindet Business Continuity, Cyber- und Informationssicherheit, operative Stabilität sowie Lieferketten- und Krisenmanagement zu einem integrierten Resilienzansatz. Die Erfahrung aus der Praxis spricht dafür, dass die Bündelung unter einer zentralen Führungsrolle die Umsetzung beschleunigt und die Sichtbarkeit im Unternehmen erhöht. Digitale Lösungen, auch im Bereich Krisen- und Notfallmanagement, ermöglichen dabei, alle relevanten Bereiche und Stakeholder über zentrale Plattformen zu vernetzen, Prozesse zu dokumentieren und die Steuerung transparent zu gestalten.
Stand: 08.12.2025
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2. Interdisziplinäre und kollaborative Teams etablieren Die Studie macht deutlich, dass Silos die größte Bremse für wirksame Resilienz sind. Es braucht also Teams, die nicht nur aus IT-Sicherheit und Business Continuity bestehen, sondern auch Krisenmanagement, Compliance, Operations und Lieferkette einbeziehen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert die ganzheitliche Sicht auf Risiken, Abhängigkeiten und Chancen. Moderne Plattformen unterstützen die Vernetzung etwa durch integrierte Kommunikations- und Kollaborationstools, die eine schnelle Abstimmung und gemeinsame Krisenreaktion ermöglichen. So lassen sich alle relevanten Informationen an einem Ort bündeln, Rollen und Verantwortlichkeiten klar zuweisen und die Zusammenarbeit auch in kritischen Situationen effizient steuern.
3. Technologie gezielt einsetzen: KI, Automatisierung und Echtzeit-Analytik nutzen KI-basierte Tools und automatisierte Analysen sind laut Report essenziell für die Zukunft der Resilienzplanung. Unternehmen profitieren von prädiktiven Risikomodellen, digitalen Zwillingen und Echtzeit-Dashboards, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, Szenarien realistisch zu simulieren und Schwachstellen systematisch zu beheben. Lösungen wie von F24 bieten die Möglichkeit, alle relevanten Resilienzprozesse digital abzubilden und mit automatisierten Workflows zu hinterlegen, von der Alarmierung bis zur Dokumentation. Der Mehrwert zeigt sich in der Geschwindigkeit und Präzision der Reaktion, gerade weil Zeit und Übersicht im Krisenfall immer entscheidend sind. Wichtig für die passende Auswahl ist, dass die Tools sich flexibel an die Organisationsstruktur anpassen lassen und die Integration aller Fachbereiche erlauben.
4. Resilienz messbar machen: Klare KPIs und kontinuierliche Verbesserung Die Hälfte der Unternehmen misst Resilienz bislang nicht oder nur unzureichend. Ein zentrales Defizit. Es braucht klare, auf die eigenen Ziele abgestimmte KPIs, die sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte abbilden. Wie schnell kann ein Unternehmen nach einer Störung wieder operativ sein? Wie oft werden Krisenszenarien geübt? Wie gut ist die Akzeptanz und das Verständnis im Management? Moderne digitale Plattformen ermöglichen es, Kennzahlen und Fortschritte laufend zu erfassen, Reports automatisiert zu erstellen und den Reifegrad der Resilienz transparent zu machen. F24 und andere Anbieter setzen dabei auf Dashboards, die nicht nur Monitoring, sondern auch die Analyse vergangener Krisen und die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen ermöglichen. So wird Resilienz vom reaktiven Tool zur proaktiven Managementfunktion.
5. Kulturwandel und Awareness fördern Resilienz kann nur dann wirksam sein, wenn sie Teil der Unternehmenskultur wird und alle Mitarbeitenden verstehen, warum sie relevant ist. Führungskräfte müssen das Thema aktiv kommunizieren, Awareness und Trainings etablieren und Resilienz als strategischen Werttreiber vermitteln. Digitale Lösungen können hier unterstützen, indem sie Awareness-Kampagnen, Lernmodule oder Simulationen bereitstellen, die die Belegschaft einbinden und sensibilisieren. Der Report unterstreicht: Erfolgreiche Organisationen investieren gezielt in Kommunikation, Change Management und kontinuierliche Weiterbildung damit aus technischen und organisatorischen Maßnahmen ein lebendiges Resilienz-System wird.
Über die Autorin: Dr. Stefanie Hauer ist Senior Vice President Commercial bei F24.