Die Weihnachtszeit ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres – auch für Cyberkriminelle. Wir haben CISOs und Security-Experten gefragt, wie Sie mit ruhigem Gewissen in den Urlaub starten können. Die Antwort lautet: Schalten Sie ab!
Bevor es in den Weihnachtsurlaub geht, sollten Sie nicht benötigte IT-Systeme abschalten. Danach können Sie selbst abschalten und sich erholen.
(Bild: Ramses - stock.adobe.com / KI-generiert)
Plätzchen backen, Punsch trinken, Weihnachtsfilme schauen, Zeit mit der Familie verbringen. Während die meisten von uns es sich während der Feiertage gemütlich machen, boomt in dieser Zeit das Geschäft der Cyberkriminellen. Und während ein Großteil der Mitarbeitenden im Urlaub ist, ist es mit der Besinnlichkeit dann schnell vorbei. Deswegen möchte sich die Redaktion des Security-Insiders einen kurzen Moment nehmen, Ihnen nicht nur fröhliche und erholsame Feiertage zu wünschen, sondern auch auf die Zunahme der Sicherheitsvorfälle am Jahresende hinzuweisen.
Von 2018 bis 2020 sind die Ransomware-Angriffe während der Weihnachtszeit um 30 Prozent gestiegen.
Darktrace
„SOC-Teams verzeichnen immer wieder Spitzenwerte bei Cyberangriffen zu Feiertagen oder in klassischen Urlaubszeiten“, sagt Corey Nachreiner, Chief Security Officer bei Watchguard. „Daher gilt für IT- und Security-Verantwortliche im wahrsten Sinne des Wortes: Schalten Sie ab, was Sie können, bevor Sie vor den Festtagen das Büro verlassen. Nehmen Sie sich die Zeit und verringern Sie bewusst die Angriffsfläche Ihres Unternehmens, indem Sie Rechner und Anlagen, die während der Abwesenheit nicht benutzt werden, herunterfahren – schließlich stellt jedes eingeschaltete Gerät und jede Online-Verbindung ein potenzielles Einfallstor dar.“
Sagie Dulce, VP Research bei Zero Networks, ergänzt: „Während der Feiertage kommt es oft zu einem Anstieg von Cyberangriffen. Die Kombination aus schwach besetzten IT-Teams und erhöhten Einkaufsaktivitäten schafft eine ideale Gelegenheit für Finanzbetrug und Identitätsdiebstahl. Durch die verstärkte Internetnutzung ergeben sich mehr Möglichkeiten, Zugangsdaten zu kompromittieren und Social-Engineering-Angriffe gegen unterbesetzte Sicherheitsteams oder andere Mitarbeiter durchzuführen. Zudem sind Entwicklerteams, die in Eile eine letzte Version kurz vor Weihnachten veröffentlichen, anfälliger für Fehler, was die Offenlegung von Servicekonten, privilegierten Identitäten oder geheimen Informationen begünstigen kann.“ Sophos hat dazu eigene Untersuchungen durchgeführt: „Bei 81 Prozent der Ransomware-Angriffe wurde der endgültige Schadcode außerhalb der üblichen Arbeitszeiten oder am Wochenende gestartet“, sagt Michael Veit, Security-Experte bei Sophos. „Cyberkriminelle suchen den Weg des geringsten Widerstands und werden deshalb auch die Weihnachtszeit für ihre Angriffe nutzen. Deshalb ist es essenziell, gerade jetzt noch einmal sicherzustellen, dass alle System-Updates eingespielt sind. Zudem bilden MFA-Technologien und das Abschalten nicht benötigter Systeme über die Feiertage weitere Hürden für Angriffe.“
Und auch Cloudflare misst regelmäßig die Cyberbedrohungslage und weiß um die Zunahme von Cyberangriffen zum Jahresende: „In der Vorweihnachtszeit ist die Bedrohungslage besonders alarmierend. Wir beobachteten im vierten Quartal 2023 einen Anstieg der DDoS-Angriffe auf der Netzwerkebene um 117 Prozent im Vorjahresvergleich“, erläutert Stefan Henke, Regional Vice President DACH bei Cloudflare. „Für Unternehmen ist es entscheidend, sich proaktiv auf potenzielle Bedrohungen vorzubereiten, indem sie Sicherheitsvorkehrungen intensivieren und in robuste Security-Systeme investieren.“
Daniel Bren, CEO von Otorio, ergänzt, dass seiner Erfahrung nach vor allem kritische Infrastrukturen und Industrieumgebungen während der Feiertage besonders attraktive Ziele für Cyberkriminelle sind: „Während der Ferienzeit nutzen Cyberkriminelle die Personalknappheit in Fabriken und kritischen Systemen aus, da sie wissen, dass Sicherheit und Personal knapp sind. Unternehmen müssen ihre kritischsten Risiken deshalb proaktiv angehen, um potenzielle Ausfallzeiten zu vermeiden und einen kontinuierlichen Schutz zu gewährleisten.“
Prävention für ruhige Weihnachten
Auch dem Kölner IT-Dienstleister Fernao zufolge ist Prävention die beste Maßnahme für sichere Feiertage. Schließlich sind bereits in den Vorjahren Cyberkriminelle in der Weihnachtszeit besonders aktiv gewesen. Der Security-Anbieter Darktrace berichtete, dass von 2018 bis 2020 die Zahl der Ransomware-Angriffe während der Weihnachtszeit weltweit um 30 Prozent im Vergleich zum Monatsdurchschnitt gestiegen ist.
Fernao nennt sieben Maßnahmen, mit denen sich Unternehmen auf vor vermehrten Cyberattacken während des Jahreswechsel schützen können:
1. Mehr Monitoring: Durch proaktives Überwachen der IT-Landschaft können Unternehmen verdächtige Aktivitäten sofort erkenne und verhindern. Auch während der Feiertage sollten SIEM-Systeme aktiv sein und IT-Teams auf der Hut.
2. Regelmäßige Updates: Regelmäßige Vulnerability Scans und Patch-Management sorgen im Alltag dafür, bekannte Sicherheitslücken rechtzeitig zu schließen. Während ein Großteil des Unternehmens im Urlaub ist, sollten Sicherheitsverantwortliche das Patchen nicht Schleifen lassen, sich möglicherweise genau dann gesondert dafür Zeit nehmen.
3. Mitarbeiterschulungen: Mitarbeitende sind nach wie vor ein beliebtes Einfallstor für Cyberkriminelle. Vor allem die Weihnachtszeit nutzen die Akteure als Aufhänger für Phishing-Mails. Unternehmen sollten ihre Mitarbeitenden für Risiken sensibilisieren.
4. Backups und Offline-Speicherung: Backups sind ein essenzieller Teil einer effektiven Sicherheitsstrategie. Auch zum Jahresende hin sollten Backup-Pläne laut Fernao tägliche und wöchentliche Sicherungen umfassen. Simon Taylor, CEO von HYCU, ergänzt: „Die Wiederherstellung von Daten und Anwendungen durch sichere Offsite-Backups ist als letzte Verteidigungslinie unverzichtbar. Unternehmen müssen über schnelle Wiederherstellungslösungen verfügen, die dazu beitragen, Ausfallzeiten zu reduzieren und eine schnelle Wiederaufnahme des Betriebs ermöglichen.“
5. Zugriffskontrollen und Privilegien: Eine weitere präventive Maßnahmen, die für das ganze Jahr, aber eben auch die Weihnachtszeit gilt, ist das Einschränken von Zugriffsrechten und das Prinzip der minimalen Berechtigung. Fernao empfiehlt, das vor allem während des Weihnachtsurlaubs administrative Zugänge auf ein Minimum reduziert und alle Zugriffsprotokolle streng überwacht werden sollten.
6. Simulation von Cyberangriffen: Realistische Übungsszenarien helfen Ihrem Team dabei, sich auf Cybervorfälle vorzubereiten. Solche Simulationen sollten regelmäßig durchgeführt werden, damit Ihre IT-Teams auch während der scheinbar ruhigen und besinnlichen Zeit wissen, was sie im Ernstfall zu tun haben.
7. Multifaktor-Authentifizierung (MFA): Eine einfache, aber effektive Methode, um unautorisierten Zugriff zu verhindern ist die MFA. Besonders wenn kurz vor dem Weihnachtsurlaub viele Mitarbeitende remote arbeiten, ist sie elementar.
In diesem Sinne wünschen wir den fleißigen IT-Security-Experten, die am Jahresende und zwischen den Jahren die Stellung halten, eine sichere und erholsame Zeit.
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.