Noch nie war die Gefahr für Unternehmen größer, Ziel von Cyber-Angriffen zu werden. Globale Krisen, die in immer kürzeren Intervallen auftreten, verstärken diese Gefahr. Deshalb sollten Unternehmen ihre eigene Widerstandsfähigkeit – also Resilienz – stärken. Doch ausgerechnet den dafür wichtigen Baustein Cybersecurity vernachlässigen viele deutsche Unternehmen laut einer Studie von Iron Mountain.
Für Unternehmen ist „nichts tun“ und darauf zu vertrauen, nicht ins Visier von Cyber-Kriminellen zu geraten, definitiv keine Lösung.
(Bild: BillionPhotos.com - stock.adobe.com)
Im vergangenen Jahr verzeichnete das Bundeskriminalamt fast 150.000 Cybercrime-Fälle – doch die Dunkelziffer ist mit Sicherheit noch höher. Deutsche Unternehmen werden immer häufiger zum Ziel von Hackern und anderen Cyber-Kriminellen. Doch auch die Bedrohung durch andere Staaten steigt immer weiter. So warnt beispielsweise das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schon seit einigen Monaten davor, dass sogenannte Hacktivisten – also politisch motivierte Hacker, oftmals im Auftrag von Regierungen – im Rahmen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine deutsche Unternehmen ins Fadenkreuz nehmen könnten. Und tatsächlich wurde seit Ende April 2022 eine zunehmende Zahl sogenannter DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) sowohl auf deutsche als auch internationale Unternehmen festgestellt. Dazu kommen die zahlreichen weiteren Krisen und Unbeständigkeiten, die unsere Welt seit einigen Jahren fest im Griff haben. Die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen war also selten so gefragt wie heute. Doch eine aktuelle weltweite Studie von Economist Impact, die im Auftrag von Iron Mountain durchgeführt wurde, zeigt, dass längst nicht alle Unternehmen in Deutschland die Herausforderungen mit dem nötigen Ernst und vor allem umfassend genug betrachten.
Resilienz ohne Datensicherheit ist keine Resilienz
Seit Beginn der weltweiten Corona-Pandemie leben wir in einer mehr und mehr hybriden Arbeitswelt. Nahezu jede:r Büroarbeiter:in ist mindestens ein paar Mal pro Woche im Homeoffice, konferiert nur noch über Videokonferenzlösungen und arbeitet städte- oder sogar länderübergreifend mit anderen Teams zusammen. Die Menge an Daten, die durchs Netz fließen, wachsen ins Unermessliche – bis 2025 sollen jährlich 181 Zettabyte an Daten generiert werden, das entspricht 181 Milliarden Terabyte. Aber je mehr Daten übertragen und gespeichert werden, desto höher wächst auch das Risiko für Cyber-Angriffe und Datenlecks.
Obwohl also die Notwendigkeit steigt, in Maßnahmen zu investieren, um die eigene Resilienz zu steigern, stehen gerade deutsche Unternehmen dem skeptisch gegenüber. Sieben von zehn Befragten (68,5 Prozent) sind überzeugt, dass sich langfristige Investitionen in Resilienz eher negativ auf die betriebliche Effizienz auswirken. Gleichzeitig ist der Schutz von Daten und anderen Cyber-Assets längst noch nicht bis in sämtliche Führungsetagen vorgedrungen. Denn der/die CISO beziehungsweise Head of Security ist lediglich bei 4,3 Prozent der befragten Unternehmen für die Durchsetzung von Resilienzmaßnahmen verantwortlich.
Dazu kommt noch eine gefährliche Selbstüberschätzung der Führungskräfte – drei Viertel (76,1 Prozent) sind sehr oder sogar vollkommen überzeugt davon, dass die Datensicherheits-Maßnahmen ihres Unternehmens unter Resilienzgesichtspunkten völlig ausreichend sind. Die Priorisierung von Investitionen in den Datenschutz ist sogar leicht rückläufig im Vergleich zu vor der Pandemie. Denn während prä-Corona wenigstens noch in 21,7 Prozent der Fälle Datenschutzmaßnahmen priorisiert wurden, ist dies zum jetzigen Zeitpunkt nur noch in 19,6 Prozent der Fall.
Dabei existieren heute bereits zahlreiche effektive Technologien zum Schutz vor Cyberangriffen: Egal ob Cloud-Backups, XDR-Werkzeuge (Extended Detection and Response), MFA (Multi-Faktor-Authentifizierung) oder – gerade für besonders vertrauliche Daten – das sogenannte Air-Gapped Storage, also die Offline-Vorhaltung einer Datenkopie, die vollkommen abgeschirmt ist gegenüber Zugriffen über das Netzwerk oder Internet.
Silberstreif am Horizont
Die Zukunftsaussichten für den Schutz vor Cyber-Attacken in deutschen Unternehmen sowie den Aufbau von Resilienz im Allgemeinen sind jedoch nicht nur trüb. Immerhin 37 Prozent möchten wegen des gestiegenen Risikos von Hacker-Angriffen entsprechende Resilienzen aufbauen. Und sechs von zehn (59,8 Prozent) befragten Führungskräften sehen zumindest einen gewissen Bedarf für mehr finanzielle Investitionen in Resilienz.
Nichts tun und darauf zu vertrauen, nicht ins Visier von Cyber-Kriminellen zu geraten, ist aber auch definitiv keine Lösung. Denn im schlimmsten Fall droht der Verlust vertraulicher Daten, finanzieller Assets, wertvoller Reputation und – schlussendlich – Kunden. Und das kann im schlimmsten Fall sogar die Existenz kosten. Führungskräfte, die hier proaktiv handeln und sich bereits jetzt um ausreichende Resilienz sowie zukunftssichere Datenschutzmaßnahmen kümmern, schaffen damit die Voraussetzungen dafür, dass ihre Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.
Über den Autor: Ralf Reich ist Commercial Vice President Northern Europe bei Iron Mountain.
Stand: 08.12.2025
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