Die Nachwirkungen der Pandemie und die Auswirkungen wirtschaftlicher und geopolitischer Unruhen und Ungewissheit weltweit haben Einfluss darauf, wie Unternehmen für die Zukunft planen und welche Investitionen sie tätigen, auch in die IT-Sicherheit.
Fast ein Viertel der Unternehmen in Deutschland hat im letzten Jahr Mitarbeitende der IT- oder Sicherheitsabteilung entlassen. Weiterhin plant knapp ein Viertel der Unternehmen in Deutschland, das Budget für Cybersicherheit im Jahr 2023 nicht zu erhöhen.
(Bild: Andrey Popov - stock.adobe.com)
Trotz einer verschärften Sicherheitslage hat in Deutschland im letzten Jahr jedes vierte Unternehmen IT- und Sicherheitsteams verkleinert. Dabei zeigt eine neue Studie von Arctic Wolf unter 900 leitenden IT- und Cybersicherheits-Entscheidern in Unternehmen einen Mangel an Transparenz von Führungskräften bei Cyber-Vorfällen inmitten wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Unruhen.
Wirtschaftliche Unsicherheit hat Einfluss auf Cybersecurity-Investitionen
Die anhaltende Inflation ist für Verantwortliche in Deutschland die größte Sorge für 2023. So gibt die Hälfte (49 Prozent) der Unternehmen in Deutschland an, dass die wirtschaftliche Unsicherheit Auswirkungen auf ihr Geschäft hat. Nur ein Drittel (34 Prozent) der deutschen Führungskräfte sehen anhaltende Cyberangriffe als größte Bedrohung für ihr Unternehmen im kommenden Jahr.
Die aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheit mit all ihren Folgen scheint damit stärkeren Einfluss auf die IT-Investitionsplanung zu haben als die sich weiter verschärfende Cyber-Bedrohungslage. So haben fast ein Viertel (22 Prozent) der Unternehmen in Deutschland im letzten Jahr Mitarbeitende der IT- oder Sicherheitsabteilung entlassen. Lediglich im Vertrieb und Marketing gab es mehr Entlassungen (26 Prozent). Weiterhin plant knapp ein Viertel (23 Prozent) der Unternehmen in Deutschland, das Budget für Cybersicherheit im Jahr 2023 nicht zu erhöhen.
„Die Bedeutung der Cybersicherheit kann gar nicht überschätzt werden. Hacker werden immer raffinierter und die Frage ist nicht ob, sondern wann ein Unternehmen zur Zielscheibe von Angriffen wird. Daher sollten Verantwortliche ihre Cybersicherheitsstrategien und -investitionen genau evaluieren, um sicherzustellen, dass sie adäquat geschützt sind. Der Einsatz von externen Spezialisten kann dabei einige Vorteile für den eigenen Cyberschutz und das Kostenmanagement haben. Der Grund: Security Monitoring, Cyber-Risk-Management und Responsemaßnahmen sind deutlich leistungsfähiger und aufgrund der Skaleneffekte auch kostengünstiger als mit eigenem Personal, das bereits mit dem täglichen IT-Betrieb voll ausgelastet ist.“
Dabei bedeutet insbesondere ein „Mehr“ an Lösungen nicht immer auch einen besseren Schutz. Um Fehlkonfigurationen und eine Flut unqualifizierter Alerts zu vermeiden, kann es daher sinnvoll sein, externe Experten hinzuzuziehen, die gezielt und effizient die eigenen Security-Ressourcen und Expertise erweitern“, so Dr. Sebastian Schmerl, Director Security Services EMEA bei Arctic Wolf.
Mangelnde Transparenz und Verantwortung bei Sicherheitsvorfällen
Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schreibt bereits seit 2018 eine Meldepflicht von Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten vor. Dies gilt aktuell jedoch noch nicht für alle Formen von Data Breaches. Die Meldung eines Vorfalls liegt damit im Ermessen der Unternehmen.
Die aktuelle Studie hat gezeigt, dass weniger als ein Viertel (23 Prozent) der befragten Unternehmen in Deutschland Kunden im Falle eines Datenschutzverstoßes darüber informieren. Lediglich in weniger als der Hälfte (45 Prozent) der Unternehmen würde die eigene Führungsebene über den Vorfall informiert.
Trotz der weltweiten Zunahme von Angriffen auf Lieferketten würde zudem nur 23 Prozent der Führungskräfte in der Technologie- und Telekommunikationsbranche Unternehmen, für die sie Dienstleistungen erbringen, über einen Sicherheitsvorfall informieren.
Wurde ein Sicherheitsvorfall festgestellt, geben knapp die Hälfte (47 Prozent) der Befragten dem Cybersicherheits- bzw. IT-Team die Schuld. Nur 14 Prozent der Führungskräfte würden selbst die Verantwortung übernehmen. Trotz dieses niedrigen Werts zeigen deutsche Führungskräfte in der Umfrage die höchste Eigenverantwortung für Cybersicherheitsvorfälle – mehr als doppelt so viel wie im Vereinigten Königreich (6 Prozent).
Angst vor Sicherheitsvorfällen: Ransomware hinter Cloud- und Business-E-Mail-Compromise
Die größte Sorge der deutschen IT-Entscheider in Bezug auf mögliche Sicherheitsvorfälle ist eine cloudbasierte Datenschutzverletzung (43 Prozent). Gleichzeitig geben mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (53 Prozent) in Deutschland zu, im letzten Jahr mindestens einen größeren Sicherheitsvorfall gehabt zu haben. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) dieser Unternehmen erlebte eine Sicherheitslücke in der Cloud und 32 Prozent eine erfolgreiche Kompromittierung von Business-E-Mails.
Außerdem geben 44 Prozent der Führungskräfte an, im letzten Jahr eine betrügerische Nachricht in einem sozialen Netzwerk wie LinkedIn erhalten zu haben und 36 Prozent eine Textnachricht oder E-Mail von einem Absender, der sich als eine Führungskraft ihres Unternehmens ausgab.
Sorge um russische Vergeltungsmaßnahmen
Der Russland-Ukraine-Krieg wird von einem Cyberkrieg begleitet. Berichten zufolge kommen dabei bereits jetzt Cyberangriffe im großen Stil zum Einsatz. 55 Prozent der Befragten in Deutschland befürchten einen Cyber-Gegenschlag Russlands, wenn der Ukraine-Krieg beendet wird oder sich verlangsamt. Zwei von fünf IT-Entscheidern in Deutschland (43 Prozent) sehen in Russland die größte Bedrohungsquelle für ihr Unternehmen, gefolgt von China (23 Prozent). Entsprechend haben sechs von zehn (63 Prozent) der Unternehmen in Deutschland hat im letzten Jahr aufgrund von Cyber-Risiken Geschäftsaktivitäten in Russland und/oder China eingestellt oder überdacht.
Stand: 08.12.2025
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„Während ein turbulentes wirtschaftliches Klima viele Führungskräfte dazu veranlasst, ihre Budgets im kommenden Jahr genau unter die Lupe zu nehmen, werden Bedrohungsakteure mit Sicherheit weiterhin in die Entwicklung neuer Taktiken, Techniken und Verfahren investieren, mit dem Ziel, Cyberangriffe durchzuführen“, so Dr. Sebastian Schmerl, Director Security Services EMEA bei Arctic Wolf. „Um sich gegen Ransomware, BEC und Cloud-basierte Angriffe zu verteidigen, müssen Führungskräfte ihre Sicherheitskultur von oben nach unten aufbauen und eine unternehmensweite Verantwortlichkeit für den Schutz ihrer Kunden, Mitarbeitenden und Partner sicherstellen.“
Über die Studie: Die von Arctic Wolf in Auftrag gegebene Studie befragte über 900 leitende IT-Entscheidungsträger und Führungskräfte in den USA, Großbritannien und Deutschland. Die Ergebnisse der Umfrage geben Aufschluss über die Einstellungen und Überzeugungen von Entscheidungsträgern in Unternehmen in Bezug auf unterschiedliche Cybersicherheits- und Geschäftsthemen.