Windows mit kostenlosen Tools retten

So erstellen Sie den perfekten Notfall-USB-Stick für Admins

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Rettungs-Stick ist nicht gleich Rettungs-Stick. Wir zeigen, wie man den perfekten Admin-USB-Stick zur Windows-Rettung herstellt.
Rettungs-Stick ist nicht gleich Rettungs-Stick. Wir zeigen, wie man den perfekten Admin-USB-Stick zur Windows-Rettung herstellt. (Bild: © adam121 - stock.adobe.com)

Wenn Windows nicht mehr startet, ist guter Rat teuer. Hier hilft in vielen Fällen ein Rettungs-USB-Stick, mit dem sich ein Notsystem starten lässt. Über dieses kann Windows dann auch repariert werden. Dabei das sichern von Daten ebenso möglich, wie andere Aufgaben, um ein Betriebssystem wieder zum Laufen zu bekommen.

Im Internet finden sich zahlreiche Tools, mit denen sich PCs bei Problemen über einen USB-Stick starten lassen. Beispiele dafür sind die Rettungs-CD von Kaspersky oder die bekannte Lösung SystemRescueCD. Die kostenlose Kaspersky-Rettungs-CD ist eine der bekanntesten Rettungs-CDs für Windows- oder Linux-Rechner. Die CD kann auch auf einen USB-Stick kopiert werden. Starten Anwender einen Rechner mit dem Stick, stehen Rettungs-Tools zur Verfügung sowie ein Virenscanner, der PCs auch von Viren befreien kann, wenn das Betriebssystem nicht mehr startet. Die Anleitung dazu stellt Kaspersky zur Verfügung.

Diagnostics and Recovery Toolset 10 – Rettungs-CD mit Windows 10

Microsoft bietet für Unternehmen mit Software Assurance Vertrag die Möglichkeit, eine Rettungs-CD zu erstellen, die ebenfalls auf einem USB-Stick betrieben werden kann. Das Diagnostics and Recovery Toolset (DaRT) steht im Rahmen des MDOP-Programmes zur Verfügung. Mit dem Toolkit erhalten Administratoren eine umfassendes Rettungsmedium für Windows. Eigene Rettungs-Datenträger lassen sich aber ebenfalls erstellen.

Eigenen USB-Stick mit Windows 10 erstellen – Vorbereitungen

Um einen eigenen Rettungs-USB-Stick mit Windows 10 zu erstellen, wird zunächst eine ISO-Datei von Windows 10 benötigt. Liegt keine vor, stellt Microsoft die ISO-Dateien kostenlos zur Verfügung. Um einen eigenen Rettungsdatenträger zu erstellen, wird das kostenlose Tool „Microsoft Windows and Office ISO Download Tool“ empfohlen. Das Media Creation Tool von Microsoft lädt die ISO-Dateien zwar auch herunter, speichert die Images allerdings als ESD-Datei. Das „Microsoft Windows and Office ISO Download Tool“ speichert das Image so, dass die WIM-Datei der Windows 10-Installation zugreifbar ist. Diese wird für das Erstellen eines USB-Sticks benötigt.

Zusätzlich wird das Tool „Win10PE SE“. Das kostenlose Tool kann ein Windows-System auf einem USB-Stick erstellen. Um den Stick zu erstellen, wird Windows 10PE SE zunächst als ZIP-Datei heruntergeladen und in ein Verzeichnis extrahiert. Dazu kann zum Beispiel das Verzeichnis „Rettung“ auf der C-Festplatte erstellt werden.

Zusätzlich sollte in diesem Verzeichnis noch ein leerer Ordner mit der Bezeichnung „Windows10“ erstellt werden. Durch einen Doppelklick auf die ISO-Datei von Windows 10, wird diese als Laufwerk im Windows-Explorer bereitgestellt. Der Inhalt dieses Laufwerks muss in das Verzeichnis „Windows10“ kopiert werden. Diese Daten sind die Grundlagen für einen Rettungs-Stick.

Systemrettung mit bootbaren USB-Sticks

Bootstick statt Rettungs-CD

Systemrettung mit bootbaren USB-Sticks

23.01.18 - Startet das Betriebssystem eines Rechners nicht mehr, greift man normalerweise zur Rettungs-CD. Hat der PC aber kein optisches Laufwerk kann man sich mit einem bootfähigen USB-Stick behelfen um die Daten oder das komplette System zu retten. Es gibt viele Möglichkeiten, Rettungs-CDs oder ganze Live-Betriebssysteme auf einen Bootstick zu kopieren. Wir zeigen die besten Windows- und Linux-Tools. lesen

USB-Stick erstellen

Um den USB-Stick zu erstellen, wird das Tool „BuilderSE.exe“ gestartet. Das Tool startet eine grafische Oberfläche, über die alle Einstellungen vorgenommen werden, um den USB-Stick zu erstellen. Zunächst wird über die Schaltfläche „Source“ bei „Source directory“ das Verzeichnis ausgewählt, in das der Inhalt der Windows 10-ISO-Datei kopiert wurde. In diesem Beispiel handelt es sich um das Verzeichnis „C:\Rettung\Windows10“.

Danach wird im linken Bereich das Menü „Utils“ erweitert und das Tool „Extract WIM Folders“ ausgewählt. Anschließend erfolgt ein Klick auf „Script“ und dann auf das grüne Dreieck. Hier wird die WIM-Datei aus dem Windows 10-Verzeichnis ausgelesen. Mit „Goooooo“ wird der USB-Stick vorbereitet. Achtung: der überwachte Ordnerzugriff und der Schutz vor Ransomware blockieren diese Aufgaben teilweise. Hier erscheinen dann entsprechende Meldungen. Lassen sich die Blockiervorgänge nicht entsperren, müssen die betreffenden Schutzdienste deaktiviert werden, bis der Stick erstellt wurde.

Beim Erstellen der notwendigen Grundlagen für den USB-Stick werden auch einige Fenster in der Befehlszeile geöffnet. Hier sind keinerlei Aktionen vorzunehmen. Der Assistent führt alle notwendigen Schritte automatisch durch. Anschließend kann die ISO-Datei auf Basis der extrahierten Dateien erstellt werden. In Win10PE SE wird daraufhin die ISO-Datei erstellt. Diese kann über das Tool auch direkt auf einen USB-Stick extrahiert werden, mit dem wiederum ein Windows-PC gestartet werden kann.

Rettungs-Stick erweitern

Funktioniert der Rettungs-Stick, kann dieser erweitert werden. Über den Menüpunkt „Downloads“ auf der linken Seite von Windows10PE SE lassen sich zusätzliche Tools in den Stick integrieren. Dazu wird das betreffende Tool angeklickt und die Schaltfläche „Download or Update Selected Plugins“ ausgewählt. Tools, die über diesen Weg hinzugefügt werden, lassen sich durch das Play-Symbol wieder in die ISO-Datei integrieren und diese danach wieder auf einen USB-Stick kopieren.

Mit den Werkzeugen, die auf der linken Seite zur Verfügung stehen, können die Funktionen des Rettungs-Sticks erweitert werden. Sobald ein Tool integriert wurde, besteht der nächste Schritt darin, den Stick neu zu erstellen, wie am Beginn des Prozesses.

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