Eigentlich dient die Ferienzeit der Entspannung, in der man einfach mal abschalten kann. Doch wenn Büros immer leerer werden, nutzen Cyber-Kriminelle diesen ruhigen Moment, um gezielt zuzuschlagen. Darauf müssen sich Unternehmen vorbereiten – am besten mit einer soliden Cyber-Resilienz-Strategie.
Mithilfe eines antizipierenden Sicherheitsfundaments sind Unternehmen in der modernen Bedrohungslandschaft nachhaltig resilient unterwegs – auch über die gefährliche Ferienzeit hinaus.
(Bild: olezzo - stock.adobe.com)
Für Cyber-Kriminelle werden die Ferien zur wahren Goldgrube. Zu dieser Zeit steigt die Chance, dass Unternehmen – einschließlich ihrer IT-Abteilungen – unterbesetzt sind. Weniger Sicherheitsexperten im Haus bedeuten gleichzeitig, dass Unternehmen in ihrer Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sind. Das macht sie zu verlockenden Zielen von Cyber-Attacken, wie eine Studie bestätigt.
Im Sommer 2023 standen etwa Banken im Visier von Hacker-Angriffen: Die Europäische Investitionsbank (EIB) wurde beispielsweise Opfer eines Distributed Denial of Service (DDoS)-Angriffs durch Anonymous Sudan, , was zu einem vollständigen Ausfall der Website führte. Auch öffentliche Institutionen müssen hier ihre Hausaufgaben gewissenhaft erledigen und wachsam sein.
Die aktuellen Top drei Bedrohungen für Staat und Verwaltung sind weiterhin: Ransomware, APT-Angriffe und Schwachstellen, wie offene oder falsch konfigurierte Online-Server. Auch deshalb warnte kürzlich der Chef des Bundeskriminalamts, Holger Münch, erneut vor zunehmenden Angriffen auf öffentliche Verwaltungen. Denn die Folgen für die Gesellschaft sind gravierend, wenn Ämter über Wochen arbeitsunfähig sind.
Gleichzeitig nimmt die Komplexität der IT-Landschaft in Unternehmen und Institutionen zu. Eine ganzheitliche, standhafte Cyber-Resilienz-Strategie ist daher heutzutage unerlässlich. Dabei reichen die Vorteile weit über den bloßen Schutz hinaus. Laut IDC können Unternehmen, die in entsprechende Sicherheits- und Resilienz-Maßnahmen investieren, ihren Geschäftswert steigern und einen fünfjährigen Return on Investment von 568 Prozent verzeichnen. Doch was gehört zu einer solchen Strategie?
Es geht nicht ausschließlich um Reaktionsfähigkeit
Wenn man Sicherheitslösungen wie Endpoint Detection and Response (EDR) und Security Information and Event Management (SIEM) einsetzt, dann hat man schon alles Notwendige getan, oder? Schließlich durchforsten sie Daten und erkennen Bedrohungen wesentlich effizienter als menschliche Mitarbeiter. Und je schneller die IT Cyber-Angriffe stoppt und den Betrieb – einschließlich betroffener Daten und Systeme – wiederherstellt, desto effektiver lässt sich der potenzielle Schaden eindämmen. Die Antwort ist leider, dass diese Lösungen alleine nicht ausreichen. Denn cyber-kriminelle Aktivitäten nehmen zu, werden aggressiver undkriminelle Akteure entwickeln ihre Angriffsmethoden stetig weiter. Die Folge: Aktive Angriffe und ihre Ursachen bleiben unter Umständen länger unentdeckt und richten unbemerkt Schaden an. Daher reicht eine schnelle Reaktionszeit nicht für eine solide Cyber-Resilienz-Strategie aus. Vielmehr sollten Unternehmen Cyber-Bedrohungen als unausweichliche Tatsache annehmen und sie jederzeit antizipieren.
Diese Vorbereitungskultur sollten Unternehmen auf das gesamte Team ausweiten. Denn auch die Mitarbeitenden müssen für die zahlreichen Bedrohungen aus dem Netz gewappnet sein. Dazu gehört es, das Team für die verschiedenen Angriffsmethoden wie Phishing, Spoofing und Social Engineering zu sensibilisieren. Darüber hinaus sollten sie wissen, was bei verdächtigen Aktivitäten oder erfolgreichen Angriffen zu tun ist. Das funktioniert am besten mithilfe regelmäßiger praxisnaher Security-Awareness-Trainings. Erst wenn sie sich der Bedrohungen bewusst sind, sie antizipieren und auf dem aktuellen Stand sind, können Mitarbeitende aktiv zur Cyber-Resilienz ihres Arbeitgebers beitragen.
Mit Sicherheitslösungen zum resilienten Betrieb
Antizipation bildet die Grundlage der modernen Sicherheitsstrategie, denn Cyber-Kriminelle halten nicht von ihren Angriffskampagnen ab. Wollen sich Unternehmen resilienter aufstellen, dürfen sie neben den Mitarbeiterschulungen den technologischen Faktor nicht vernachlässigen. Allerdings bremsen alteingesessene Sicherheitsmechanismen viele Unternehmen noch immer aus. Diese gehen weiterhin davon aus, dass ihr Netzwerk der zentrale Kern ihrer IT-Landschaft ist, den sie mittels eines Walls aus Sicherheitslösungen schützen müssen. Mittlerweile befinden sich Netzwerkumgebungen, Anwendungen und Daten allerdings zunehmend außerhalb dieser Peripherie und entziehen sich somit den herkömmlichen Schutzmechanismen. EDR und SIEM zum Beispiel funktionieren auch in einer dezentralen IT-Landschaft und sind daher unverzichtbare Sicherheits-Tools. Sie finden allerdings Bedrohungen erst, wenn sie bereits ihren Weg ins Netzwerk gefunden haben.
Stand: 08.12.2025
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Eine starke Cyber-Resilienz braucht zusätzliche Lösungen und Prozesse, die das eigentliche Risiko und die potenziellen Folgen von vornherein reduzieren. Die Idee hinter einem Zero-Trust-Modell zum Beispiel entspricht dem Konzept der Antizipation. Grundsätzlich geht es davon aus, dass Cyber-Kriminelle über alle Geräte, die Mitarbeitende für die Arbeit nutzen, Zugang zum Unternehmensnetzwerk erhalten können. Deshalb ist es wichtig, dass Mitarbeitende nur minimale Nutzungsrechte erhalten und sich jedes Mal verifizieren, wenn sie sich ins Netzwerk einwählen.
Und was greift, wenn ein Angriff erfolgreich ist? In diesem Fall sorgen Backup- und Recovery-Lösungen dafür, dass Unternehmen Systeme und Daten wiederherstellen und ihren Betrieb möglichst unbeschadet wiederaufnehmen können.
Eine gute Cyber-Resilienz ist notwendig, kann aber zur Herausforderung werden
Cyber-Bedrohungen sind heute fester Bestandteil der Unternehmensrealität und werden nicht von heute auf morgen einfach verschwinden. Gleichzeitig nehmen Frequenz und Intensität der Angriffe zu. Angesichts dieser Entwicklung sollten Unternehmen nicht einfach nur hoffen, dass alles gut gehen wird. Und es ist nicht hilfreich, sich im Ernstfall einzig und allein auf die Reaktionsfähigkeit zu verlassen. Stattdessen müssen IT-Verantwortliche von vornherein mit Angriffen rechnen – die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Sicherheits- und Cyber-Resilienz-Strategie. Zusätzliche Sicherheitslösungen schützen sowohl Netzwerk und Daten als auch Mitarbeitende vor, während und nach Angriffen und unterstützen die Wiederherstellung.
Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen, die nicht unbedingt die notwendigen Ressourcen für eine ganzheitliche Cyber-Resilienz-Strategie auffahren können, kann das Thema zur Herausforderung werden. Ein Managed Security Service Provider kann in diesem Fall Abhilfe schaffen. Im Rahmen eines integrierten Cyber-Resilienz-Ansatzes misst er zunächst, wie resilient die bestehende IT-Landschaft ist. Anhand dieser Informationen konstruiert er eine Zero-Trust-Architektur und übernimmt sowohl Implementierung als auch Management aller notwendigen Sicherheitslösungen. Gleiches gilt für die Wiederherstellung, wenn es zu einem Sicherheitsvorfall kommt.
Egal ob aus eigener oder externer Hand: Mithilfe eines soliden, antizipierenden Sicherheitsfundaments sind Unternehmen in der modernen Bedrohungslandschaft nachhaltig resilient unterwegs – auch über die gefährliche Ferienzeit hinaus.
Über den Autor: Dominik Bredel ist Associate Partner im Bereich Security und Resilienz bei Kyndryl.