Operational Technology (OT)-Umgebungen in Unternehmen sind einer Vielzahl von Cyber-Bedrohungen ausgesetzt. Entsprechende Angriffe können die Systeme empfindlich treffen oder sogar komplett lahmlegen, was die Kontinuität der Geschäftsprozesse gefährdet. Aber es gibt wirksame Methoden zur Abwehr. Sie lassen sich in sieben Tipps zusammenfassen.
Der Schutz von OT-Umgebungen gegenüber Cyber-Gefahren darf durch Unternehmen nicht vernachlässigt werden. Mit Befolgung der sieben Tipps in diesem Artikel sind Security-Verantwortliche auf der sicheren Seite.
(Bild: panuwat - stock.adobe.com)
Tipp 1: Ein Governance-Modell ist Pflicht
Die OT-Governance wurde in den meisten Unternehmen bislang sträflich vernachlässigt. So haben viele Entwickler von OT-Geräten die Umsetzung von Sicherheitskontrollen weitgehend ignoriert. Die Implementierung von fundierten Sicherheitsrichtlinien und dazugehörigen Verfahren ist jedoch ein Muss, um einen wirksamen Schutz von OT-Umgebungen zu gewährleisten. Nur so ist es möglich, Cyber-Risiken frühzeitig zu antizipieren, adäquat zu reagieren und ihnen dadurch den Schrecken zu nehmen. Wichtig ist dabei, Rollen und Zuständigkeiten für den Umgang mit Sicherheitsvorfällen exakt zu definieren und diese auch schriftlich zu fixieren. Damit ist der Grundstein für ein effektives Security-Governance-Modell gelegt, was die Transparenz und Handlungsfähigkeit im gesamten OT-Ökosystem entscheidend verbessert.
Tipp 2: Netzwerktopografie transparent visualisieren
Netzwerke in Industrieunternehmen wachsen mit den Anforderungen aus der Produktion. Dabei kommt mit der Zeit ein Sammelsurium von Anlagen, Netzwerkkomponenten und Prozessinfrastrukturen verschiedener Marken und Hersteller zusammen. Die in diesem Zusammenhang entstehenden Datenströme für die Fertigung, das Monitoring und die Steuerung von industriellen Workflows müssen entsprechend kanalisiert werden. Hierbei unterstützen spezifische Lösungen zur Visualisierung der Netzwerktopografie. Durch ein kontinuierliches Scanning der Netzwerke lassen sich mögliche Schwachstellen und Angriffspunkte gezielt identifizieren, was die Sicherheit auf eine neue Ebene hebt.
Tipp 3: Netzwerk-Segmentierung pusht Sicherheit
Die Segmentierung der Netzwerke ist unabdingbar für ein Maximum an Sicherheit. OT-Verantwortliche sollten dabei in zwei Schritten vorgehen und mit der IT-/OT-Segmentierung beginnen, gefolgt von einer prozessorientierten Segmentierung. Hierbei werden die Datenflüsse und Komponenten entsprechend der aktuellen Business-Applikationen partitioniert. Ein durchdachtes Identitäts- und Zugriffsmanagement (Identity and Access Management, IAM) sowie eine Public-Key-Infrastruktur (PKI) unterstützen die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Segmentierung. In diesem Kontext lassen sich sämtliche Geräte, Gateways und Komponenten in der Netzwerkinfrastruktur eindeutig authentifizieren und autorisieren, was eine durchgängige interne und externe Kommunikation sicherstellt.
Tipp 4: Remote-Zugriffe zentral verwalten
Ob Instandhaltung, Programmierung oder Troubleshooting – viele Unternehmensprozesse lassen sich aus der Ferne durchführen. Für solche Remote-Zugriffe werden verschiedene Systeme genutzt, in erster Linie VPN-Verbindungen. Solche Virtual Private Networks können jedoch die Sicherheit im Produktionsumfeld nicht immer gewährleisten, da sie Benutzern oft unnötige Rechte einräumen und daher ein Einfallstor für Cyberkriminelle und deren Angriffe bilden. Um die Sicherheit dennoch zu erhöhen und Risiken zu minimieren, sollte das Management der Fernzugriffe zentralisiert werden. Hierfür gibt es entsprechende Lösungen, die den privilegierten Zugang zu kritischen Produktionssystemen unabhängig von der jeweiligen Netzwerktopologie regeln. Mit einem solchen Tool für Privileged Access Management (PAM) sind OT-Verantwortliche auf der sicheren Seite.
Tipp 5: Den Benutzerzugriff optimal absichern
Es muss jederzeit sichergestellt sein, dass ausschließlich legitimierte Personen auf kritische Systeme und Daten zugreifen können. Hierfür sollten Benutzerkonten mit entsprechenden Zugangsdaten eingerichtet werden, über die sich berechtigte User authentifizieren können. Zu empfehlen ist hierbei die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Gerade für die Wartung und Instandhaltung von Produktionsanlagen müssen Techniker zu jeder Zeit und von jedem Ort aus per MFA auf die Systeme zugreifen können. Dabei ist dem Benutzer weder das Login noch das Passwort der Komponenten bekannt, auf die der Zugriff erfolgen soll. In einer PAM-Lösung lassen sich diese Informationen wie in einem digitalen Tresor sicher speichern. Das System sorgt dafür, dass der User nur die Rechte erhält, die er für seine spezielle Aufgabe benötigt.
Tipp 6: Endpoints verlässlich schützen
Workstations sind in Fertigungsunternehmen vielfältigen internen Bedrohungen ausgesetzt wie etwa durch die Nutzung externer Datenträger, die Verbreitung von Schadsoftware oder unangemessenes beziehungsweise uninformiertes Benutzerverhalten. Da die Geräte jedoch systemkritisch für die Produktion sind, müssen sie effektiv geschützt werden. In OT-Umgebungen sind hierbei typische Einschränkungen zu beachten wie beispielsweise der Einsatz von Echtzeitprotokollen, fehlende Internetkonnektivität oder auf Produktlebenszyklen basierende, veraltete Betriebssysteme. Mithilfe von PAM-Lösungen lassen sich die Rechte und das Verhalten von Benutzern auf den Endgeräten gezielt einschränken. Dies verhindert Bouncing, die Ausdehnung von Privilegien sowie die Ausführung spezifischer Applikationen wie etwa Modifikationen der Registry.
Stand: 08.12.2025
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Tipp 7: Compliance-Richtlinien konsequent einhalten
Ob EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder die EU-Richtlinien zur Gewährleistung von Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS und NIS2) – wichtige regulatorische Vorgaben sind im OT-Umfeld allgegenwärtig. Um eine fundierte Cybersecurity Governance zu garantieren, müssen die Bestimmungen konsequent eingehalten werden. Durch den Einsatz moderner PAM-Lösungen kommen OT-Verantwortliche diesem Ziel einen entscheidenden Schritt näher und können entsprechende Risiken auf ein Minimum reduzieren. Dies ebnet den Weg, um schwerwiegende Cybersicherheitsvorfälle frühzeitig zu entdecken, schnell darauf zu reagieren oder sie im Idealfall sogar ganz zu verhindern.
Fazit
Der Schutz von OT-Umgebungen gegenüber Cyber-Gefahren darf nicht vernachlässigt werden. Mit Befolgung der sieben Tipps sind Security-Verantwortliche auf der sicheren Seite. Einen wichtigen Baustein in diesem Kontext bilden PAM-Lösungen wie beispielsweise PAM4ALL von Wallix. Sie ermöglichen ein privilegiertes Zugangsmanagement und sichern damit kritische Produktionssysteme verlässlich ab.
Über den Autor: Stefan Rabben ist Area Sales Director DACH and Eastern Europe bei Wallix, einem langjährigen Anbieter von Lösungen für Privileged Access Management (PAM).