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Tool-Tipp: KeePass Mit KeePass Passwörter im Griff

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Die steigende Anzahl an Diensten im Internet, bedeuten auch eine steigende Anzahl an Anmeldedaten. Will man für jeden Login ein eigenes Passwort verwenden helfen Passwort-Manager wie das kostenlose Open-Source-Tool „KeePass“ dabei, nicht den Überblick zu verlieren. KeePass gibt es für Windows, macOS und Linux, auch eine mobile Nutzung unter iOS und Android ist möglich.

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Wie man mit dem Open Source Passwort-Manager KeePass Kennwörter für Online-Dienste schützt und im Griff behält, zeigen wir in diesem Tool-Tipp.
Wie man mit dem Open Source Passwort-Manager KeePass Kennwörter für Online-Dienste schützt und im Griff behält, zeigen wir in diesem Tool-Tipp.
(© raccoondaydream - adobe.stock.com)

Alle Anmeldedaten werden in die KeePass-Datenbank eingetragen und stehen danach sicher zur Verfügung. Die Datenbank selbst wird durch ein Kennwort geschützt. Anwender müssen sich daher nur noch dieses Kennwort merken, um Zugriff auf ihre Daten zu erhalten. KeePass nutzt 256Bit-Rijndael-Verschlüsselung zur Sicherung der Datenbank. Die Kennwörter sind also in der Datenbank sicher, aber leicht zugreifbar. Außerdem profitieren Anwender davon, dass die Zugangsdaten auch über die Zwischenablage kopierbar sind. Es lassen sich also auch sichere Kennwörter verwenden, die dann einfach kopiert werden können.

Wie man mit dem Open Source Passwort-Manager KeePass Kennwörter für Online-Dienste schützt und im Griff behält, zeigen wir im Tool-Tipp-Video und in der Bildergalerie zu diesem Artikel.

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Einträge in der Datenbank schnell und einfach nutzen

Nach dem Start von KeepPass wird die Kennwortdatenbank geöffnet, das Kennwort dazu eingegeben, und zum gewünschten Eintrag navigiert. Natürlich lassen sich auch mehrere Datenbanken anlegen, die unterschiedliche Kennwörter nutzen. Wird ein Eintrag in der Datenbank angeklickt, zeigt KeePass die dazu gehörigen Daten an. Wurde auch die URL eingetragen, wo das Kennwort genutzt wird, kann die Webseite direkt aus KeePass heraus geöffnet werden. Dazu wird der Standardbrowser auf dem System genutzt.

Durch einen Doppelklick auf die Spalte „Passwort“ werden Kennwörter in die Zwischenablage kopiert. Das Kennwort wird einige Sekunden in der Zwischenablage gespeichert. Danach wird es gelöscht. Über das Kontextmenü oder andere Wege zum Einfügen können Kennwörter in den Fenstern genutzt werden, ohne diese selbst zu tippen. Die Anzahl der Sekunden, die das Kennwort in der Zwischenablage verfügbar ist, kann über „Extras\Optionen“ bei „Zwischenablage automatisch leeren“ auf der Registerkarte „Sicherheit“ eingestellt werden.

KeePass auf dem iPhone oder iPad nutzen

Mit der App „MiniKeePass - Secure Password Manager“ können die Daten von KeePass auch auf dem Smartphone oder Tablet genutzt werden. Für den mobilen Zugriff muss dann die Datenbank aber auf dem Smartphone vorhanden sein. Das kann zum Beispiel über die Synchronisierung von Cloudspeichern erfolgen. Wurde auf dem iPhone der Dropbox-Client und MiniKeePass installiert, kann aus MiniKeePass auf die Datenbank zugegriffen werden.

Dazu wird auf dem iPhone oder iPad in der Dropbox-App die KeePass-Datei geöffnet. Das funktioniert auch bei anderen Cloudspeichern. Am Beispiel von Dropbox kann die Datei mit „Exportieren“ heruntergeladen werden. Das funktioniert aber auch für die meisten anderen Cloudspeicher und deren App auf Smartphones und Tablets. Die Datei kann danach mit „Öffnen in“ und „Nach MiniKeePass kopieren“ zu KeePass übertragen werden. Über die App MiniKeePass wird die Datenbank danach geöffnet. Um die Daten auf dem Mobilgerät aktuell zu halten, muss dafür gesorgt werden, dass die Kennwortdatenbank auf dem PC über den Cloudspeicher synchronisiert wird. Auf ähnlichem Weg funktioniert das auch mit anderen Cloud-Speichern.

Sie können alternativ auch das PlugIn „KPDataSave (Dropbox)“ nutzen. Dieses PlugIn ermöglicht die Speicherung von Daten direkt in Dropbox, ohne den Umweg über den Dropbox-Client gehen zu müssen. Es gibt aber auch eine Vielzahl andere Möglichkeiten, um die Datenbank auf Mobilgeräte zu übertragen.

KeePass auf Android-Geräten nutzen

Android unterstützt natürlich ebenfalls die Verwendung von KeePass. Auch hier gibt es entsprechende Apps. Ein Beispiel dafür ist die App KeePassDroid. Auch hier muss die Kennwortdatei irgendwie auf das Smartphone gelangen, zum Beispiel manuell, per Mail, oder über einen Cloudspeicher. KeePassDroid unterstützt OneDrive und Google Drive. Bei diesen beiden Cloudspeichern lassen sich die Daten besonders leicht übertragen. Dazu wird KeePassDroid gestartet und am Cloudspeicher angemeldet.

KeePass auf dem Mac - KeePassX

KeePass ist auch in macOS nutzbar. Dafür stehen verschiedene Apps zur Verfügung, die mit KeePass-Datenbanken umgehen können. Ein bekanntes Beispiel dafür ist KeePassX. Installieren Anwender das Tool, können sie auch hier ihre Datenbank nutzen, zum Beispiel mobil mit dem Macbook. Dazu wird auch hier zur Synchronisierung zum Beispiel Dropbox verwendet, wie beim Zugriff über iPhone und Android. Anwender können auch MacPass verwenden. Beide Apps können KeePass-Datenbanken nutzen, die Verwendung ist ähnlich.

Daten mit Boxcryptor verschlüsseln

Um die Datenbank für KeePass in der Cloud zu verschlüsseln, kann auf dem Rechner zum Beispiel Boxcryptor verwendet werden. Mit dem Tool werden Dateien verschlüsselt, bevor diese in die Cloud geladen werden. Um KeePass mobil zu nutzen, kann zum Beispiel die Boxcryptor-App für das entsprechende System genutzt werden. Über diese können Anwender auf verschlüsselte Daten im Cloudspeicher zugreifen, auch auf die Daten von KeePass.

KeePass im Netzwerk einsetzen

KeePass kann auch im Netzwerk genutzt werden, auch von mehreren Mitarbeitern. Dafür muss die Kennwortdatei natürlich im Netzwerk freigegeben werden, zum Beispiel über ein Netzlaufwerk. Es können mehrere Anwender die Daten der Datei lesen, aber immer nur ein Mitarbeiter darf in die Datei schreiben. KeePass ist also von sich aus nicht netzwerkfähig, kann mit etwas Mühe aber durchaus im Team genutzt werden.

Natürlich kann jeder Mitarbeiter seine eigene Kennwortdatei nutzen und parallel Daten des Teams in der Datei für den gemeinsamen Zugriff speichern. Über das Schloss-Symbol in KeePass, kann der Zugriff für andere Anwender blockiert werden, aber auch für andere Benutzer auf dem gleichen PC. Bei der Aktivierung wird KeePass minimiert, der Zugriff auf die Daten ist erst wieder möglich, wenn das Kennwort erneut eingegeben wird. KeePass bietet auch ein Suchfeld, über das nach Einträgen gesucht werden kann.

Über den Menüpunkt „Extras\PlugIns“ können Erweiterungen für KeePass heruntergeladen werden. Auf der Webseite für KeePass-PlugIns sind verschiedene Erweiterungen zu finden. Plugins sind zum Beispiel in der Lage die Datenbank von KeePass regelmäßig zu sichern oder mit Dropbox, OneDrive oder Google Drive zu synchronisieren. PlugIns werden als PLGX-Datei heruntergeladen. Die Integration erfolgt durch das Kopieren der Datei in das PlugIns-Verzeichnis. Die Plugins werden automatisch eingelesen, wenn das Programm neu startet. Meistens sind PlugIns im Menüpunkt „Extras“ zu finden.

Wie man mit dem Open Source Passwort-Manager KeePass Kennwörter für Online-Dienste schützt und im Griff behält, zeigen wir im Tool-Tipp-Video und in der Bildergalerie zu diesem Artikel.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist