Authentication Bypass Kritische SimpleHelp RMM-Schwach­stelle wird aktiv ausgenutzt

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Eine kritische Schwachstelle in der Remote-Management-Software SimpleHelp betrifft rund 14.000 exponierte Server. Angreifer umgehen die Authentifizierung und stehlen Zugangsdaten.

Unternehmen, IT-Dienstleister und Managed Service Provider, die SimpleHelp einsetzen, sollten dringend die Software patchen. (Bild: ©  InfiniteFlow - stock.adobe.com)
Unternehmen, IT-Dienstleister und Managed Service Provider, die SimpleHelp einsetzen, sollten dringend die Software patchen.
(Bild: © InfiniteFlow - stock.adobe.com)

Die CISA hat die Schwachstelle EUVD-2026-36509 / CVE-2026-48558 (CVSS-Score 9.8, EPSS-Score* 1.22) in ihren Katalog der bekannten, ausgenutzten Sicherheitslücken aufgenommen. Sie betrifft die Remote-Management-Software SimpleHelp des gleichnamigen Herstellers. Das Produkt wird von IT-Dienstleistern und Unternehmen zur Fernwartung und System­admin­istration eingesetzt. Konkret weisen die Versionen bis einschließlich 5.5.15 sowie Vorab­ver­sionen der Reihe 6.0 einen Fehler im OpenID-Connect-Authentifizierungsablauf (OIDC) auf, der eine Umgehung der Authentifizierung ermöglicht.

Fehlerhafte Validierung von OpenID Connect

Ist die OIDC-Authentifizierung konfiguriert, werden während der Anmeldung übermittelte Identitäts-Token akzeptiert, ohne dass deren kryptografische Signatur überprüft wird. Bei einer anfälligen SimpleHelp-Konfiguration kann ein nicht authentifizierter Angreifer aus der Ferne ein gefälschtes Token mit beliebigen Identitätsattributen übermitteln und so eine vollständig authentifizierte Techniker-Sitzung erlangen. Unter bestimmten Konfigurationsbedingungen lässt sich hierdurch auch die Multi-Faktor-Authentifizierung umgehen, wobei keine Benutzerinteraktion erforderlich.

Arctic Wolf hat die Schwachstelle untersucht. Hinweise deuten demnach darauf hin, dass Angreifer mithilfe von EUVD-2026-36509 / CVE-2026-48558 und maßgeschneiderter Malware gezielt SimpleHelp-Instanzen kompromittieren, um Zugangsdaten zu stehlen und dauerhaften Zugriff auf die verwalteten Umgebungen zu etablieren. Die Analysten mahnen, dass die Schwachstelle besonders besorgniserregend sei, da ein einziger kompromittierter SimpleHelp-Server einem Angreifer Zugriff auf alle von diesem Anbieter verwalteten Organisationen verschaffen könne, wobei bösartige Aktivitäten so wirken, als stammten sie aus einer vertrauenswürdigen Quelle.

Patches und Schutzmaßnahmen

Die CISA gab betroffenen Behörden bis zum 2. Juli Zeit, das Problem zu beheben. Internet-Scans deuten Arctic Wolf nach darauf hin, dass etwa 14.000 SimpleHelp-Server von außen erreichbar seien, wovon schätzungsweise 1.000 direkt anfällig seien. Der Hersteller empfiehlt dringend die sofortige Installation der gepatchten Versionen 5.5.16 oder 6.0 RC2 sowie die Beachtung folgender Empfehlungen:

  • Trennen Sie betroffene SimpleHelp-Server vorübergehend vom Internet oder stoppen Sie die SimpleHelp-Dienste, bis der Server gepatcht ist.
  • Verwenden Sie Firewall-, VPN- oder Application-Gateway-Regeln, um den Webzugriff auf SimpleHelp auf vertrauenswürdige IPs und Netzwerke zu beschränken. Erzwingen Sie die IP-Zulassung für Techniker-Logins in den SimpleHelp-Anmeldesicherheitseinstellungen.
  • Überprüfen Sie die interne Technikerliste von SimpleHelp auf unautorisierte oder unerwartete Einträge, insbesondere neu erstellte Konten oder solche mit unbekannten E-Mail-Adressen. Für diese Überprüfung sind Administratorrechte für SimpleHelp erforderlich.
  • Untersuchen Sie die SimpleHelp-Serverprotokolle auf Versuche, die OIDC-Anmeldung zu umgehen, unerwartete Technikerregistrierungen oder Konfigurationsänderungen außerhalb des üblichen Musters. SimpleHelp-Anwendungsprotokolle werden standardmäßig möglicherweise nicht an externe Überwachungsplattformen weitergeleitet. Überprüfen Sie die Protokolle regelmäßig, bis die Patch-Installation abgeschlossen ist.

* Hinweis zum EPSS-Score: Das Exploit Prediction Scoring System zeigt die Wahrscheinlichkeit in Prozent an, mit der eine Schwachstelle innerhalb der nächsten 30 Tage ausgenutzt wird. Der ent­sprechende Score kann sich im Laufe der Zeit verändern. Sofern nicht anders angegeben, beziehen wir uns auf den Stand des EPSS-Scores zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels.

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