Studie von Cisco Duo Security Authentifizierung ohne Passwort noch kritisch

Autor Ann-Marie Struck

Moderne Authentifizierungsmethoden per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung gelten als besonders sicher. Immerhin handelt es sich um biometrische Nachweise. Nichtsdestotrotz wird passwortlose Authentifizierung nur langsam in Unternehmen adaptiert.

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Bei der biometrische Authentifizierung wird ein einziges biometrisches Merkmal verwendet,um die Identität eines Nutzers zu überprüfen.
Bei der biometrische Authentifizierung wird ein einziges biometrisches Merkmal verwendet,um die Identität eines Nutzers zu überprüfen.
(Bild: natanaelginting - stock.adobe.com)

Schnell den Zeigefinger an die Seite des Smartphones gelegt oder in die Selfie-Cam geschaut, und schon ist das Gerät entsperrt: Biometrische Authentifizierungen gehören für viele von uns zum Alltag. Im Office sieht dies wiederum anders aus. Dort werden weiterhin oft Passwörter verwendet.

Eine Studie von Cisco Duo Security unter 400 IT-Entscheidern in Deutschland zeigt, dass passwortlose Authentifizierungsmethoden zwar beliebter werden, aber noch nicht eingesetzt werden. 36 Prozent planen ihre Einführung. Passwortlose Zugänge haben jedoch erst neun Prozent der Befragten.

Für die Einführung solcher Lösungen sprechen bei 38 Prozent die Verbesserung der allgemeinen Sicherheit des Unternehmens und die Notwendigkeit, mit der neuesten Technologie Schritt zu halten. Weitere 32 Prozent der Teilnehmenden möchten damit die Erfahrung der Endnutzer verbessern.

Anwender sind davon überzeugt

Um ein ganzes Bild über passwortlose Authentifizierung zu geben, wurden im Rahmen der Studie auch 500 deutsche Nutzer befragt. Davon fühlen sich 55 Prozent wohl dabei, den Fingerabdruck für den Zugang zu einem Online-Konto zu verwenden. 40 Prozent haben nichts gegen eine Gesichtserkennung einzuwenden. Demgegenüber lehnen 22 Prozent den Fingerabdruck und 32 Prozent die Gesichtserkennung ab. Entsprechend haben 32 Prozent bei keinem Gerät Biometrie aktiviert. Auf einem Gerät nutzen sie 25 Prozent, auf drei Geräten zehn Prozent.

Allgemein sind der Studie zufolge die Vorbehalte bei passwortlosen Zugängen in Deutschland noch groß. Nur etwa 21 Prozent der Befragten bevorzugen eine passwortlose Lösung gegenüber der Eingabe mehrerer Passwörter. 41 Prozent können es sich immerhin vorstellen. Als Hauptgrund für die Zurückhaltung nennen 68 Prozent die Privatsphäre. Um sie zu schützen, nutzen sie weiterhin Passwörter, obwohl 55 Prozent dies frustrierend finden, weil ständig neue Passwörter zu erfinden sind (47 %). So verwenden 42 Prozent der Konsumenten in Deutschland das gleiche Passwort für mehrere Online-Konten.

„Benutzernamen und Passwörter waren noch nie ein besonders sicherer Mechanismus zur Überprüfung der Identität“, sagt Dr. Michael von der Horst, Managing Director Cybersecurity bei Cisco. „Der Einsatz von Biometrie und Multifaktor-Authentifizierung bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene.“

Datenschutz steht an erster Stelle

Für dieses Vertrauen ist auch ein konsequenter Datenschutz nötig. Laut dem diesjährigen „Consumer Privacy Survey“ von Cisco, für den 2.600 Personen in zwölf Ländern befragt wurden, wünschen sich Verbraucher Transparenz und Kontrolle in Bezug auf die datenbezogenen Prozesse eines Unternehmens. Immerhin schützen 32 Prozent der Befragten aktiv die eigene Privatsphäre und wenden sich möglicherweise von Unternehmen wegen ihrer Datenpraktiken oder -richtlinien ab. Außerdem befürworten 60 Prozent Gesetze für mehr Datenschutz weltweit.

Auch während der Pandemie möchten weltweit die meisten Menschen nur eine geringe (20 %) oder gar keine (42 %) Einschränkung des Datenschutzes. Gleichzeitig unterstützen sie umfassende Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, etwa die Preisgabe des eigenen Impfstatus bei Veranstaltungen (62 %) oder am Arbeitsplatz (60 %). Hierbei sind die Deutschen im internationalen Vergleich skeptischer. So heißen nur 48 Prozent die Abfrage des Impfstatus am Arbeitsplatz gut.

Besonders kritisch sind die Deutschen auch gegenüber der Verwendung ihrer persönlichen Daten bei der Entscheidungsfindung durch Künstliche Intelligenz. 62 Prozent haben hier kein Vertrauen, gefolgt von Frankreich mit 55 Prozent und Spanien mit 54 Prozent.

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