Konfigurationen prüfen Samba-Schwachstellen ermöglichen Remote Code Execution

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

Samba hat zwei RCE-Sicherheitslücken geschlossen, die unter bestimmten Konfigurationen den Weg für unauthentifizierte Angriffe ebnen. Drei weitere Fehler gefährden Dateiintegrität, Zertifikatsvertrauen oder die Verfügbarkeit von Diensten. Updates stehen bereit.

Die kritischsten Sicherheitslücken EUVD-2026-32741 / CVE-2026-4480 im Druck-Subsystem von Samba und EUVD-2026-31828 / CVE-2026-4408 im Samba-Dateiserver ermöglichen das Ausführen von Schadcode.(Bild:  Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Die kritischsten Sicherheitslücken EUVD-2026-32741 / CVE-2026-4480 im Druck-Subsystem von Samba und EUVD-2026-31828 / CVE-2026-4408 im Samba-Dateiserver ermöglichen das Ausführen von Schadcode.
(Bild: Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Samba hat mit den Versionen 4.22.10, 4.23.8 und 4.24.3 fünf Sicherheitslücken mit kritischem oder hohen Risiko geschlossen. Betroffen waren unter anderem Samba-Dateiserver und Installationen als Active-Directory-Domain-Controller. Die Schwachstellen reichen von fehlerhaften Zugriffskontrollen und Denial of Service bis zu unauthentifizierter Remote Code Execution.

Samba ist eine Open-Source-Software-Suite, die Datei- und Druckdienste für SMB/CIFS-Clients bereitstellt. Unternehmen setzen sie unter anderem für Netzwerkfreigaben, Druckserver und die Integration von Linux-Systemen in Windows-basierte Umgebungen ein.

Zwei Wege zur Remote Code Execution

Zwei kritischsten Fehler sind EUVD-2026-32741 / CVE-2026-4480 (CVSS-Score 9.0, EPSS-Score* 2.50) und EUVD-2026-31828 / CVE-2026-4408 (CVSS-Score 9.0, EPSS-Score 13.93). Letztere betrifft Samba-Dateiserver und klassische Domain-Controller, sofern der Dienst „samba-dcerpcd“ als Systemdienst läuft und die Option „check password script“ mit dem Platzhalter „%u“ verwendet wird. Dann wird der vom Client übermittelte Benutzername ohne ordnungsgemäße Maskierung von Shell-Metazeichen weitergegeben, was zu Remote Code Execution führen kann. Die Schwachstelle besteht bei nicht standardmäßigen Konfiguration.

EUVD-2026-31828 / CVE-2026-4480 liegt im Druck-Subsystem von Samba und wird im Release Note als unauthentifizierte Remote Code Execution eingestuft. Verwendet ein Druckserver die Einstellung „print command“ mit dem Platzhalter „%J“, kann die Beschreibung eines Druckauftrags ungefiltert in den konfigurierten Befehl gelangen. Ein entfernter Angreifer kann dadurch Shell-Sonderzeichen einschleusen und Befehle ausführen.

Weitere Fehler in Datei-, Zertifikats- und Netzwerkfunktionen

EUVD-2026-32211 / CVE-2026-3012 (CVSS-Score 8.0, EPSS-Score 0.26) betrifft die automatische Zertifikatsregistrierung über Gruppenrichtlinien. Samba konnte ein CA-Zertifikat über eine unverschlüsselte HTTP-Verbindung abrufen und ohne ausreichende Prüfung im lokalen Vertrauensspeicher installieren. Ein Angreifer, der den Netzwerkverkehr abfangen oder umleiten kann, könnte dadurch ein manipuliertes Zertifikat einschleusen und vertrauenswürdige Verbindungen abfangen oder vortäuschen.

EUVD-2026-35033 / CVE-2026-3238 (CVSS-Score 7.5, EPSS-Score 2.67) betrifft die WINS-Server-Komponente eines Active-Directory-Domänencontrollers. Bestimmte manipulierte UDP-Pakete können eine Nullzeiger-Dereferenz auslösen und den WINS-Dienst zum Absturz bringen. Die Folge ist ein Denial-of-Service-Zustand.

EUVD-2026-32275 / CVE-2026-1933 (CVSS-Score 7.1, EPSS-Score 0.86) betrifft Zugriffskontrollen für NTFS-ähnliche Reparse Points. Auf als schreibgeschützt markierten Freigaben können angemeldete Nutzer unter bestimmten Bedingungen Reparse-Point-Metadaten setzen oder löschen, wenn sie auf Dateisystemebene über Schreibrechte verfügen. Dies kann die Integrität der Freigabe beeinträchtigen.

Updates für mehrere Samba-Versionen verfügbar

Samba hat die Schwachstellen mit den Versionen 4.22.10, 4.23.8 und 4.24.3 behoben. Auch mehrere Linux-Distributionen und Anbieter haben Sicherheitsupdates veröffentlicht, darunter Red Hat, Suse, openSUSE, Amazon Linux, Debian, Ubuntu und Oracle Linux. Administratoren sollten prüfen, welche Samba-Version und welche Konfiguration auf ihren Systemen eingesetzt wird, und die Updates zeitnah einspielen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Installationen mit „check password script“, „print command“, automatischer Zertifikatsregistrierung, WINS oder dem „samba-dcerpcd-Dienst“. Die Sicherheitslücken wurden in den Samba-Release-Notes vom 26. Mai 2026 veröffentlicht. Da einige Schwachstellen nur bei speziellen Konfigurationen greifen, sollten Administratoren neben der Softwareversion auch die genannten Einstellungen überprüfen.

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