Open Source weiter auf dem Vormarsch

Open Source Software kann die Datensicherheit erhöhen

| Autor / Redakteur: Ralf Sydekum / Peter Schmitz

Unternehmen sollten aufgeschlossener gegenüber Open Source Software sein und die damit verbundenen Freiheiten für für neue Formen der Zusammenarbeit nutzen.
Unternehmen sollten aufgeschlossener gegenüber Open Source Software sein und die damit verbundenen Freiheiten für für neue Formen der Zusammenarbeit nutzen. (Bild: gemeinfrei)

Open Source Software ist ein mächtiges Werkzeug für Innovation und Zusammenarbeit. Bei richtiger Nutzung können Open-Source-Anwendungen sogar die Datensicherheit erhöhen, Applikationen durch innovative Programmierung und Entwicklung beschleunigen sowie die Einschränkungen kommerzieller Angebote überwinden.

Zusammenarbeit und gemeinsame Problemlösung sind besonders wichtig in einer Zeit, in der intelligente Cyber-Bedrohungen die Komplexität von Sicherheit und Compliance deutlich erhöhen. Dadurch steigt auch der Bedarf an Vertrauen im Bereich App-Entwicklung und -Bereitstellung.

Einige Experten glauben, dass Open Source deswegen auf dem Rückzug ist. Doch das ist falsch. Open Source Software überwindet im besten Fall Hindernisse bei der Weiterentwicklung und beschleunigt Innovationen auf eine Weise, von der lizenzierte Software mit all ihren rechtlichen Einschränkungen nur träumen kann. Darüber hinaus bedeutet die Einführung offener Software als Strategie, dass die Nutzer mit höherer Geschwindigkeit und Flexibilität neuen Mehrwert schaffen können – bei gleichzeitiger Erhöhung der allgemeinen Betriebsqualität.

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Beispiel: Backdoors

Ein Beispiel für die Vorteile von Open Source ist die Möglichkeit, das Bewusstsein für Bedrohungen wie Backdoors zu erhöhen. Wie sonst kann eine riesige Community von Entwicklern Code sammeln, vernetzen und forensisch abfragen, um festzustellen, ob er wirklich sicher ist oder Schwachstellen aufweist, die wichtige Ressourcen wie Anwendungen und Infrastrukturen beeinträchtigen?

Laut Eric Marks, Vice President of Cloud Consulting bei CloudSpectator, erhöht sich die Beliebtheit von Open Source „und es werden mehr Komponenten in diesem Format angeboten.“ In der kürzlich veröffentlichten Studie Future of Multi-Cloud (FOMC) der Foresight Factory fügte er hinzu, dass sie „immer wichtiger wird“ und dass wir bald „einen vollständigen IT-Stack sehen, der ausschließlich aus Open-Source-Komponenten besteht.“

Ein weiterer wesentlicher Vorteil von Open Source ist die Fähigkeit, bestehende Lücken bei der Interoperabilität zu schließen. Beispielsweise erhalten Unternehmen mit einer Multi-Cloud-Strategie mehr Möglichkeiten, Workloads problemlos den Public Clouds zuzuordnen, die für bestimmte Aufgaben am besten geeignet sind – auch in Bezug auf Geschwindigkeit, Agilität und Sicherheit. Tatsächlich erhöhen dadurch viele Unternehmen derzeit ihre Multi-Cloud-Flexibilität und vermeiden bisherige Kosten mit Hilfe von Open-Source-Lösungen wie Kubernetes oder OpenStack.

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Verzicht ist keine Lösung

Nach Ansicht einiger Experten, die im FOMC Report zitiert wurden, könnte der Verzicht auf Open-Source-Lösungen die Entwicklung nutzerfreundlicher und intelligenter Multi-Cloud-Dashboards auf verschiedenen Abstraktionsebenen (wie Sicherheit, Monitoring, Compliance und Container) beeinträchtigen. Dies könnte auch die Fähigkeit des Datenaustauschs zwischen mehreren Clouds aufgrund der zunehmenden Komplexität von kontrollierten, proprietären Plattformen verhindern.

Obwohl Open Source viele lautstarke Kritiker hat, sollten sich Unternehmen nicht von negativen Aussagen einschüchtern lassen oder den damit einhergehenden Paradigmenwechsel in irgendeiner Weise unterdrücken. Die gemeinnützige Forschungsorganisation open.ai ist ein Beispiel dafür. Sie wurde gegründet, um sich mit den lebensverändernden Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auseinanderzusetzen. Die Organisation stellte von Anfang an ihre Software als Open Source zur Verfügung und veröffentlicht konsequent ihre Forschungsergebnisse.

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Zusammenarbeit und Agilität

Um große Probleme zu lösen, sind auch große Kooperationen mit agilen Denkweisen nötig. Ein Beispiel hierfür bilden Herausforderungen in diversen Branchen, die aufgrund strenger Sicherheitsvorschriften und verschiedener kommerzieller Ziele Technologien unterschiedlich schnell einsetzen. Open Source kann diese Probleme überwinden und dabei helfen, die besten Vorgehensweisen zu standardisieren. Sie kann auch die Auswahlmöglichkeiten für Verbraucher erhöhen, einschließlich des Zugangs zu kostenlosen Versionen von Cloud-basierten Diensten wie Storage. Zudem fördert sie technologische Start-ups, die damit hohe Kosten für lizenzierte Software vermeiden können.

Grundsätzlich ist Open Source ein Mittel für neue Formen der Zusammenarbeit und des produktiven Dialogs, der Unternehmen in die nächste Phase der Digitalisierung führen kann. Durch die Steigerung der Wertschöpfung im gesamten kreativen System über Service-Innovationen können Unternehmen einen besseren Überblick über die Performance ihrer Anwendungen gewinnen und verstehen, was in verschiedenen Cloud- und Unternehmensumgebungen geschieht. Darüber hinaus hilft die Einführung einer Open-Source-Kultur dabei, Best Practices auszutauschen und Protokolle für hohe Code-Qualität zu entwickeln. Dies gewährleistet wiederum einen sicheren Datenschutz und hohe Zuverlässigkeit.

Unternehmen sollten keine Angst vor disruptiven Technologien oder neuen Methoden haben. Große digitale Veränderungen stehen bevor und der Druck, der technologischen Entwicklung immer voraus zu sein, war noch nie so hoch. Daher sollten sie aufgeschlossener gegenüber Open Source sein und die damit verbundenen Freiheiten nutzen.

Über den Autor: Ralf Sydekum ist Technical Manager DACH bei F5 Networks.

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