Mini-Shai-Hulud-Kampagne zielt auf AntV-npm-Pakete Schadcode stiehlt CI/CD-Secrets aus GitHub und npm

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Über ein gekapertes Maintainer-Konto schleust die Hackergruppe TeamPCP manipulierte AntV-npm-Pakete in den öffentlichen Index. Der Schadcode liest CI/CD-Secrets, GitHub-Token und Cloud-Anmeldedaten aus Build-Umgebungen aus und breitet sich wurmartig auf weitere Repositories aus. Betroffen sind unter anderem echarts-for-react mit über einer Million wöchentlicher Downloads.

Die Hackergruppe TeamPCP schleust über ein gekapertes Maintainer-Konto Schadcode in AntV-npm-Pakete und stiehlt GitHub-Token aus CI/CD-Pipelines.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Die Hackergruppe TeamPCP schleust über ein gekapertes Maintainer-Konto Schadcode in AntV-npm-Pakete und stiehlt GitHub-Token aus CI/CD-Pipelines.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Microsoft Threat Intelligence untersucht seit dem 19. Mai 2026 eine aktive npm-Liefer­ketten­attacke gegen das AntV-Ökosystem. Angreifer übernehmen ein Maintainer-Konto und veröffentlichen manipulierte Versionen stark genutzter Datenvisualisierungs-Pakete, unter ihnen @antv/g2. Über Ab­hängig­keits­ketten erreicht der Code nachgelagerte Bibliotheken, darunter echarts-for-react mit über einer Million wöchentlicher Downloads, und damit eine breite Basis aus Anwendungen und CI-Pipelines. Sicherheitsforscher ordnen die Angriffswelle der Mini-Shai-Hulud-Kampagne der Gruppe TeamPCP zu, die zuvor einen Einbruch in interne GitHub-Repositories für sich reklamiert hat.

Infektionsweg

Alle betroffenen Pakete enthalten einen byte-identischen, verschleierten Payload. Ein pre­install-Hook startet den Code automatisch bei der Installation. Die Ausführungskette reicht von Node über eine Shell bis zur Bun-Runtime, die der Payload bei Bedarf selbst nachinstalliert. Danach ersetzt der Schadcode die legitime index.js durch ein einzeiliges, obfuskiertes Skript und beginnt mit dem Auslesen der Umgebung.

Abgegriffene Geheimnisse

Der Stealer durchsucht Build-Hosts nach hochwertigen Zugangsdaten. Im Visier stehen GitHub Personal Access Tokens und OpenID-Connect-Token (OIDC), npm- und AWS-Anmeldedaten samt Sessions des Security Token Service (STS), SSH-Schlüssel, kubeconfigs sowie .env- und .npmrc-Dateien. Auch SaaS-Token für Slack, Stripe und Vault liest der Code aus. In GitHub-Actions-Runnern greift die Malware zusätzlich auf den Prozessspeicher zu und holt maskierte CI/CD-Secrets im Klartext heraus.

Wurmverhalten und Exfiltration

Die gestohlenen OIDC-Token setzt der Angreifer ein, um SLSA-Provenance-Attestierungen zu fälschen und manipulierte Releases als vertrauenswürdig auszugeben. Über diesen Me­cha­nis­mus breitet sich der Schadcode wurmartig auf weitere Repositories aus. Die Daten verlassen das System per HTTPS mit deaktivierter TLS-Prüfung und gehen an die Domain t.m-kosche[.]com:443. Die gleiche Adresse fungiert bereits in vorausgegangenen Mini-Shai-Hulud-Vorfällen als Ausweich-C2 und belegt den Zusammenhang der Kampagne.

Erkennung und Gegenmaßnahmen

Microsoft Defender erkennt die verteilten Dateien als Trojan:AIGen/NPMStealer sowie über die Verhaltensregeln "Suspicious Node.js process behavior" und "Credential access attempt" und unterbindet damit den Diebstahl und die Post-Install-Ausführung. Administratoren sollten kurzfristig mehrere Punkte abarbeiten.

  • Abhängigkeiten prüfen: betroffene AntV- und Folgepakete im Dependency-Baum suchen und auf bekannte, vor dem Vorfall vom 19.05.2026 veröffentlichte Versionen festsetzen oder zurückstufen
  • Anmeldedaten rotieren: exponierte GitHub-, npm- und Cloud-Token sowie SSH-Schlüssel widerrufen und neu ausstellen
  • Build-Integrität verifizieren: CI-Pipelines und kürzlich erzeugte Artefakte auf Manipulation kontrollieren
  • Egress sperren: ausgehende Verbindungen zu t.m-kosche[.]com:443 blockieren und Netzwerkprotokolle auf entsprechende Zugriffe durchsehen

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