Equation Group

Kaspersky identifiziert Urheber von Stuxnet und Flame

| Redakteur: Stephan Augsten

Ein besonders perfides Werkzeug der Equation Group erlaubt es, die Firmware von Festplatten zu infizieren.
Ein besonders perfides Werkzeug der Equation Group erlaubt es, die Firmware von Festplatten zu infizieren. (Bild: Archiv)

Stuxnet und Flame sind technisch anspruchsvolle und raffinierte Malware-Typen. Kaspersky Lab hat mit der Equation Group nun den Urheber von Stuxnet und Flame identifiziert. Diese sei bereits seit fast zwei Jahrzehnten aktiv in der Malware-Entwicklung.

Die Equation Group ist laut Kaspersky Lab natürlich nicht die einzige Gruppierung, die sich viel Mühe bei der Malware-Entwicklung gibt. Diese Erkenntnis gewannen die Spezialisten des Global Research and Analysis Teams (GReAT) von Kaspersky Lab, nachdem sie über mehrere Jahre hinweg über 60 bösartige Akteure beobachtet hatten.

Zum einen nutzt die Vereinigung klassische Werkzeuge und Spionage-Taktiken, um böswilligen Code bei ihren Opfern zu platzieren. Laut Kaspersky Lab verfügt die Equation Group beispielsweise über gut 100 Command-and-Control-Server (C&C-Server) und mehr als 300 Domains.

Dies allein ist noch nichts besonderes, jedoch verfügen die Cyber-Kriminellen über Tools, die besonders kompliziert und teuer in der Entwicklung gewesen sein müssen. Das wohl stärkste Werkzeug im Waffenarsenal der Equation Group: Schadcode-Module, die eine Neuprogrammierung der Festplatten-Firmware bei einem Dutzend beliebter Festplattenhersteller erlauben.

Malware übersteht Festplatten-Formatierung

Laut Kaspersky Lab handelt es sich wohl um die erste bekannte Malware, die Festplatten direkt infizieren kann. Dank dieser Funktion überstehe der Schadcode sogar das Formatieren der Festplatte oder eine Neuinstallation des Betriebssystems. Hat sich die Malware einmal in die Firmware eingenistet, dann kann sie sich jederzeit selbst wiederherstellen und während eines Systemneustarts einen scheinbar bereinigten Bereich durch einen schädlichen ersetzen.

Besonders gefährlich ist, dass die Firmware selbst nicht gescannt werden kann, erläutert Costin Raiu, Director des Global Research and Analysis Team bei Kaspersky Lab: „Für die meisten Festplatten existieren Funktionen zum Beschreiben des Firmware-Bereichs ihrer Hardware, aber nicht zur Wiedergabe. Das bedeutet, dass wir praktisch blind sind und mit dieser Malware infizierte Festplatten nicht erkennen können.“

Es sei auch nicht unwahrscheinlich, dass sich mithilfe der Firmware-Infektion auch eine mögliche Verschlüsselung aushebelt. Wie das funktioniert und welche weiteren Malware-Typen die Equation Group neben Stuxnet und Flame verwendet, erfahren Interessierte im Kaspersky-Blog Securelist.com.

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