Cloud-Verschlüsselung für Windows, macOS, Linux und Mobilgeräte

Mit Boxcryptor Daten in der Cloud verschlüsseln

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Mit Boxcryptor können Unternehmen und Einzel­anwender Daten in der Cloud verschlüsseln. Boxcryptor unterstützt dabei mehr als 30 verschiedene Cloud­speicher­anbieter.
Mit Boxcryptor können Unternehmen und Einzel­anwender Daten in der Cloud verschlüsseln. Boxcryptor unterstützt dabei mehr als 30 verschiedene Cloud­speicher­anbieter. (© peterschreiber.media - stock.adobe.com)

Boxcryptor ist seit Jahren eines der bekanntesten und leistungsfähigsten Tools, wenn es darum geht Daten in der Cloud zu verschlüsseln und diese auf PCs, Macs und Smartphones dennoch problemlos zugreifbar zu machen. Wir zeigen in diesem Beitrag die Möglichkeiten, die Boxcryptor bietet.

Boxcryptor steht in drei verschiedenen Editionen zur Verfügung. Die kostenlose Free-Variante erlaubt für Privatpersonen die Anbindung eines Cloud-Anbieters und zwei Geräten, die auf die verschlüsselten Daten zugreifen dürfen. In vielen Fällen reicht die kostenlose Variante aus. Anwender können daher auch mit der kostenlosen Free-Version Daten auf ihrem PC verschlüsselt in ihren Cloudspeicher laden und mobil mit dem Smartphone und Tablet auf Boxcryptor zugreifen. Die für Unternehmen interessante Team-Version von Boxcryptor haben wir vor kurzem in einem ausführlichen Deep Dive zusammen mit Robert Freudenreich, CTO des Augsburger Entwicklers Secomba demonstriert.

Der Boxcryptor-Client steht für Windows, macOS und als Portable-Version für Linux 64-bit zur Verfügung. Außerdem gibt es Apps für iOS und Android. Mit den Apps kann von unterwegs auf die Daten zugegriffen werden, die Boxcryptor verschlüsselt in der Cloud abgelegt hat. Auch das funktioniert bereits mit der kostenlosen Version mit zwei Geräten (PC und Smartphone).

Bereits die kostenlose Variante bietet Sicherheit durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselungs mit AES-256 und RSA-4096. Auch das sichere Teilen von Dateien mit anderen Boxcryptor-Nutzern ist bereits mit der kostenlosen Version möglich. Whisply wird von allen Versionen unterstützt. Mit dem Dienst lassen Daten mit anderen Anwendern sicher teilen. Boxcryptor legt großen Wert darauf, dass auch die kostenlose Variante die gleichen Verschlüsselungstechnologien nutzt, wie die anderen Lizenzen. Auch die wichtigsten Funktionen, wie das verschlüsselte Hochladen und der mobile Zugriff sind in allen Versionen möglich.

Mehr Funktionen mit Boxcryptor Personal und Business

Wer mehr Funktionen benötigt, kann auf die Editionen Personal und Business upgraden. Diese stehen für 36 Euro/Jahr und Benutzer zur Verfügung (Personal) sowie für 72 Euro/Jahr und Benutzer. Der größte Unterschied zwischen der Personal und Free-Version besteht vor allem darin, dass sich mit der Personal-Version unbegrenzt Cloud-Anbieter und Geräte anbinden lassen.

Wer also mit mehr als einem Cloudspeicher und mehr als zwei Geräten arbeitet, ist mit der Personal-Version gut ausgestattet. Allerdings ist der Einsatz der Personal-Version für Privatpersonen vorgesehen. Wer Boxcryptor als Selbständiger nutzt, kann Boxcryptor Business einsetzen. Mit dieser Lizenz dürfen auch berufliche Daten verschlüsselt werden.

Anwender können in Boxcryptor Personal also parallel Daten in OneDrive, Dropbox, Google Drive/One oder einem der vielen anderen unterstützten Cloudspeicher verschlüsseln und mit einer unbegrenzten Anzahl an Geräten zugreifen. Zusätzlich werden in der Personal-Version auch die Dateinamen zuverlässig verschlüsselt.

Für Unternehmenskunden ist die Business-Version die beste Wahl. Diese bietet alle Funktionen der Personal-Version, ist für das geschäftliche Umfeld die beste Wahl. Der größte Unterschied zu den anderen Versionen besteht vor allem darin, dass sich Gruppen erstellen und nutzen lassen. Das ermöglicht eine granulare Zuteilung von Benutzerrechten für Teams. Boxcryptor bietet für diese Version auch den besten Support mit der höchsten Priorität.

Mit Boxcryptor Cloudspeicher für Teams verschlüsseln

Security-Insider Deep Dive

Mit Boxcryptor Cloudspeicher für Teams verschlüsseln

19.12.18 - Im ersten Deep Dive von Security-Insider haben wir Robert Freudenreich, den CTO des deutschen Herstellers Secomba an Bord. Er zeigt uns, wie Boxcryptor, das bekannte Verschlüsselungstool für Cloudspeicher, in der Company- und Enterprise-Version unter den Prinzipien der besonders sicheren End-to-End-Verschlüsselung funktioniert. lesen

Boxcryptor im Team und in großen Netzwerken nutzen

Boxcryptor kann auch in Teams eingesetzt werden. Für Unternehmen stellt das Unternehmen noch die Company- und Enterprise-Version zur Verfügung.

Die Company-Version bietet die Funktionen der Business-Version und lässt sich zusätzlich in Active Directory integrieren. Auch Richtlinien, Zwei-Faktor-Authentifizierung und eine Benutzerverwaltung sind integriert und lassen sich zentral im Unternehmen verwalten. Bereits die Company-Version ermöglicht das Erstellen eines unternehmensweiten Schlüssels, der von allen Anwendern genutzt werden kann. Das verhindert, dass Benutzer kompromittiert werden, weil sie ihr Kennwort vergessen oder es gestohlen wird. Die Kontrolle über die Kennwörter verbleibt im Unternehmen. Die Gruppen und zentraler Verwaltung der Benutzer profitieren Unternehmenskunden, die Anwendern das Verschlüsseln von Unternehmensdaten erlauben wollen.

Für kleine Unternehmen, in denen mehrere Anwender Daten in der Cloud speichern, ist diese Edition ideal. Im Team können die Daten dauerhaft sicher auf PCs, Macs und Smartphones genutzt werden. Auch auf Tablets lassen sich die Daten nutzen.

Boxcryptor im Enterprise-Umfeld

Unternehmen, in denen mehr als 50 Personen mit Boxcryptor arbeiten, können auf die Enterprise-Version setzen. Diese bietet alle Funktionen der Company-Version und ermöglicht zusätzlich noch Single-Sign-On, selbstverwaltete Schlüssel und persönlichen Premiumsupport. Benutzer lassen sich besser verwalten, da Administratoren viele Rechte erhalten, um die einzelnen Boxcryptor-Benutzer im Netzwerk zu verwalten. Die Enterprise-Version kann schnell für viele Benutzer gleichzeitig aktiviert werden. Die Funktionen entsprechen darüber hinaus den Möglichkeiten der Company-Version. Die Company- und Enterprise-Version haben wir vor kurzem in einem zweiteiligen „Deep Dive - Boxcryptor“ genau angeschaut.

Boxcryptor in der Praxis

Basis von Boxcryptor ist der Client. Dieser wird auf den Rechnern installiert, auf dem Daten in der Cloud verschlüsselt werden sollen. Er ist die Grundlage für die Verschlüsselung der Daten vor der Übertragung in die Cloud. Die Installation lässt sich für Unternehmenskunden auch recht leicht automatisieren, da die Anbindung der Cloudspeicher erst nach der Installation erfolgt. Um Boxcryptor zu nutzen, müssen sich Benutzer mit ihrem Benutzernamen und Kennwort anmelden.

Der Client erkennt bereits vorhandene Cloudspeicher automatisch und bindet diese im Client an. OneDrive wird in Windows 10 also schnell und einfach integriert, das gilt auch für Dropbox. Der Client erstellt ein Laufwerk im Windows-Explorer, inklusive Schnellzugriff. Wird das Laufwerk geöffnet, stehen alle angebundenen Clouddienste mit einem eigenen Verzeichnis zur Verfügung. Zusätzlich ist auch in der Navigationsleiste des Explorers ein Link zum Boxcryptor-Laufwerk verfügbar. Sobald eine Datei im Boxcryptor-Laufwerk in das Unterverzeichnis eines Cloud-Speichers gezogen wird, zum Beispiel in OneDrive, erscheint ein Fenster mit der Frage, ob die Datei auch gleich verschlüsselt werden soll. Die Verschlüsselung und deren Einstellungen lassen sich jederzeit über das Kontextmenü der entsprechenden Datei anpassen.

Über das Kontextmenü des Boxcrpytor-Icons im Traybereich der Taskleiste lassen sich die Einstellungen aufrufen. Hier werden die verschiedenen Synchronisierungsverzeichnisse der Cloudspeicher verwaltet und angezeigt sowie das Boxcryptor-Konto. Über „Erweitert“ stehen Einstellungen für Profis zur Verfügung, zum Beispiel erweiterte Verschlüsselungsfunktionen.

Um Dateien mit einem Whisply-Link zu versenden, muss Boxcryptor die Berechtigungen haben umfassend auf den Cloudspeicher zugreifen zu können. Sobald die Rechte einmalig eingerichtet wurden, lassen sich Whsiply-Links für die Freigabe erstellen. Die Freigabe von Daten über Whisply erfolgt mit dem Webbrowser und dem Boxcryptor-Konto. Im Rahmen der Freigabe lässt sich ein Ablaufdatum festlegen sowie ein Kennwort für den Zugriff auf die freigegebene Datei. Der Anwender, mit dem die Datei geteilt wird, muss anschließend die PIN oder das Kennwort für den Zugriff eingeben und kann dann auf die Datei zugreifen. Whisply ist auch in der kostenlosen Version enthalten.

Dateien unter Windows verschlüsseln und schützen

Kostenlose Tools und Windows-Bordmittel

Dateien unter Windows verschlüsseln und schützen

05.02.19 - Wer Daten auf einem Windows-Rechner so ablegen will, dass sicher keine Unbefugten darauf zugreifen können, hat mehrere Optionen. Er kann entweder mit Windows-Berechtigungen arbeiten, das verschlüsselte Dateisystem EFS nutzen, das Windows-Tool „cipher“ verwenden oder auf Drittanbieter-Tools zur Verschlüsselung setzen. Wir zeigen einige Möglichkeiten. lesen

Boxcryptor-Konto verwalten

Auf der Webseite von Boxcryptor melden sich Anwender mit ihrem Boxcryptor-Konto an, um Einstellungen, wie das Abonnement zu ändern. Auch die Geräte, auf denen eine Verbindung mit dem Boxcryptor-Konto hergestellt wurde, ist hier zu sehen. Dazu wird auf den Menüpunkt „Geräte“ geklickt.

Anwender können an dieser Stelle jederzeit ihr Kennwort ändern und Geräte, die keinen Zugriff mehr auf das Konto haben sollen, aus der Liste entfernen. Wer sein Abonnement heraufstufen will, kann das über den Menüpunkt „Abonnement“ erledigen.

Mehr Sicherheit mit Zwei-Wege-Authentifizierung

Generell ist es empfehlenswert zur Anmeldung am Boxcryptor-Konto mit der Zwei-Wege-Authentifizierung zu arbeiten. Standardmäßig ist diese Option nicht aktiv. Anwender können diese über den Menüpunkt „Sicherheit“ die Zwei-Wege-Authentifizierung anpassen und auch ihr Kennwort ändern.

Die Aktivierung erfolgt über den Bereich „Zwei-Faktor-Authentifizierung\Authenticator App\Deaktiviert“. Boxcryptor arbeitet mit den Anwendungen Google Authenticator, LastPass Authenticator und Duo Mobile zusammen und unterstützt Security-Keys wie zum Beispiel die von Yubico produzierten YubiKeys.

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