ESET Faktencheck Verschlüsselung

Deutsche sind Verschlüsselungs-Muffel

| Redakteur: Peter Schmitz

Das Umfrageinstitut Civey befragte im Auftrag von ESET Internetnutzer danach, ob und wie sie Verschlüsselung im Moment nutzen.
Das Umfrageinstitut Civey befragte im Auftrag von ESET Internetnutzer danach, ob und wie sie Verschlüsselung im Moment nutzen. (Bild: Eset / Civey)

Wie halten es die datenschutzbewussten Deutschen wirklich mit der Sicherheit ihrer eigenen gespeicherten Daten? Vorsätzlich fahrlässig: So das Ergebnis einer Umfrage von ESET unter mehr als 5.000 Internetnutzern. Private Fotos, Rechnungen, Kontoauszüge oder Röntgenaufnahmen lagern bei jedem zweiten unverschlüsselt auf Datenträgern oder in der Cloud, unabhängig von Alter und Bildungsstand.

Jeder zweite Internetnutzer verschlüsselt seine persönliche Daten nicht. Das zeigen Ergebnisse der Studie „ESET Faktencheck: Verschlüsselung“. Aber es kommt noch dicker: 12 Prozent der Befragten wissen nicht einmal genau, ob sie Ihre Daten überhaupt schützen. Dabei ist Verschlüsselung acht von zehn Bundesbürgern eigentlich ein Begriff.

„Die Schere zwischen Kenntnis und Einsatz ist schockierend für eine Nation, die als datenschutzbesessen gilt. Die Pflicht zum Datenschutz gilt anscheinend nur für Firmen oder Behörden - wenn es um eigene Sicherheitsmaßnahmen für privaten Daten geht, fühlen sich Deutsche nicht verantwortlich oder nehmen möglicherweise das Thema nicht ernst“, sagt Thomas Uhlemann, Security Specialist bei ESET.

Übersichtliche Grafiken zu den Ergebnissen der Studie „ESET Faktencheck: Verschlüsselung“ finden Sie in der folgenden Bildergalerie.

E-Mail kryptisch, Backup offen wie ein Scheunentor

Wenn die Deutschen Daten verschlüsseln, ist ihnen dies bei E-Mails am wichtigsten. (21 Prozent). Dahinter folgen Cloud-Dienste (19,2 Prozent) und Festplatten oder Wechselmedien (17,8 Prozent). Messenger, Backups oder Verzeichnisse spielen nur eine untergeordnete Rolle. „Die E-Mail-Kommunikation zu schützen ist wichtig. Aber Nutzer sollten unbedingt auch Inhalte in Cloud-Diensten, Backups und Festplatten verschlüsseln“, sagt Uhlemann. „Ist der Datensatz so geschützt, können Cyberkriminelle nicht mehr darauf zugreifen und Daten kompromittieren. Natürlich ist sichere Kommunikation wichtig – aber Nutzer nehmen viel mehr Schaden, wenn ihre gesamten Daten in falsche Hände geraten.“

Digital Natives sind keine Vorbilder

Wer glaubt, dass die mit den modernen Medien Aufgewachsenen sich vor den bekannten Gefahren am ehesten schützen, muss sich eines Besseren belehren lassen. Zwei Drittel der Generation Y (18-29 Jahre) verschlüsseln gar nicht oder nur einen geringen Teil. Die 30-39-Jährigen machen es nicht besser: Gerade einmal 31,7 Prozent dieser Altersgruppe codieren alle Daten oder den überwiegenden Teil. Im Vergleich zu Rentnern (ab 65 Jahre), denen fälschlicherweise mangelnde Sicherheitsmaßnahmen unterstellt werden, schneiden sogar beide Altersgruppen noch schlechter ab (31,8 Prozent).

Selbst ist die Frau – und sensibler als der Mann

Betrachtet man die Unterschiede zwischen Männern und Frauen, so beweisen beide Geschlechter ähnliches Wissen über Verschlüsselung und ähnliche Nachlässigkeit, wenn es um deren Anwendung geht. Zwar liegen die Männer knapp vorne, wenn es um das reine Wissen über die Begrifflichkeit geht – 88 Prozent von ihnen ist Verschlüsselung bekannt (im Vergleich zu 80% der Frauen). Dafür sind Frauen sensibler, wenn es um den Einsatz dieser Technik geht. 34 Prozent der Frauen geben an, mindestens einen überwiegenden Teil ihrer Daten mit geeigneter Software zu verschlüsseln. Damit haben sie die Nase leicht vorn im Vergleich zu den Männern (32,3 %) – und beweisen, dass Technikfragen nicht nur Männersache sind.

Fazit des Experten

„Unabhängig vom Alter oder Geschlecht ist es erschreckend, dass zwei Drittel der Nutzer praktisch keine privaten Daten verschlüsseln“, fasst Uhlemann zusammen. „Dies kann an einem Unterschätzen der Gefahren, scheinbar zu teuren oder aufwändigen Lösungen oder einfach an Bequemlichkeit liegen. Dabei steht heute schon kostengünstige und einfach nutzbare Software für die umfassende Verschlüsselung von Daten zur Verfügung, zum Beispiel als integrierter Bestandteil unserer ESET-Lösungen.“

Übersichtliche Grafiken zu den Ergebnissen der Studie „ESET Faktencheck: Verschlüsselung“ finden Sie in der folgenden Bildergalerie.

Über die Studie: ESET hat im Rahmen der Studie „ESET Faktencheck: Verschlüsselung“ das Umfrageinstitut Civey beauftragt, 5000 Internutzer auf deutschsprachigen Online-Seiten zu befragen. Diese Daten wurden im Zeitraum vom 13.04.-16.04.2018 erhoben. Damit wollte der Sicherheitsspezialist herausfinden, ob und wie Anwender Verschlüsselung im Moment nutzen.

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