WatchGuard Internet Security Report 2HJ. 2025 Deutschland Platz drei bei Office-Exploits weltweit

Quelle: Pressemitteilung WatchGuard 2 min Lesedauer

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Der WatchGuard Internet Security Report für das zweite Halbjahr 2025 zeigt: Deutschland belegt Platz drei bei Office-Exploits weltweit, mit 21 Prozent aller Detektionen. Bei Web-Shell-Signaturen entfallen sogar 30 Prozent auf Deutschland. Unternehmen müssen jetzt auf die Verschiebung der Angriffsmuster reagieren!

Office-Exploits und Web-Shell-Angriffe dominieren die Bedrohungslandschaft. Neue Malware-Varianten steigen massiv, während klassische Malware-Detektionen zurückgehen.(Bild: ©  whitestorm - stock.adobe.com)
Office-Exploits und Web-Shell-Angriffe dominieren die Bedrohungslandschaft. Neue Malware-Varianten steigen massiv, während klassische Malware-Detektionen zurückgehen.
(Bild: © whitestorm - stock.adobe.com)

Der jüngst veröffentlichte Internet Security Report von WatchGuard Technologies wirft einen aktuellen Blick auf die Dynamik und Komplexität der Bedrohungslandschaft. Eines der prägnantesten Ergebnisse: Während klassische Malware-Detektionen leicht zurückgingen (um rund 4,6 Prozent), stieg die Zahl neuartiger, bislang unbekannter Schadcode-Varianten massiv. Im zweiten Halbjahr 2025 erhöhte sich die Anzahl neuer Malware-Hashes pro 100.000 geschützte Endpunkte um 1.548 Prozent gegenüber dem Vorquartal – ein deutliches Zeichen für stärker individualisierte Angriffe. Die Auswertung basiert dabei auf den anonymisierten, aggregierten Daten der aktiven WatchGuard-Lösungen, deren Besitzer der Weitergabe zur Unterstützung der Forschungsarbeit des WatchGuard Threat Lab zugestimmt haben.

Exploits dominieren – Deutschland unter den am stärksten betroffenen Ländern

In den Top 5 der weltweit am häufigsten erkannten Malware-Detektionen belegten Exploits die ersten drei Plätze. „Exploit.MathType-Obfs.Gen“, ein verschleierter Angriff auf eine seit 2017 geschlossene Office-Schwachstelle, stand an der Spitze. Allein auf Deutschland entfielen 21,12 Prozent der weltweiten Detektionen, was der Bundesrepublik im Länderranking – nach Hongkong (24,39 Prozent) und Griechenland (23,66 Prozent) – den dritten Platz beschert. Vom Trojaner „Trojan.Zmutzy.Pong.2“ war Deutschland im Ländervergleich mit 9,27 Prozent der weltweiten Detektionen ebenfalls am drittstärksten betroffen.

Web-Shell-Signaturen erzielen in Deutschland hohe Trefferquote

Regionale Auffälligkeiten gab es auch im Netzwerkbereich. Bei der generischen IPS-Signatur „1132896“, die typische Web-Shell-Codefragmente erkennt, traten rund 30 Prozent aller weltweiten Detektionen in Deutschland auf – nur die USA lagen knapp höher bei 40 Prozent. Die Analyse der entsprechenden Signaturen trägt dazu bei, bislang unbekannte Web-Shell-Varianten zu erkennen. Web-Shells werden genutzt, um dauerhafte Zugänge zu kompromittierten Servern zu schaffen und weitere Schadsoftware nachzuladen.

Fragmentierte Angriffe und „Living-off-the-Land“-Techniken

Etwa 90 Prozent aller Malware-Funde betrafen nur einzelne Geräte. Gleichzeitig nahm der Anteil neu beobachteter Hashes stark zu, was auf zunehmende Variantenvielfalt und in­di­vi­du­a­li­sier­te Angriffsmuster hinweist. Während im dritten Quartal 2025 noch skriptbasierte Angriffe dominierten, nahm im vierten Quartal die Nutzung von Living-off-the-Land-Techniken deutlich zu. Angreifer missbrauchen legitime Windows-Systemwerkzeuge wie cmd.exe oder rundll32.exe, um Schadcode auszuführen, ohne klassische Sicherheitsmechanismen auszulösen.

Ransomware bleibt relevant

Neben Exploits prägt Ransomware weiterhin die Bedrohungslandschaft. Im zweiten Halbjahr 2025 wurden weltweit 2.588 dokumentierte Erpressungsfälle registriert – ein Anstieg von 47,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Zu den aktivsten Gruppen zählten die Gruppen Qilin, INC Ransom und Lynx; insgesamt wurden 40 neue Ransomware-Gruppierungen beobachtet.

Fazit

Der Report zeigt keine Entspannung, sondern eine klare Verschiebung der Angriffsmuster: Auf Masse ausgelegte Bedrohungskampagnen werden weniger, jedoch nehmen die Va­ri­an­ten­viel­falt, Exploit-Nutzung und der Missbrauch legitimer Systemwerkzeuge zu. „Die heutige Bedrohungslandschaft ist klassischen Insellösungen und reaktiven Sicherheitsmodellen längst entwachsen“, so Corey Nachreiner, Chief Security Officer bei WatchGuard Technologies. Für Unternehmen in der DACH-Region unterstreichen insbesondere die hohen Detektionsanteile bei Office-Exploits und Web-Shell-Signaturen die Bedeutung eines konsequenten Patch-Managements sowie kontinuierlicher Überwachung exponierter Systeme.

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