Studie von Kaspersky Labs

Junge Frauen sehen wenig Anreiz in Karriere im IT-Sicherheitsumfeld

| Autor / Redakteur: Moritz Jäger / Peter Schmitz

Trotz guter Chancen sehen viele Frauen eine Karriere in der IT-Sicherheit als wenig reizvoll.
Trotz guter Chancen sehen viele Frauen eine Karriere in der IT-Sicherheit als wenig reizvoll. (Bild: pixabay / CC0)

Wie kann der IT-Security-Sektor dem Fachkräftemangel entgegenwirken? Eine Möglichkeit ist, mehr Frauen für eine Karriere in der IT-Sicherheit zu begeistern. Denn laut einer aktuellen Studie von Kaspersky Labs gibt es hier noch deutliche Defizite.

Wie sehen die Mitarbeiter der Zukunft im Bereich IT-Sicherheit aus? Geht es nach einer Studie von Kaspersky, so sind sie wahrscheinlich männlich. Denn junge Frauen, so die Studie, sehen das Feld als wenig interessant. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels muss sich hier etwas ändern – denn bereits jetzt fehlt es an qualifiziertem Personal. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage sind derzeit in Deutschland 55.000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt.

Die nun von Kaspersky Lab durchgeführte Studie zeigt: Die IT-Sicherheitsbranche steht bei jungen Leuten und speziell bei Frauen nicht hoch im Kurs. Das hat auch mit der oft als negativ empfundenen Terminologie der Berufsbilder zu tun. Begriffe wie „Hacker“ sprechen speziell junge Frauen nicht an; und zwei Drittel der weiblichen Befragten orientieren sich bei der Berufswahl an ihren eigenen Neigungen.

Ein Drittel der jungen Frauen hält Mitarbeiter der Branche für „Geeks“, ein Viertel für „Nerds“. So wundert es nicht, dass 78 Prozent der jungen Frauen nie eine berufliche Laufbahn in der Cybersicherheitsbranche in Erwägung gezogen haben. In Zusammenarbeit mit Branchenexperten kam Kaspersky Lab in seiner Untersuchung zu dem Schluss, dass neben der sehr frühen Berufswahl auch fehlende weibliche Vorbilder ursächlich sind.

Zu wenig Vorbilder

Ein Grund für das fehlende Interesse sind zu wenig weibliche Vorbilder. 42 Prozent der befragten jungen Frauen bei der Berufswahl Wert darauf, auch weibliche Vorbilder in der Branche zu finden. Und die Hälfte der Frauen möchte in einer Umgebung arbeiten, bei der sich Frauen und Männer etwa die Waage halten.

„Wir sind Teil einer schnell wachsenden, dynamischen Branche, deren Frauenanteil noch viel zu gering ist“, bestätigt Stefan Rojacher, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Kaspersky Lab DACH. „Leider zeigt unsere Studie, dass eine Karriere in der Cybersicherheit für junge Frauen derzeit keine attraktive Option ist. Dass sie sich sehr früh für andere Bereiche entscheiden, macht es zu einer großen Herausforderung, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Hilfreich wäre die Ausbildung geeigneter Fähigkeiten schon in der Schule. Dieses Thema wurde in vielen MINT-Studien bereits ausführlich diskutiert. Darüber hinaus benötigt die gesamte Branche aber auch einen grundlegenden Imagewandel. Für eine positivere Darstellung benötigen wir präsente, charismatische und auch weibliche Vorbilder, die nicht dem Stereotyp eines im Dunkeln vor sich hin hackenden Geeks entsprechen.“

„Die Kaspersky-Studie zeigt deutlich, dass junge Frauen die Cybersicherheitsbranche nicht wahrnehmen oder sich selbst für ungeeignet halten. Außerdem fehlen weibliche Vorbilder, die motivieren könnten, einen solchen Beruf zu wählen“, bestätigt Stuart Madnick, Professor für Informationstechnologie und Gründer des ‚MIT Interdisciplinary Consortium for Improving Critical Infrastructure Cybersecurity‘. „Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass die Cybersicherheitsbranche nur aus technischen Berufen und Programmierung besteht. Das trifft zwar auf einige Stellen zu, doch liegen die Ursachen für Cyberbedrohungen oft in Unzulänglichkeiten bei der Unternehmenskultur oder den dortigen Prozessen. Um diese auszuräumen benötigt man mindestens ebenso viele Soft-Skills wie technische Fertigkeiten. Wir wissen, dass Menschen häufig Berufe wählen, die ihnen etwas bedeuten, in denen sie Spaß haben und sich verwirklichen können. Die Cybersicherheitsbranche bietet diese Möglichkeiten. Jetzt müssen wir nur noch einen Weg finden, jungen Menschen das auch zu vermitteln.“

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