Buffer Overflow Linux patcht Speicherfehler im IPv6-Netzwerk-Stack

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Eine Buffer-Overflow-Schwachstelle im IPv6-Stack des Linux Kernels ermöglicht es unprivilegierten Nutzern, über UDPv6-Sockets Speicher zu beschädigen und eigenen Code auszuführen. Patches sind für mehrere Kernel-Versionen verfügbar.

Aufgrund eines Berechnungsfehlers in einer Speicherfunktion ist der Puffer im IPv6-Stack des Linux Kernels zu klein. Dadurch entsteht ein Buffer Overflow, der zu Speicherbeschädigung oder Codeausführung führen kann.(Bild:  Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Aufgrund eines Berechnungsfehlers in einer Speicherfunktion ist der Puffer im IPv6-Stack des Linux Kernels zu klein. Dadurch entsteht ein Buffer Overflow, der zu Speicherbeschädigung oder Codeausführung führen kann.
(Bild: Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Im Linux Kernel wird die Sicherheitslücke EUVD-2026-41669 / CVE-2026-53362 (CVSS-Score 7.8, EPSS-Score* 0.51) aktiv für Cyberangriffe genutzt. Ursache ist eine fehlerhafte Speicher­be­rech­nung, die zu einem Buffer Overflow führt, der wiederum Speicher beschädigen kann.

Falsche Speichergröße in IPv6-Paketfragmentierung

Der Fehler in der Speicherberechnung befindet sich in der Funktion „__ip6_append_data()“, der internen Kernel-Funktion, die IPv6-Pakete aufbaut. Er ermöglicht es unprivilegierten Benutzern, über UDPv6-Sockets (User Datagram Protocol Version 6) mit den Flags „MSG_MORE“ und „MSG_SPLICE_PAGES“ einen Buffer Overflow auszulösen. Nutzt die Funktion den Paged-Allocation-Branch, werden die Variablen „alloclen“ (zugewiesener Speicher) und „pagedlen“ (Seitendaten-Länge) falsch berechnet.

Normalerweise berücksichtigen diese Größen den Fragment Gap, also Bytes, die aus dem vorherigen Fragment übrig bleiben und ins nächste kopiert werden. Aber die fehlerhafte Implementierung vergisst dies. Dies führt dazu, dass der lineare Speicherbereich des neuen Pakets um sogenannte „fraggap“-Bytes zu klein dimensioniert ist, während „pagedlen“ um den gleichen Betrag überschätzt wird. Wenn das System versucht, Daten zu kopieren, schreibt es über die Puffer-Grenze hinaus in den „skb_shared_info“-Bereich.

Abhängig von der Kernel-Version und Konfiguration kann dies zu einem Denial of Service oder unter bestimmten Bedingungen zu Codeausführung führen.

Betroffene Kernel-Versionen und Patches

Betroffen sind mehrere aktive Linux Kernel-Versionen. Der Fehler wurde durch Commit 773ba4fe9104 eingeführt und durch Commit ce650a166335 verschärft. Patches sind verfügbar für:

  • Kernel 6.0 und später
  • Kernel 6.1 (Patch: 6.1.177)
  • Kernel 6.6 (Patch: 6.6.144)
  • Kernel 6.12 (Patch: 6.12.95)
  • Kernel 6.18 (Patch: 6.18.38)
  • Kernel 7.1 (Patch: 7.1.3)
  • Kernel 7.2

Mehrere Linux-Distributoren wie Red Hat, Suse und openSUSE haben bereits Sicherheits­up­dates veröffentlicht. Die Schwachstelle wurde am 27. August 2026 in den Known-Exploited-Vulnerabilities-Katalog der CISA aufgenommen und gilt damit als aktiv ausgenutzt. Linux-Nutzer und Administratoren sollten unverzüglich ihre Kernel-Versionen überprüfen und verfügbare Sicherheitsupdates einspielen.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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