Ein sicher konfiguriertes Synology-NAS kann viel mehr als nur Daten speichern. Mit den passenden Apps stärken Unternehmen Sicherheit und Betrieb. Hyper Backup und Active Backup für Datensicherung und Wiederherstellung, Protokoll‑Center und Proxy Server schaffen Transparenz, MFA und VPN schützen Zugänge. RADIUS und OAuth zentralisieren Authentifizierung, VMM und Surveillance Station erweitern die Möglichkeiten.
Synology-Apps erweitern ein Unternehmens-NAS um Sicherheit, Transparenz, Backup-Funktionen und Zugriffskontrolle und machen es so zu einer deutlich leistungsfähigeren und zuverlässigeren Plattform im täglichen Betrieb.
Ein Network Attached Storage (NAS) kann in Unternehmen eine flexible Rolle einnehmen: von Backup-Lösung über Virtualisierungsplattform zur Cloud-Schnittstelle. Zu den Basics für ein sicheres NAS gehören allen voran ein aktuelles Betriebssystem, Multifaktor-Authentifizierung (MFA), gültige TLS-Zertifikate sowie segmentierte Netze. Dazu kommen Firewall-Regeln sowie Backups und Snapshots, die getrennt vom Primärspeicher aufbewahrt werden. Wer das Maximum aus seinem NAS herausholen möchte, hat zudem die Auswahl aus vielen praktischen Apps. Welche es gibt, erläutern wir am Beispiel des Herstellers Synology.
Als zentrale Instanz für die Betriebsüberwachung, Forensik und Compliance gibt es das Synology Protokoll‑Center. Es sammelt Ereignisse von DSM, Apps und auch von externen Systemen über Syslog, stellt Auswertungen bereit und verschickt Benachrichtigungen. Sinnvoll sind klare Aufbewahrungsfristen, fein granulierte Zugriffsrechte für Log‑Operatoren sowie eine verschlüsselte Log‑Übertragung aus sensiblen Quellen.
Ergänzend hilft der Proxy Server, ausgehenden Traffic zu kontrollieren und zu protokollieren, etwa um Updates sicher zu beziehen oder Richtlinien durchzusetzen. Er sollte ausschließlich intern genutzt, nie als offenes Relais betrieben werden. Und auch die TLS Inspection sollte nur mit klarer Policy und sauberem Zertifikatsmanagement genutzt werden. Die Logs können dann in das Protokoll-Center oder ein zentrales SIEM fließen.
Backups und Wiederherstellung: Hyper Backup und Active Backup
Einen besonders großen Mehrwert bringen die Backup- und Restore-Apps von Synology. Hyper Backup von Synology sichert Daten und App-Konfigurationen des NAS versionsbasiert auf externe Datenträger, ein zweites NAS, per „rsync/SFTP“ oder in S3‑kompatible Clouds einschließlich Synology C2. Active Backup zentralisiert die Sicherung von physischen und virtuellen Windows- und Linux-Systemen sowie – je nach Modul – von Microsoft 365 und Google Workspace. Die beiden Ansätze ergänzen sich: Hyper Backup schützt Inhalte und Einstellungen des NAS selbst, während Active Backup Ausfallzeiten bei Servern, Clients und VMs mit granularen und BareMetalWiederherstellungen minimiert. Für die Ausgestaltung empfiehlt sich die 3‑2‑1‑1‑0‑Regel: drei Kopien, zwei Medientypen, eine Offsite‑Kopie, eine unveränderbare Kopie, null ungeprüfte Restores. Wo möglich sollte Unveränderbarkeit genutzt werden, zum Beispiel mit S3 Object Lock oder C2 Immutability. Servicekonten sollten nur die minimal nötigen Rechte erhalten und Wiederherstellungen regelmäßig getestet werden. Sowohl Hyper Backup wie auch Active Backup sind Teil des DiskStation Managers (DSM), dem Betriebssystem von Synology.
Der OAuth Service ermöglicht Single Sign‑on für interne Web‑Anwendungen und sollte ausschließlich über TLS betrieben werden. Am besten stellen Admins kurze Token‑Laufzeiten, restriktive Redirect‑URIs, Minimalrechte für Servicekonten und eine aktive Protokollierung durch.
Der Proxy Server kontrolliert ausgehende Verbindungen, erzwingt benutzer‑ und gruppenbasierte Richtlinien und protokolliert Zugriffe.
Ergänzt werden kann das Zugriffskonzept durch IP‑Allowlists und die DSM‑Firewall auf Diensteebene sowie einem sauberen Zertifikats‑ und Schlüsselmanagement.
Alle Anmelde‑ und Zugriffsereignisse sollten in das Protokoll‑Center weitergeleitet werden. Zudem sollten Alarme eingerichtet werden, die bei Anomalien warnen.
Wer kleine Dienste konsolidieren will, für den eignet sich der Virtual Machine Manager. Damit können auch Testumgebungen bereitgestellt oder Workloads isoliert betrieben werden. Für Sicherheit und Stabilität sind getrennte vSwitches/VLANs, klare Ressourcenlimits, eigene Storage‑Pools für VM‑I/O sowie regelmäßige VM‑Backups entscheidend. Eine leistungsfähige CPU, genügend RAM und schnelle Laufwerke/SSD‑Caches sind ebenfalls empfehlenswert.
Ein weiterer Tipp, um das NAS allumfänglich einzusetzen, ist die Surveillance Station von Synology, die das Management von IP-Kameras bündelt. Auch hierbei sind eine strikte Netzwerktrennung der Kameras, abgesicherter Zugriff und regelmäßige Firmware Updates der Geräte.
Für die Einführung der folgenden Synology‑Apps und Betriebsfunktionen kann ein schrittweises Vorgehen hilfreich sein:
1. Backups mit Hyper Backup etablieren und das Protokoll‑Center produktiv in Betrieb nehmen.
2. Active Backup für Server, Clients und VMs ausrollen und Wiederherstellungsprozesse regelmäßig üben.
3. Fernzugriff über ein VPN einrichten und falls benötigt RADIUS für WLAN‑ und Gerätezugriffe einsetzen.
4. Zugriffssteuerung mit klaren Proxy‑Regeln und einem zentralen OAuth‑Dienst einrichten.
5. Virtual Machine Manager und die Surveillance Station einführen, wenn Konsolidierungs‑ oder Videoanforderungen bestehen.
Damit der Betrieb des Synology‑NAS und der darauf eingesetzten Apps dauerhaft stabil bleibt, brauchen diese Apps klare Verantwortlichkeiten, Monitoring mit wirksamen Alarmwegen sowie eine fortlaufende Dokumentation. Dazu zählen definierte Rollen, geübte Notfallwiederherstellungen, gepflegte Aufbewahrungs- und Löschkonzepte sowie nachvollziehbare Change-Logs. So entfalten Synology Apps ihren vollen Nutzen: Sie ergänzen einen soliden Grundschutz um Wiederherstellbarkeit, Transparenz und kontrollierten Zugriff und machen das Network Attached Storage zu einer verlässlichen Plattform für den täglichen Betrieb.
Stand: 08.12.2025
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