Standardisierte Prozesse, verschlüsselte Übertragungen und zentrale Speicherung – die digitale Transformation stellt Unternehmen vor enorme Herausforderungen. Denn mit der Datenmenge wächst auch die Komplexität der Verwaltung. Warum digitale Prozesse, zentrale Ablagen und Zugriffskontrollen jetzt entscheidend sind.
Ein strukturierter Datenumgang ist heute entscheidender denn je – und zwar nicht nur für Sicherheit und Effizienz, sondern auch für den verantwortungsvollen Einsatz von KI.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Eine unzureichende Organisation von Unternehmensdaten führt oft zu ineffizienten Abläufen und kann fatale Sicherheitslücken aufreißen. Insbesondere in einer Zeit, in der Cyberangriffe und Datenschutzverletzungen zur alltäglichen Bedrohung gehören, ist ein strategisches und gut strukturiertes Datenmanagement unerlässlich.
Die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen, wie sie in der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) festgelegt sind, stellt dabei eine zusätzliche Herausforderung dar. Sicherheitslücken und ineffiziente Datenverarbeitung können nicht nur den Betrieb gefährden, sondern auch das Vertrauen von Kunden und Partnern erheblich erschüttern. Um den stetig steigenden Anforderungen gerecht zu werden, ist es für Unternehmen entscheidend, eine umfassende Strategie für den Umgang mit Daten zu entwickeln. Diese muss sowohl den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, als auch flexibel genug sein, um auf Veränderungen schnell reagieren zu können.
Weg mit Papier – auf zu digitalen, standardisierten Prozessen
Die Grundlage für ein effizientes und sicheres Datenmanagement bildet die Standardisierung von Arbeitsabläufen. Zu oft werden Daten manuell in verschiedenen Systemen erfasst und bearbeitet – teilweise sogar auf Papier. Dies führt zu enormen Zeitverlusten und schafft potenzielle Fehlerquellen. Die Umstellung auf digitale Prozesse ist nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern auch der Sicherheit.
Ein entscheidender Schritt ist die Einführung von Dokumentenmanagementsystemen (DMS) oder ERP-Systemen, die den gesamten Dokumentenfluss automatisieren und standardisieren. So lassen sich Daten schnell und fehlerfrei bearbeiten, wobei die Nachvollziehbarkeit von Dokumenten gewährleistet wird. Dokumente werden automatisch erfasst, indiziert und mit Metadaten versehen. Das erleichtert nicht nur die Verwaltung enorm, sondern erhöht auch die Transparenz. Ziel muss es sein, Papier und manuelle Prozesse so weit wie möglich zu eliminieren, Fehlerquellen zu minimieren und gleichzeitig Zeit und Ressourcen zu sparen.
Die Fragmentierung von Daten über verschiedene Tools, Systeme und Abteilungen hinweg stellt ein erhebliches Risiko dar. Unternehmen, die ihre Daten auf verschiedenen Plattformen speichern, haben oft keinen vollständigen Überblick über ihre Datenbestände. Zudem wird die Verwaltung dieser Daten zunehmend schwieriger, je mehr Quellen hinzukommen. Damit steigen auch die Risiken erheblich: Unterschiedliche Systeme bieten unterschiedliche Sicherheitsstandards, was die Möglichkeit für Datenlecks und Cyberangriffe vergrößert.
Eine zentrale, strukturierte Datenablage – idealerweise in einer modernen Cloud-Umgebung – schafft hier Abhilfe. Sie bietet nicht nur eine konsistente Verwaltung und flexible Skalierbarkeit, sondern auch wesentliche Sicherheitsfunktionen wie Verschlüsselung, Multi-Faktor-Authentifizierung und regelmäßige Updates. Doch der entscheidende Hebel liegt in der Etablierung einer soliden Data Governance. Nur wer klare Strukturen für Dateninhalte und Zugriffsrechte schafft, kann langfristig verhindern, dass sensible Informationen in falsche Hände geraten – sei es durch interne Fehlkonfiguration oder externe Angriffe.
Ein strukturierter Umgang mit Daten ist heute mehr denn je entscheidend – nicht nur für Sicherheit und Effizienz, sondern auch für den verantwortungsvollen Einsatz von KI. Denn nur auf der Basis einer verlässlichen Data Governance lassen sich Risiken wie unkontrollierter Datenzugriff oder das unbeabsichtigte Training externer Systeme mit sensiblen Informationen wirksam vermeiden. So wird vermieden, dass interne, sensible Informationen nicht versehentlich in externe oder öffentlich zugängliche KI-Anwendungen eingespeist oder von nicht berechtigten Mitarbeitenden genutzt werden. Im Zentrum steht dabei weniger der klassische Datenschutz, sondern vielmehr die integrale Sicherung geschäftskritischer Informationen.
Zugriffsrechte präzise steuern: Wer braucht was?
Unkontrollierte Zugriffsrechte auf Unternehmensdaten können zu gravierenden Sicherheitslücken führen. Das ist besonders gefährlich, wenn Mitarbeitende oder Dritte auf vertrauliche Informationen zugreifen, ohne dass dies notwendig oder autorisiert ist. Um das zu vermeiden, sollten Unternehmen ein genau strukturiertes Konzept zur Verwaltung von Zugriffsrechten entwickeln.
Stand: 08.12.2025
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Ein bewährtes Modell ist das rollenbasierte Zugriffskontrollsystem (RBAC), bei dem Zugriffsrechte exakt an die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Mitarbeitenden angepasst werden. Ein solches Modell minimiert das Risiko von unbefugtem Zugriff und schützt sensible Informationen. Dabei ist aber auch eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Zugriffsrechte notwendig. Insbesondere bei Veränderungen in der Unternehmensstruktur, etwa bei Abteilungswechseln oder dem Ausscheiden von Mitarbeitenden, sollten die Rechte zeitnah angepasst werden, um Sicherheitslücken zu verhindern. Dies lässt sich durch Identity- und Access-Management-Systeme (IAM) automatisieren, was den administrativen Aufwand reduziert und gleichzeitig die Sicherheit erhöht.
Sicherer Dokumentenaustausch? Verschlüsselung als Schlüssel
Eine oft unterschätzte Schwachstelle im digitalen Sicherheitsnetz ist die Datenübertragung. Die Verwendung von Übertragungsmethoden wie E-Mail-Anhängen oder USB-Sticks bietet keine ausreichende Sicherheit und ist anfällig für Angriffe wie Phishing oder den Verlust von Datenträgern. Besonders vertrauliche Informationen wie personenbezogene Daten müssen auf sichere Weise übertragen werden, um das Risiko eines Datenlecks zu vermeiden.
Eine Lösung bieten verschlüsselte Plattformen, die eine nachvollziehbare Übertragung von Dokumenten ermöglichen. Diese Plattformen gewährleisten, dass alle übertragenen Daten nur von autorisierten Empfängerinnen und Empfängern eingesehen werden können. Die Verschlüsselung schützt dabei die Integrität und Vertraulichkeit der Daten, während eine nachvollziehbare Dokumentation sicherstellt, dass jede Übertragung transparent und rückverfolgbar bleibt.
Datenschutz als Grundlage für Vertrauen und Sicherheit
Die Einhaltung von Datenschutzvorgaben wie der DSGVO ist mehr als nur eine rechtliche Verpflichtung – sie ist auch ein entscheidender Faktor in Hinblick auf das Vertrauen Ihrer Kunden und Partner. Um sicherzustellen, dass alle Datenverarbeitungsprozesse den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, müssen Unternehmen die eingesetzten Tools und Systeme gründlich auf ihre Sicherheitsstandards prüfen.
Ein wichtiger Bestandteil der DSGVO ist der Schutz personenbezogener Daten durch Verschlüsselung. Daten müssen sowohl während der Übertragung (zum Beispiel durch TLS-Verschlüsselung (kurz für: Transport Layer Security)) als auch bei der Speicherung (zum Beispiel durch AES (kurz für: Advanced Encryption Standard)) vor unbefugtem Zugriff geschützt werden. Unternehmen sollten darauf achten, dass sie nicht nur moderne Verschlüsselungstechnologien einsetzen, sondern auch die Nachvollziehbarkeit der Datenverarbeitung gewährleisten. Audit-Trails und Zustellnachweise sind hierbei wichtige Instrumente, um zu belegen, dass die Daten korrekt verarbeitet und gespeichert wurden.
Mit klarem Datenmanagement in die digitale Zukunft
Der Umgang mit Unternehmensdaten ist komplex. Doch mit den richtigen Strategien und Tools können Unternehmen sie effizient verwalten und gleichzeitig ihre Sicherheits- und Compliance-Ziele erreichen. Eine strukturierte Datenorganisation, die auf modernen Technologien basiert, bildet die Grundlage für ein zukunftssicheres Unternehmen. Denn es geht nicht nur darum, den rechtlichen Anforderungen zu entsprechen, sondern auch die Agilität und Sicherheit zu maximieren. Wer die Digitalisierung im Datenmanagement frühzeitig vorantreibt, ist sicher aufgestellt – und kann bestenfalls sogar einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erzielen.
Der Autor Alexander Sommer ist CEO der DSwiss AG und spezialisiert auf die sichere und effiziente Verwaltung sensibler Daten. Er unterstützt Unternehmen dabei, ihre Daten in einer zunehmend komplexen und schnelllebigen Umgebung zu schützen. Dazu entwickelt er gemeinsam mit seinem Team innovative Lösungen, die sowohl die Sicherheit als auch die Effizienz von Unternehmen steigern.