Spyware-Alarm für Bundestag und Bundesregierung Apple-Warnung vor Spyware löst BSI-Alarm bei Politikern aus

Von Peter Schmitz mit Material der dpa. 2 min Lesedauer

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Apple hat Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder vor einem möglichen gezielten Angriff auf ihre iPhones gewarnt. Das BSI rät den Betroffenen, vorsorglich von einer Kompromittierung auszugehen. Ob tatsächlich ein Gerät befallen ist, bleibt offen. Digitalminister Karsten Wildberger räumt große Sorge ein, Details nennt er nicht.

Müssen sich Bundespolitiker Sorgen machen, dass sich auf ihren iPhones Schadsoftware befindet? Der Digitalminister bestätigt einen amtlichen Hinweis.(Bild: ©  CuteBee - stock.adobe.com)
Müssen sich Bundespolitiker Sorgen machen, dass sich auf ihren iPhones Schadsoftware befindet? Der Digitalminister bestätigt einen amtlichen Hinweis.
(Bild: © CuteBee - stock.adobe.com)

Nach Angaben der Tagesschau gingen seit dem 29. Oktober Apple-Warnungen vor einem möglichen Angriff mit sogenannter „Mercenary Spyware“ auf iPhones ein, die Bundestags­ab­ge­ord­ne­ten und Mitgliedern der Bundesregierung gehören könnten. Das BSI erklärte laut Tagesschau, ihm lägen keine näheren Informationen zu Anlass und Hintergründen vor. Ob Geräte tatsächlich erfolgreich kompromittiert wurden, sei nicht bekannt. Vorsorglich sollten Betroffene aber davon ausgehen, dass dies möglich sei.

Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) sagte dazu im ARD-„Bericht aus Berlin“, es gebe „eine Meldung von Apple, dass bestimmte Geräte gegebenenfalls kompromittiert wurden mit so­ge­nan­nter Spyware“. Das BSI habe „superschnell reagiert“ und alle Betroffenen angeschrieben, was in diesem Fall zu tun sei. Nähere Angaben machte er nicht. „Das ist jetzt rein spekulativ, um was es sich hier konkret handelt, das muss man jetzt abwarten.“

Er würde das nicht unbedingt auf einen KI-Angriff zurückführen, da es Spyware auf Telefonen schon länger gebe. „Das ist trotzdem etwas, was natürlich uns sehr besorgt“, so der Digital­minister.

Wie Apple solche Warnungen einordnet, beschreibt das Unternehmen in seinem Support-Dokument 102174. Demnach verschickt Apple Bedrohungsbenachrichtigungen seit 2021 mehrmals im Jahr, wenn es Hinweise auf gezielte Angriffe mit Söldner-Spyware erkennt. Betroffene in mehr als 150 Ländern wurden bislang informiert. Apple stuft die Warnung als hochgradigen Hinweis ein, dass jemand individuell angegriffen wurde, eine absolute Gewissheit für eine Infektion ist sie nicht. Eine Gesamtzahl der Benachrichtigten und die Namen der Angreifer nennt Apple nicht. Eine echte Warnung erscheint auch nach dem Login auf account.apple.com. Laut dem Support-Dokument fordert Apple darin nie dazu auf, Links anzuklicken, Apps oder Profile zu installieren oder Passwörter und Bestätigungscodes heraus­zu­geben. Als Schutzmaßnahme empfiehlt Apple unter anderem den Blockierungsmodus (Lockdown Mode), der die Angriffsfläche verkleinert, aber Funktionen einschränken kann, sowie fachkundige Hilfe.

Gerade staatlich eingesetzte Spyware wie Pegasus der NSO Group kommt oft ohne Zutun der Nutzer aus. Bei solchen Zero-Click-Angriffen reicht eine präparierte Nachricht, ein Klick ist nicht nötig. Security-Insider erklärt das Prinzip in „Was ist ein Zero-Click-Angriff?“.

Wie weit Söldner-Spyware gehen kann, zeigt der Fall Predator. Jamf-Forscher stellten fest, dass die Spyware der Intellexa Alliance auf Apple-Geräten die Kamera- und Mikrofonanzeigen unterdrücken kann. Voraussetzung ist ein bereits umfassend kompromittiertes Gerät, wie Security-Insider am 24. März 2026 in „Predator-Spyware deaktiviert iPhone-Aufnahme­in­di­ka­to­ren“ berichtete.

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