Hybride Kriegsführung Russische Cyberangriffe weiten sich auf NATO-Infrastruktur aus

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Laut einer neuen Analyse durch Sicherheitsforscher eskalieren staatlich gesteuerte Cyberoperationen im Umfeld des Ukraine-Kriegs. Angreifer nehmen zunehmend auch west­liche kritische Infrastrukturen ins Visier und setzen erstmals auf KI-gestützte Schadsoftware.

Neben Zielen in der Ukraine nehmen staatliche Hacker zunehmend auch die Energieversorgung in verbündeten Nachbarstaaten wie Polen ins Visier.(Bild:  KI-generiert)
Neben Zielen in der Ukraine nehmen staatliche Hacker zunehmend auch die Energieversorgung in verbündeten Nachbarstaaten wie Polen ins Visier.
(Bild: KI-generiert)

Staatlich unterstützte Cyberangriffe haben im vergangenen Jahr eine neue Eskalationsstufe erreicht. Das geht aus dem aktuellen Bericht „Nation-Aligned APTs in 2025“ von Trend Micro hervor. Die Analysten dokumentieren darin, dass russlandnahe Hackergruppen nicht mehr nur Ziele in der Ukraine attackieren, sondern zunehmend auch die Energieinfrastruktur ver­bün­de­ter Staaten angreifen.

Als Beleg führen die Experten einen koordinierten Angriff vom 29. Dezember 2025 an. Dabei attackierten Hacker rund 30 Wind- und Solarparks, ein Privatunternehmen sowie ein Heiz­kraft­werk in Polen, das rund 500.000 Menschen versorgt. Die Täter setzten zerstörerische Schad­soft­ware (DynoWiper und LazyWiper) ein, um Systemdaten zu löschen. Obwohl der Angriff recht­zei­tig eingedämmt werden konnte und die Stromversorgung stabil blieb, werten die Analysten den Vorfall als klare Ausweitung der Angriffsfläche auf NATO-Gebiet.

Ukraine als Testfeld und Verschmelzung der Kriegsführung

Die Ukraine bleibt dem Bericht zufolge weiterhin das Hauptziel. Gruppen wie „Sandworm“ attackieren dort kontinuierlich Logistiknetzwerke, Eisenbahnbetreiber und Energieversorger mit dem Ziel, militärische Versorgungslinien und die Wirtschaft zu stören. Auffällig sei dabei die enge Verzahnung von digitaler und physischer Kriegsführung: Sabotage-Attacken auf Verkehrs­netze und Spionagekampagnen fänden häufig synchron zu militärischen Bodenoffensiven oder diplomatischen Verhandlungen statt.

Zudem geraten westliche Unternehmen, die die Ukraine unterstützen, verstärkt in den Fokus. Die Gruppe „Pawn Storm“ (auch bekannt als APT28), die von westlichen Geheimdiensten dem russischen Militärgeheimdienst zugerechnet wird, griff im vergangenen Jahr gezielt Logistik- und Technologieunternehmen in Europa und den USA an.

Geopolitische Konflikte befeuern Cyberangriffe wie Sabotage und Spionage auch in Deutschland massiv. Wie bereiten sich Bundeswehr, Wirtschaft und Bündnispartner darauf vor? In Folge 117 des Security-Insider Podcasts berichten die Cybersicherheitsexperten Ben Wetter und Markus Neumaier von ihren Erfahrungen bei „Locked Shields“, der weltweit größten Live-Fire-Übung im Cyber-Bereich der NATO.

Erstmals KI-gestützte Malware im Einsatz

Eine technologische Neuerung stellt laut den Sicherheitsforschern der operative Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) dar. Die Malware „LAMEHUG“ generiert ihre Befehle dynamisch über große Sprachmodelle (LLMs). Dies erlaubt es der Schadsoftware, sich in Echtzeit an Ab­wehr­maß­nah­men der angegriffenen Systeme anzupassen. Bislang wurde KI von Hackern vor allem in der Vorbereitungsphase, etwa für Phishing-Mails, genutzt.

Die Rolle Nordkoreas

Der Bericht beleuchtet zudem die sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea. Durch einen neuen Verteidigungspakt erhalte Pjöngjang Zugang zu russischen Hochleistungsrechnern, die für automatisierte Cyberkriminalität – insbesondere Kryptowährungsdiebstahl – genutzt werden. Bemerkenswert ist jedoch, dass nordkoreanische Hackergruppen (wie „Earth Imp“) parallel dazu das russische Außenministerium ausspionierten, mutmaßlich um eigene strategische Vorteile im Bündnis auszuloten.

Folgen für Unternehmen und Politik

Auf staatlicher Ebene haben westliche Länder ihre Gegenmaßnahmen 2025 verstärkt, unter anderem durch Sanktionen, öffentliche Zuweisungen der Angriffe und einen intensivierten Informationsaustausch innerhalb der NATO und der G7.

Für die Wirtschaft leiten die IT-Sicherheitsexperten aus den Beobachtungen konkreten Handlungsbedarf ab: Insbesondere Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) sowie Unternehmen aus den Bereichen Energie, Transport und Logistik sollten geopolitische Bedrohungsszenarien in ihre Notfallpläne aufnehmen. Empfohlen werden eine strikte Netzwerksegmentierung und regelmäßige Krisenübungen, um den Schaden im Falle eines staatlich koordinierten Angriffs zu begrenzen.

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