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Viren-Vertriebskanäle im Web 2.0 50.000 infizierte Webseiten täglich – Links auf Google, Facebook & Co

Redakteur: Stephan Augsten

Bei der Malware-Verbreitung setzen Virenautoren vermehrt auf manipulierte Suchmaschinen-Ergebnisse, Soziale Netzwerke und Schadcode-behaftete Webseiten. Dies geht aus dem Websense Threatreport 2009 hervor. Security-Hersteller Sophos registrierte im selben Jahr rund 50.000 infizierte Webseiten täglich.

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Malwarefalle Mitmachweb: Virenautoren machen sich verschiedenste Internet-Funktionen zunutze.
Malwarefalle Mitmachweb: Virenautoren machen sich verschiedenste Internet-Funktionen zunutze.
( Archiv: Vogel Business Media )

Weltweit werden in den USA mit Abstand die meisten infizierten Webseiten gehostet. Den Sophos-Statistiken zufolge kommt das Land der unbegrenzten Malware-Möglichkeiten auf einen Anteil von 37,4 Prozent. Russland (12,8%) und China (11,2%) liegen auf den Plätzen zwei und drei, gefolgt von Peru (3,7%). EU-Spitzenreiter ist Deutschland, das mit 2,6 Prozent nur knapp vor Südkorea (2,4%) auf Platz fünf rangiert.

Dabei setzen die Cyber-Kriminellen weniger auf eigens aufgesetzte Webseiten, stattdessen infizieren sie vertrauenswürdige Domains. Hierfür muss die Webseite nicht einmal mehr gehackt werden, der zeitgemäße Virenautor schaltet der Einfachheit halber Werbeanzeigen auf seriösen Webseiten. Jüngst fielen die New York Times und Gizmodo dem sogenannten Malvertising (Kunstwort aus Malware und Advertising) zum Opfer.

Als „Viren-Vertriebskanäle“ werden zunehmend auch Suchmaschinen missbraucht, warnt Security-Hersteller Websense. Im zweiten Halbjahr 2009 führten gezielte Manipulationen dazu, dass 13,7 Prozent der Top-Suchergebnisse zu Webseiten führten, die mit Malware oder Trojanern infiziert waren

Derweil laufen gefährliche Spam und Malware-Links auf Web-2.0-Plattformen aufgrund der Erfolgsquote dem klassischen E-Mail-Spam den Rang ab. Bis zu 95 Prozent der Kommentarbereiche auf Web-2.0-Seiten wie Blogs oder Foren enthielten Spam oder Malware. Auch populäre Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter werden immer wieder für Angriffe genutzt.

Hierbei setzen die Cyber-Kriminellen auf tagesaktuelle Ereignisse aus den Bereichen Politik, Sport oder Gesellschaft, warnt Michael Scheffler, Regional Director Central Europe bei Websense: „Je größer das Interesse an einem aktuellen Thema oder einer Web-2.0-Seite, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass Hacker dieses Interesse ausnutzen und ihre Fallen aufstellen.“

Neben aktueller Sicherheitssoftware schützt deshalb nach wie vor der Argwohn des Anwenders am besten vor möglichen Malware-Infektionen. Weitere Informationen zu den größten Internet-Gefahren 2009 im SophosLabs-Blog und im Websense Threatreport.

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